Serhou Guirassy feiert Arm in Arm mit Enzo Millot, Lilian Egloff, und Juan Jose Perea. Mit seinem Tor in der Nachspiel hat er dem VfB Stuttgart einen Punkt beim FC Bayern gerettet. (Foto: IMAGO, IMAGO / Michael Weber)

Fußball | Bundesliga

VfB Stuttgart feiert gegen die Bayern seine neue Resilienz

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Der VfB Stuttgart hat sich einen Punkt beim FC Bayern München erkämpft. Doch Trainer Pellegrino Matarazzo freut sich vor allem über eine neue Eigenschaft seines Teams.

Der Schlusspunkt in der Nachspielzeit - und was für einer. Ohne Nerven aber mit sehr viel Speed hämmerte Neuzugang Serhou Guirassy den Ball zum 2:2 in die Maschen. "Ich war ziemlich zuversichtlich. Darum habe ich mir den Ball geschnappt, ich habe mich für eine Seite entschieden und einfach alles reingelegt", sagte der Torschütze im Interview mit SWR Sport.

Zweimal ist der VfB Stuttgart beim FC Bayern München zurückgekommen: "Wir haben in den letzten Wochen und Monaten gelernt, wie man mit Widerständen umgeht", resümierte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo. "Wir bleiben fokussiert und wir glauben an unsere Stärken. Das haben wir heute wieder gut gesehen. Wir sind nicht eingeknickt und haben weiter als Einheit agiert."

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Stuttgart überraschend selbstbewusst in München

In der Tat war es ein sehr selbstbewusster Auftritt des VfB Stuttgart, der die Bayern mit einer stabilen Defensive immer wieder vor große Aufgaben stellte. "Ich denke, wir sind von der ersten Minute sehr gut im Spiel gewesen. Wir standen als Team defensiv vor allem sehr gut. Natürlich sehr bitteres 1:0. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir uns null aufgegeben und waren immer drin im Spiel", sagte Torschütze Chris Führich. "Wir sind drangeblieben. Am Ende nehmen wir auf jeden Fall verdient einen Punkt mit."

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Diskussionen um Führichs zarten Zupfer

Der Gegentreffer von Mathys Tel (36.) fiel in einer Phase, als der VfB Stuttgart dann doch ein wenig ins Schwimmen geraten ist: "Wir hatten nach den Balleroberungen sofort wieder Ballverluste. Und das tut sehr weh, besonders gegen die Bayern. Die sind auch eine gute Gegenpressing-Mannschaft und schalten sofort wieder um", sagte Matarazzo. "Zwischen der 30 und 45 Minute war es nicht so schön."

Der Ausgleich hätte durchaus schon früher fallen können. Doch vor dem vermeintlichen 1:1 hat Führich Bayern-Verteidiger Joshua Kimmich vor seiner Balleroberung im Strafraum und dem anschließenden Querpass auf Guirassy zart am Ärmel gezupft. Der ehemalige Stuttgarter ließ sich theatralisch fallen. Nach dem Videobeweis nahm Schiedsrichter Christian Dingert den Treffer zurück (51.). "Ich glaube nicht, dass man das abpfeifen muss", meinte Führich. "Aber der Schiedsrichter hat das so entschieden." Kurz danach traf Führich selbst, diesmal gab es an dem Ausgleich nichts zu rütteln (57.).

Der VfB Stuttgart kämpft sich erneut zurück

Die Freude währte jedoch nur kurz. Denn nur drei Minuten später musste der VfB Stuttgart den zweiten Gegentreffer durch Jamal Musiala verkraften (60.). Die Bayern drängten anschließend auf die Entscheidung. Und es war Keeper Florian Müller, der seine Mannschaft mit guten Paraden immer wieder im Spiel hielt.

Zum Ende hin konnten sich die Schwaben erneut auf ihre hart erarbeitete Resilienz verlassen. Im ersten Versuch knallte Guirassy den Ball noch an die Latte (74.). In der Nachspielzeit zielte er vom Elfmeterpunkt noch etwas genauer und krönte die stabile Stuttgarter Leistung mit einem Punktgewinn. "Wir nehmen auf jeden Fall ein gutes Gefühl jetzt mit in die nächste Woche", sagte Führich. "Wir müssen weiter hart arbeiten und auf die nächsten Spiele gucken. Die werden auch wichtig." Im nächsten bekommt es der VfB Stuttgart am Samstag (17.09., 15:30 Uhr) mit dem aktuellen Europa-League-Sieger und Champions-League-Teilnehmer Eintracht Frankfurt zu tun.

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SWR

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