Stuttgarts Sasa Kalajdzic (M) jubelt mit den Fans nach Spielende über den Klassenerhalt. (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture-alliance / dpa, Picture Alliance)

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"Ende gut, alles gut": Ekstase beim VfB Stuttgart nach Klassenerhalt

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Der VfB Stuttgart schlägt den 1. FC Köln und schafft in letzter Sekunde den Klassenerhalt. Beim Trainer, bei den Spielern und den Fans brechen alle Dämme.

"Es gibt keine Worte, die diesen Moment beschreiben können", sagte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo nach dem 2:1-Sieg gegen Köln. Er sei platt, er sei leer, aber: "Ich kriege es schon hin, ein bisschen zu tanzen, ein Bierchen zu trinken, meine Frau zu umarmen und mit den Jungs zu feiern."

Wenige Minuten zuvor war es aus Matarazzo herausgebrochen. Wataru Endo hatte den VfB zum Klassenerhalt geköpft und den Trainer hielt es nicht mehr in seiner Coaching-Zone. Er sprintete seinen Spielern entgegen, umschlang sie, ließ sich mit ihnen jubelnd auf den Rasen in der Stuttgarter Arena fallen. "Es war ein absolutes Willenstor, ein total schöner Moment für alle im Team und im Stadion", beschrieb Matarazzo diese Szene. Als die Partie kurz darauf vorbei war, stürmten die VfB-Fans den Platz. Erst eine Stunde nach dem Abpfiff kehrten sie zurück auf die Tribüne. Anschließend zeigte sich noch einmal die Mannschaft und wurde minutenlang gefeiert.

Kalajdzic traf zum 1:0, Modeste glich aus

Schon Sasa Kalajdzic ließ den VfB mit seinem Kopfball zur 1:0-Führung hoffen (12.), nachdem er Sekunden zuvor einen Strafstoß verschossen hatte. Torjäger Anthony Modeste glich zwar nach einer Stunde aus. Er profitierte davon, dass Keeper Müller eine Flanke nicht festhielt. Dann war aber noch Endo zur Stelle. "Es ist unglaublich. Ich breche innerlich gerade zusammen", sagte Kalajdzic. "Danke an die Fans. Wir wissen, dass wir viele Fehler gemacht haben und Pech hatten in dieser Saison. Aber wir haben ein Happy End."

VfB-Torhüter Florian Müller: "Da fällt so viel Last von einem ab"

"Filmreif" sei die dramatische Partie gewesen, sagte VfB-Keeper Florian Müller. "Als eingeblendet wurde, dass Dortmund den Ausgleich gemacht hat, dann geführt hat: Das Stadion ist explodiert, das war nochmal ein ganz anderes Level." Für Müller hätte es ein besonders bitterer Nachmittag werden können, nachdem er beim Ausgleich der Kölner gepatzt hatte. "Ganz ehrlich, ist im Endeffekt scheiß egal." Kurz vor Endos Siegtreffer war Müller dann sogar mit in den Strafraum der Gäste gekommen, um den Ball irgendwie ins Tor zu bringen. "Dann ist ja alles eskaliert. Ich glaube, das sind Gefühle, die kann man gar nicht beschreiben. Da fällt so viel Last von einem ab. Es ist einfach nur geil."

Sven Mislintat nach dem VfB-Sieg: "Geballte Ladung Emotion"

Auch bei VfB-Sportdirektor Sven Mislintat gab es nach dem Siegtreffer und dem Schlusspfiff kein Halten mehr. "Der kleine Dicke ist noch einigermaßen fit im Sprint", sagte er später schmunzelnd über seinen schnellen Antritt. "Volle Emotionen raus." Außerdem bedankte er sich bei Borussia Dortmund, seinem ehemaligen Arbeitgeber, der mit dem 2:1 gegen Hertha BSC den Klassenerhalt des VfB überhaupt erst möglich gemacht hat.

