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Nach Informationen der "Stuttgarter Nachrichten" haben auch zwei Mediationsversuche den Konflikt zwischen Claus Vogt, dem Präsidenten des VfB Stuttgart, und dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Hitzlsperger nicht entschärfen können.

Wie die Zeitung berichtet, soll es in den vergangenen Wochen zwei Gesprächsrunden zwischen Thomas Hitzlsperger und Claus Vogt gegeben haben, um den Machtkampf zwischen den beiden Führungskräften beim Fußball-Bundesligisten beizulegen. Dabei sollen als Konfliktschlichter Ex-Fußballtrainer Helmut Schulte (63), ein Vertrauter Hitzlspergers, und der ehemalige Fußballmanager Andreas Rettig (u.a. SC Freiburg, FC Augsburg, FC St. Pauli) mit am Tisch gesessen haben. Dieses erste Treffen, das auf Initiative Schultes zurückgegangen sei, habe am 22. Dezember stattgefunden - wenige Tage, nachdem Vorstandschef Hitzlsperger seine Bewerbung für das Präsidentenamt eingereicht habe.

In diesem ersten Gespräch soll Claus Vogt bereit gewesen sein, aus dem Präsidialausschuss auszusteigen. Der Präsidialausschuss ist ein Gremium innerhalb des Aufsichtsrats, das gegebenenfalls schnelle Entscheidungen treffen kann. Ihm gehören neben Präsident Vogt noch der ehemalige VfB-Coach Rainer Adrion sowie Daimler-Vorstand Wilfried Porth an. Allerdings habe ein Aufsichtsrat gegen dieses Ansinnen votiert, so dass dieser Schlichtungsversuch gescheitert sei.

Bewerbung zurückziehen? Hitzlsperger lehnte ab

Eine zweite Verständigungsrunde soll es nach dem Bericht des Blattes am 8. Januar 2021 gegeben haben. Zu diesem Zeitpunkt war die Bewerbung Hitzlspergers längst publik geworden. Bei dieser Schlichtung sei vorgeschlagen worden, dass Hitzlsperger seine Bewerbung zurückziehen und sich öffentlich bei Vogt entschuldigen sollte. Doch Hitzlsperger soll diesen Lösungsvorschlag nach einigen Tagen Bedenkzeit abgelehnt haben. Der Vorstandschef konnte sich lediglich zu einer schriftlichen Entschuldigung durchringen.

So stehen sich beide Seiten weiterhin unversöhnlich gegenüber. Hitzlsperger kündigte am Sonntag in einem SWR-Interview an, dass er in den kommenden Tagen zu seiner Präsdentschaftsbewerbung ausführlich Stellung nehmen wolle. Den "Stuttgarter Nachrichten" sagte er: "In meiner Funktion als Vorstandsvorsitzender arbeite ich mit dem von der Mitgliederversammlung gewählten Präsidenten des Vereins zusammen. Der Vereinsbeirat wird entscheiden, welche Kandidaten er den Mitgliedern zur Wahl vorschlägt." .

Dieser Wahlvorschlag soll in Kürze bekanntgegeben werden, sobald der Abschlussbericht der Berliner Kanzlei Esecon zur Datenaffäre des VfB Stuttgart vorliegt. Dies wird für Anfang Februar erwartet, die Präsidentschaftswahl beim VfB Stuttgart ist auf den 18. März terminiert.

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