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Die Bundesligavereine geben ihren Nachwuchskickern immer weniger Einsatzzeiten. Der ehemalige VfB-Spieler Gaudino sieht deshalb dringenden Handlungsbedarf. 

Was haben Sebastian Hornung, Antonis Aidonis und Luca Mack gemeinsam? Sie alle stammen aus der Jugend des VfB Stuttgart, haben in der laufenden Zweitligasaison jedoch noch nicht eine Minute für den Profiverein absolviert. Und damit stehen sie nicht alleine da. 

Denn ein Report der Deutschen Fußball Liga (DFL) zeigt, dass der Anteil an deutschen U21 Spielern auch in der ersten Bundesliga stark nachgelassen hat. Während in der Saison 2017/18 noch knapp 8 Prozent der Gesamtspielzeit von deutschen U21 Spielern bestritten wurden, sind es in der abgelaufenen Hinrunde der aktuellen Saison nur noch 3 Prozent. Generell ist der Anteil an eingesetzten U21 Akteuren in der Bundesliga rückläufig. Und das, obwohl das allgemeine Durchschnittsalter der Bundesligaspieler gerade einmal bei 26,5 Jahren liegt.  

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SWR Fernsehen BW

Gaudino: "Den Talenten wird nicht genug Zeit gegeben" 

Für Maurizio Gaudino, ehemaliger Spieler beim VfB Stuttgart, sind die Probleme der Vereine hausgemacht: "Den einheimischen Talenten werden oft gekaufte Spieler aus dem Ausland vor die Nase gesetzt." Dabei würden diese ebenfalls Zeit benötigen, um sich zu akklimatisieren. "Den einheimischen Talenten wird diese Zeit jedoch nicht gewährt", sagt Gaudino. Deshalb sieht Gaudino vor allem die Vereine in der Pflicht. Diese müssten Talente auch fördern wollen.  

"Der Verein muss die Vorgabe geben, den jungen Spielern Zeit zu geben und sie zu entwickeln", so Gaudino. Deshalb sei es wichtig, auch die Trainer mit längerfristigen Verträgen auszustatten. Die nachhaltige Entwicklung der Jugendspieler müsse dem kurzfristigen Erfolg untergeordnet werden.  

Mindestalter soll gesenkt werden 

Auch die DFL ist sich der Problematik durchaus bewusst. Es gibt beispielsweise finanzielle Anreize für die Vereine, ihre eigenen Talente einzusetzen. Zudem sollen künftig noch jüngere Spieler eingesetzt werden können. Momentan muss ein Spieler mindestens 17 Jahre alt sein, um in der Bundesliga eingesetzt zu werden. Borussia Dortmund will im März einen Antrag stellen, dieses Mindestalter auf 16 Jahre zu senken. Doch aus Sicht des DFL-Direktors Ansgar Schwenken ist das allein kein Problemlöser. In seinen Augen ist die derzeitige Entwicklung für die einheimischen Nachwuchsspieler "bedenklich". 

Auch beim VfB Stuttgart werden sie sich etwas ausdenken müssen, wenn sie die einheimischen U21-Spieler nicht vergraulen wollen. Denn oftmals zeigt sich erst im Nachhinein, wie wichtig ein Timo Werner oder ein Joshua Kimmich hätte werden können. 

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