Florian Müller (Torhüter VfB Stuttgart) zwischen den Pfosten (Foto: IMAGO, IMAGO / Treese)

Fußball | Bundesliga

Teufelskerl Müller rettet dem VfB Stuttgart einen Punkt

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Johannes Seemüller

Mit einer grandiosen Flugeinlage hat VfB-Torwart Florian Müller seinem Team einen wichtigen Punkt beim 1. FC Köln gesichert. Der 24-Jährige überzeugt in dieser Saison durch beeindruckende Leistungen.

Es läuft die fünfte Minute der Nachspielzeit. Es steht 0:0. Gastgeber Köln drängt noch einmal auf den spielentscheidenden Treffer. Florian Kainz bringt einen Freistoß mit Schnitt vor das Tor des VfB Stuttgart. Der Ball fällt Jan Thielmann vor die Füße. Der zieht von der Strafraumkante volley ab. Ein Schuss wie ein Strich. Aber im VfB-Tor reckt sich Schlussmann Florian Müller Richtung Tordreieck und wischt den Ball mit seiner rechten Hand über die Latte. Was für eine Parade. Was für eine Glanztat des Torhüters.

Kölns Trainer Steffen Baumgart schlägt an der Seitenlinie ungläubig beide Hände vor's Gesicht; der auf die Tribüne verbannte VfB-Coach Pellegrino Matarazzo atmet erleichtert durch - und Atakan Karazor rennt brüllend auf VfB-Teamkollege Müller zu und feiert ihn begeistert.

Bescheiden nach Topleistung

"Ich habe Glück gehabt, dass rechtzeitig eine Lücke entstanden ist und ich den Ball gesehen habe", gab sich Müller später am SWR-Mikrofon bescheiden. "Ich habe mich abgedrückt und bin froh, dass ich ihn erwischt habe." Wenige Sekunden nach seiner irren Parade ist das Spiel beendet. Der 24-jährige Torwart hat dem VfB Stuttgart einen wichtigen Punkt gerettet.

"Das macht einen tollen Keeper aus", sagte Trainer Pellegrino Matarazzo nach Spielende. "Auch wenn er in einem Spiel wenig zu tun hat, dann ist er da, wenn er da sein muss. Flo hat ihn super aus dem Winkel gefischt."

Müller: "Dieses 0:0 tut weh"

Dieses 0:0 des VfB bei den Rheinländern war alles andere als eine trostlose Nullnummer. In dem Spiel war mächtig Musik drin - nicht nur wegen der Roten Karte für VfB-Neuzugang Luca Pfeiffer oder wegen des Tribünengastspiels von Coach Pellegrino Matarazzo. Der VfB Stuttgart hatte den Gegner vor allem in den ersten 30 Minuten im Griff, allein Silas hatte mehrere Male die Führung auf dem Fuß. "Wir haben da ein überragendes Spiel gemacht", sagt Müller. "Köln war komplett hinten drin, und wir hätten ein oder zwei Tore machen müssen."

Trotz des Platzverweises für Luca Pfeiffer (56.) ließ der VfB auch in Unterzahl in der zweiten Halbzeit wenig zu. Lediglich der Schuss von Thielmann brachte noch einmal Gefahr für das VfB-Tor. Aber da gab es ja noch Florian Müller, den bärenstarken Mann im Tor. Der wusste nach dem Abpfiff nicht wirklich, ob er sich über das Remis ärgern oder freuen sollte. Entschied sich dann doch für's Ärgern. "Nach den vielen Chancen tut es weh, dass wir nur unentschieden gespielt haben."

Leistungsaufschwung von Florian Müller

Mit seinem Auftritt von Köln bestätigte der Keeper seine herausragenden Darbietungen in dieser noch jungen Bundesligasaison. In einem Interview hatte Müller kürzlich gesagt, dass er im Gegensatz zu seiner ersten Saison beim VfB in diesem Jahr die komplette Vorbereitung mitgemacht habe. So erkläre er sich selbst seinen derzeitigen Leistungsaufschwung.

Spätestens seit seiner spektakulären Flugshow von Köln steht fest: Florian Müller ist aktuell einer der besten Bundesliga-Torhüter.

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