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Nur wenige Spieler aus dem jungen Kader des VfB Stuttgart haben schon mal ein Pflichtspiel gegen den FC Bayern bestritten. Kapitän Gonzalo Castro dagegen hat mit dem Zählen längst aufgehört und vor der Partie verraten, dass der FCB mal bei ihm angeklopft hatte.

Manche sagen, er sei mit 33 Jahren in der Form seines Lebens. Gonzalo Castro selbst sagt, dass er vielleicht auf einem guten Weg dahin ist. Fakt ist: Als Kapitän hat er mit der jungen Mannschaft bislang eine unerwartet stabile Saison gespielt. Der VfB ist seit sieben Spielen ungeschlagen, nur am ersten Spieltag verlor der Aufsteiger zu Hause gegen Freiburg (2:3).

"Im Moment ist das zufriedenstellend", resümiert Castro nach dem ersten Saisonviertel, weiß aber auch: "Wir haben noch viel vor uns." Zum Beispiel die Bayern. Ein Wechsel von Castro nach München scheiterte unter anderem daran, dass die Bayern zu spät dran waren. "Ich hatte mich damals schon für Dortmund entschieden", erzählt er jetzt. Bereut habe er es nie.

"Wir werden leiden müssen in den 90 Minuten!"

"Die Bayern haben nie einen schlechten Zeitpunkt", sagt Castro mit Blick auf das enttäuschende 1:1 der Münchner am letzten Spieltag daheim gegen Bremen. Also hält sich Castro nicht lange damit auf. Nach 391 Bundesligaspielen und zig Duellen mit den Münchnern muss er jetzt seine Erfahrung weiter geben.

Wir werden leiden müssen!

Gonzalo Castro zum Spiel gegen München

Castro hat den Spielfilm schon klar im Kopf: Es werde Phasen geben, in denen der VfB hinterherlaufen müsse, und Phasen des Ausruhens. Es werde von Anfang an ein Spagat sein, das eigene, begeisternde Offensivspiel so kontrolliert zu halten, um hinten nicht gegen die so torgefährlichen Bayern unter zu gehen. Das Spiel gegen den FC Bayern also als erste Reifeprüfung? "Nein, das ist ein ganzer Prozess", winkt Castro ab.

Die Bayern vor der Brust, Corona im Kopf

Der Sonderrolle, die der Profifußball in der Coronakrise hat, ist Castro sich absolut bewusst, nennt seine Erlaubnis zur Berufsausübung ein Privileg. Klar ist für ihn auch, dass die Mannschaft, wenn nötig, gemeinsam den Gesamtverein, wie schon im Frühjahr, unterstützen würde. Noch sind ein zweiter Gehaltsverzicht oder ähnliches beim VfB aber kein Thema.

Thema beim Familienmensch Castro ist aber auch Weihnachten zu Zeiten der Kontaktbeschränkung: "Unser engster Familienkreis, das sind 20 Personen", erzählt er. Wie jedem Elternteil fällt auch ihm die Erklärung schwer, warum so vieles nicht ist, wie es war. Aber jammern ist bei Castro nicht: "Es ist leider so, wir können es leider nicht ändern." Und dann ist Weihnachten erstmal wieder aus dem Kopf, weg.

Wenn wir Meister werden, höre ich auf!

Castro auf die Frage nach seiner Zukunft

Der Privatmensch Castro wird die paar freien Tage um Weihnachten so oder so genießen. Der Fußballer Castro weiß, dass sein Vertrag beim VfB am Saisonende ausläuft. Und dann? "Wenn wir Meister werden, höre ich auf", sagt er spontan, grinst und fügt schnell hinzu, dass er doch noch ein Jahr dran hängen will. Solange der Körper mitmacht. Das macht er aktuell. Und das macht einen Gonzalo Castro auch mit 33 Jahren so wertvoll für den VfB Stuttgart.

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