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Die Datenaffäre beim VfB Stuttgart steht kurz vor der Aufklärung. Nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" haben Vorstand und Teile des Präsidiums die Aufklärung allerdings erheblich behindert.

Der Machtkampf beim Verein für Bewegungsspiele geht in die nächste Runde. Im Mittelpunkt steht die angebliche Datenweitergabe von Mitgliedern an Dritte in den Jahren 2016 bis 2018.

Seit knapp vier Monaten laufen die Untersuchungen beim VfB Stuttgart. Präsident Claus Vogt beauftragte die Berliner Kanzlei  Esecon und forderte die "lückenlose Aufklärung". Die "Stuttgarter Zeitung" hat nun offenbar Zwischenberichte der Kanzlei eingesehen.

Vorwürfe gegen den VfB verfestigen sich

Es gebe "umfangreiche Anhaltspunkte dafür, dass die Vorwürfe zutreffend sind", so heißt es in einem Zwischenbericht. Der VfB soll in großem Ausmaß Mitgliederdaten an Dritte weitergegeben haben.

"Es ist davon auszugehen, dass der Verein in Vorbereitung auf die Mitgliederversammlung zur Ausgliederung zu Mitteln gegriffen hat, die im Sinne von Transparenz und Ehtik sicherlich durch die Mitglieder beanstandet werden können."

Indizien für mangelnde Kooperationsbereitschaft

Die Suche nach den Schuldigen scheint weitaus schwerer zu sein. Der Verdacht liegt nahe, dass den Ermittlern mehr Schweigen als Informationen entgegen gebracht wurden. Die Berliner Ermittler gehen von einer "eingeschränkten Verwertbarkeit, sowie eingeschränkter Glaubwürdigkeit" aus, da "anerkannte Mindestanforderungen" nicht gewährleistet seien.

Esecon berichtet danach auch über Beispiele der Behinderung der Ermittlungen. "Der Vorstand der AG sowie Teile des Präsidiums hätten versucht, gegen den erklärten Willen des Präsidenten, das juristische Mandat der die Vorwürfe untersuchenden Rechtsanwaltsgesellschaft zu beenden".

Außerdem seien angeforderte "erweiterte Entbindungen für Schlüsselauskunftspersonen" verweigert worden.

Welche Rolle spielt Hitzlsperger?

Auch Vorstandschef Thomas Hitzlsperger soll Einfluss genommen haben. Aus dem Esecon-Zwischenbericht geht hervor, dass er es abgelehnt haben soll, "sämtliche IT-Zugänge der vom 'Kicker' beschuldigten Mitarbeiter Oliver Schraft (Kommunikationschef) und Uwe Fischer (Marketingleiter) temporär zu deaktivieren, um Manipulationen nachweisbar auszuschließen".

Der Abschlussbericht der Berliner Kanzlei wird Anfang Februar erwartet. Der VfB kommt also nicht zur Ruhe, im Gegenteil.

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