Dass der VfB Köln geschlagen und damit tatsächlich noch die Rettung geschafft hat, sei "ein Sieg einer Mannschaft, einer Gruppe, da möchte ich das gesamte Stadion mitreinnehmen. Es ist ein Sieg von Spirit, von Zusammenhalt und von Gruppendynamik". Es habe ihm viel Spaß gemacht, dass der VfB in dieser Saison anders als in vergangenen Spielzeiten bei sich geblieben sei, nicht in sich zusammengefallen sei, sondern immer zusammengehalten habe. "Es ist ein bisschen Karma, dass es funktioniert hat." Jetzt solle eine "intensive" Party folgen.

VfB-Stürmer Sasa Kalajdzic (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)
Der Wahnsinn beginnt in der 12. Minute: VfB-Stürmer Sasa Kalajdzic verschießt einen Elfmeter. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Den darauffolgenden Eckball köpft er ins Tor. 1:0. In der Stuttgarter Arena wächst der Glaube an den Klassenerhalt. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Nach einer knappen Stunde (59.) dämpft Kölns Anthony Modeste mit seinem Ausgleich die Euphorie. VfB-Keeper Florian Müller hatte den Ball zuvor nicht festhalten können. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Die Fans glauben weiterhin an den Klassenerhalt. Als verkündet wird, dass Hertha BSC zurückliegt, "explodiert das Stadion", wie Florian Müller hinterher beschreiben wird. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Dann, es läuft bereits die Nachspielzeit, köpft Kapitän Wataru Endo den Siegtreffer und damit alle, die es mit dem VfB halten, ins Glück. Imago Images / Pressefoto Baumann Bild in Detailansicht öffnen
Im Stadion brechen alle Dämme. Trainer Pellegrino Matarazzo sprintet seinen Spielern entgegen, umschlingt sie. Er sagt später: "Es gibt keine Worte, die diesen Moment beschreiben können." Imago Images / Pressefoto Baumann Bild in Detailansicht öffnen
Der Moment der Erlösung: Wenige Minuten nach Endos Siegtreffer ist Schluss. Der VfB schafft den Klassenerhalt. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Wie Matarazzo stürmt auch VfB-Sportdirektor Sven Mislintat auf das Spielfeld: "Der kleine Dicke ist noch einigermaßen fit im Sprint", beschreibt er schmunzelnd seinen schnellen Antritt. Imago Images / Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
"Da fällt so viel Last von einem ab", erklärt Florian Müller. Für ihn hätte es wegen seines Patzers ein ganz bitter Nachmittag werden können. Beim Siegtreffer war er im Kölner Strafraum, um irgendwie mitzuhelfen, den Ball ins Tor zu bringen. Imago Images / Langer Bild in Detailansicht öffnen
Nach Spielende stürmen die VfB-Fans den Rasen und feiern mit ihren Helden. Imago images / Langer Bild in Detailansicht öffnen
Einige sichern sich ein Andenken an diesen spektakulären letzten Spieltag. IMAGO / Pressefoto Baumann Bild in Detailansicht öffnen
Erst eine Stunde nach dem Abpfiff kehren sie zurück auf die Tribüne. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Er sei leer, er sei platt, sagt Matarazzo. "Aber ich kriege es schon hin, ein bisschen zu tanzen, ein Bierchen zu trinken, meine Frau zu umarmen und mit den Jungs zu feiern." IMAGO / Pressefoto Baumann Bild in Detailansicht öffnen
Freudentränen oder Tränen des Abschieds? VfB-Stürmer Sasa Kalajdzic bedankt sich bei den Fans. Der FC Bayern München soll an ihm interessiert sein. Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen
Sven Mislintat fasst zusammen: "Das war ein Sieg einer Mannschaft, einer Gruppe, da möchte ich das gesamte Stadion mitreinnehmen. Es ist ein Sieg von Spirit, von Zusammenhalt und von Gruppendynamik." Picture Alliance Bild in Detailansicht öffnen

VfB-Kapitän Endo erschöpft, aber glücklich

Wie lange diese Party gehen werde, wusste VfB-Kapitän und Torschütze Wataru Endo nach dem Spiel noch nicht. Er war erschöpft. "Es war eine lange Saison", sagte er auf Englisch. Und ergänzte dann auf Deutsch den Satz, der die Spielzeit des VfB und die Gemütslage von Spielern, Trainern, Verantwortlichen und Fans zusammenfasst: "Ende gut, alles gut."

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