Der japanische Verteidiger Hiroki Ito im Auswärtstrikot des VfB Stuttgart (Foto: Imago, IMAGO / Pressefoto Baumann)

Fußball | Bundesliga

Hiroki Ito: Der nächste Rohdiamant des VfB Stuttgart?

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Eigentlich sollte Neuzugang Hiroki Ito bei der Stuttgarter U21 spielen. Doch seine bisherigen Leistungen überraschen - auch den VfB. Jetzt spielt er bei den Profis. Was kann der neue Japaner?

Hiroki Ito wechselte im Sommer aus dem laufenden Spielbetrieb der zweiten japanischen Liga zum VfB Stuttgart. Eine Woche nach seiner letzten Partie im Land der aufgehenden Sonne trug der 22-Jährige beim Testspiel gegen den FC St. Gallen zum ersten Mal das Trikot mit dem Brustring. Obwohl Ito zunächst für die Stuttgarter U21 eingeplant war, überraschte er mit Einsätzen in den folgenden Tests bei den Profis. Mal als linker, mal als zentraler Verteidiger in der Dreierkette. In Japan spielte der Verteidiger mit der markanten blonden Augenbraue auch auf der Wing-Back-Position, auf der in Stuttgart zuletzt Borna Sosa brillierte.

Besser als geplant

"Wir haben gesagt, es kann bis zu einem Jahr dauern, bis wir glauben, dass er sich an die Intensität gewöhnt hat", sagte Sportdirektor Sven Mislintat nach Ende des Trainingslagers im SWR-Interview und zeigte sich angenehm überrascht: "Er belehrt uns aktuell eines Besseren."

Itos Leistungen überzeugten auch Trainer Pellegrino Matarazzo: Nach dem Ausfall von Vize-Kapitän Waldemar Anton beim DFB-Pokalspiel gegen BFC Dynamo (6:0) spielte Ito auf der zentralen Innenverteidiger-Position. Ein gestandener Verteidiger wie Pascal Stenzel nahm stattdessen auf der Bank Platz.

Der Name ist Programm

Und Hiroki Ito überzeugte bei seinem Pflichtspieldebüt. Sein japanischer Name bedeutet so viel wie "Großer Baum" oder "Langes Holz". Dass der Neuzugang Langholz kann, bewies er in der 26. Minute. Seine präzise Flanke auf Borna Sosa leitete das 1:0 für die Schwaben gegen den Regionalligsten ein.

Bis auf einen kleinen Wackler in der Anfangsphase machte Ito eine solide Partie. Er zeigte ein Auge für den freien Raum sowie startende Mitspieler und antizipierte Laufwege des Gegners schnell. Mit seinem Tempo und dem feinen linken Fuß bereicherte er das VfB-Spiel.

Mislintat und die unbekannten Japaner

In Dortmund hatte VfB-Sportdirektor Mislintat den Japaner Shinji Kagawa entdeckt, der sich anschließend zum Leistungsträger und Star entwickelte. Nach Stuttgart holte er Wataru Endo, der sich am Neckar vom Unbekannten zum Kapitän entwickelte. Hiroki Ito ist das nächste Japan-Juwel, das das "Diamanten-Auge" Mislintat gesichtet hat. Sein glänzendes Potenzial ließ Ito bisher schon durchschimmern. Wenn ihn weitere Einsätze schleifen, kann aus dem japanischen Rohdiamanten ein Hochkaräter werden.

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