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Die internen Querelen beim VfB Stuttgart stürzen den Verein immer heftiger in die Krise. Und es zeichnen sich erste personelle Konsequenzen ab. Mediendirektor Oliver Schraft, im vergangenen Sommer zunächst ins zweite Glied zurückbeordert, weil die Zahl der Direktoren begrenzt werden sollte, wird jetzt offenbar abgelöst.

Als sein Nachfolger wird Tobias Kaufmann, vormals 1. FC Köln, gehandelt. Diese Personalmeldung könnte der Auftakt zu einer ganzen Kaskade sich abzeichnender personeller Wechsel im Verein sein. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ listet das im Einzelnen auf. Dem Blatt liegt nach eigener Aussage der Abschlussbericht der Kanzlei Esecon vor, die mit der Aufarbeitung der sogenannten Daten-Affäre beschäftigt war. Der lege nicht nur desaströse Zustände im Verein offen, so das Blatt. Sondern er benenne auch weitere Funktionäre, die jetzt nicht mehr tragbar seien.

Demnach sollen Mitarbeiter des Vereines Daten von Tausenden von Mitgliedern weitergegeben haben – zum sogenannten  "Guerilla-Marketing", wie die Maßnahme auch intern offensichtlich bezeichnet worden sein soll. Das Ziel: die Mitglieder von den Vorzügen der damals geplanten Ausgliederung zu überzeugen, die schließlich auch erfolgreich umgesetzt wurde. Oliver Schraft, der jetzt allem Anschein nach sein Amt als Medienchef endgültig abgeben muss, wird vom Spiegel als einer derjenigen Mitarbeiter gehandelt, die an dieser Datenaffäre maßgeblich beteiligt gewesen sein sollen.

Ausgliederung anfechtbar?

Der Spiegel zitiert weiter die Kölner Kanzlei Seitz, die vom VfB Präsidium mit der juristischen Bewertung des Esecon-Berichtes beschäftigt sei. Demzufolge sei das mutmaßliche "Guerilla-Marketing" "vereinsrechtlich rechtswidrig", es habe »auf die arglistige Täuschung der Mitglieder« abgezielt. Die Stimmabgabe bei der Mitgliederversammlung 2017, bei der die Ausgliederung beschlossen wurde, wäre "anfechtbar". Und eine Weitergabe von Mitgliederdaten sei "datenschutzrechtlich unzulässig" gewesen. Für die verantwortlichen Personen im Verein könnten »dienst- und vereinsrechtliche Konsequenzen« folgen.

Die Kölner Anwälte stellen auch dar, welche Optionen für den VfB jetzt im Raum stehen. Im Fall des Präsidiumsmitgliedes Rainer Mutschler, der in den letzten Wochen laut Esecon die Aufklärungsarbeit wiederholt verzögert haben soll, sei dies die Abberufung von seinem Posten sowie gegebenenfalls ein Vereinsausschluss. Auch für die involvierten Vorstände Jochen Röttgermann und Stefan Heim diskutieren die juristischen  Experten der Kanzlei die Möglichkeit einer Abberufung.

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Offizielle Einladung zur Mitgliederversammlung steht aus

Derweil ist nach wie vor nicht eindeutig geklärt, wann es zur avisierten Wahl des Vereinspräsidenten kommen wird. Der derzeitige Präsident Claus Vogt favorisiert einen Termin im Frühsommer. Seine beiden Präsidiumskollegen Rainer Mutschler und Bernd Gaiser dagegen haben Vogt zuletzt überstimmt und sich für den 28. März als Termin entschieden. Allerdings steht die offizielle Einladung des Vereines an seine Mitglieder für diesen Termin derzeit noch aus.

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