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Thomas Hitzlsperger hat in einem offenen Brief seine Kandidatur um den Posten als VfB-Präsident mit einem tiefen Riss innerhalb des Vereins begründet.

Thomas Hitzlsperger, der bei den Schwaben als Vorstandsvorsitzender und zugleich Sportvorstand angestellt ist, wirft seinen Hut für die Wahl am 18. März 2021 in den Ring. Der ehemalige Nationalspieler bestätigte eine entsprechende Meldung des SWR in einem offenen Brief. Er ist damit einer von vier Kandidaten, die ihre Bewerbung eingereicht haben.

Zwischen dem amtierenden VfB-Präsidenten Claus Vogt und dem Aufsichtsrat des Vereins bestünden Unstimmigkeiten hinsichtlich "Rechtsfragen" und der "Corporate Governance, also einer transparenten, zielgerichteten und risikobewussten Führung der AG und des Vereins."

Lieber VfB´ler, nach der Veröffentlichung meiner Kandidatur @SWRsport auf das Präsidentenamt möchte ich meine Beweggründe hierfür in einem offenen Brief erläutern https://t.co/OZ0wqHjENR

Vogt habe in den letzten Monaten dem Verein mehr und mehr geschadet. Vor allem im Rahmen der Datenaffäre sei es zu Verfehlungen Vogts gekommen. So habe dieser "mit der Autorität der Ämter als Präsident und Chef des Aufsichtsrats hat Claus Vogt jedoch eine Beauftragung ohne Ausschreibung, ohne Kostenschätzung und ohne Projektplan durchgedrückt und bei der Projektleitung die nötige Sorgfalt, Kompetenz und Abstimmung vermissen lassen."

"Der Profilierungswunsch eines Einzelnen bedroht so die Existenz des ganzen Vereins. Für den Verein steht der Präsident in der Verantwortung, nicht der Vorstand, nicht der Vereinsbeirat, nicht der Trainer."

Thomas Hitzlsperger

Diese "unkontrolliert ausufernden Kosten" hätten dazu geführt, "dass die AG den Verein unterstützen muss, um ihn vor der Zahlungsunfähigkeit zu bewahren."

Schwelender Machtkampf

Hintergrund für Hitzlspergers Bewerbung soll ein interner Machtkampf bei den Stuttgartern sein. Der erst seit Dezember 2019 amtierende Vogt zog sich mit kritischen Nachfragen in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender angeblich den Zorn altgedienter VfB-Funktionäre zu. Darüber hinaus nutzt er wohl seine in der Vereinssatzung festgeschriebene Kontrollfunktion sehr ausgiebig.

"Claus Vogt ist mit Zielen und Vorstellungen angetreten, die uns allen wichtig sind. Ein Jahr später ist so gut wie nichts davon umgesetzt."

Thomas Hitzlsperger

Ein achtköpfiger Vereinsbeirat wählt in den kommenden Tagen zwei Bewerber aus, die sich dem Votum der Mitglieder stellen dürfen. Neben Vogt und Hitzlsperger stehen der Geschäftsmann Volker Zeh und die als Stuttgarter OB-Kandidatin gescheiterte Friedhild Miller auf der Liste. Zeh und Miller werden nur geringe Chancen eingeräumt.

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