Gonzalo Castro  (Foto: imago images, Imago)

Fußball | Bundesliga

Gonzalo Castro: "Ich hätte gerne noch ein Jahr für den VfB gespielt"

STAND
INTERVIEW

Drei Jahre spielte Gonzalo Castro für den VfB Stuttgart. Im Sommer wurde der Vertrag des Kapitäns nicht mehr verlängert. Vor dem Spiel der Stuttgarter am Sonntag (15:30 Uhr) gegen seinen Heimatverein Bayer Leverkusen hat der momentan vereinslose 34-Jährige exklusiv mit SWR Sport gesprochen.

SWR Sport: Gonzalo Castro, wo erreichen wir Sie gerade am Telefon, verbunden natürlich mit der Frage: Wie geht es Ihnen?

Gonzalo Castro: Mir geht es gut, entspannt. Ich bin gerade in Spanien, halte mich hier mit einigen Trainern fit und mache nebenbei noch ein bisschen Urlaub. Meine Fitness ist gut. Mal sehen, wie lange ich laufen kann, wenn es darauf ankommt.

Aktuell sind Sie noch vereinslos, wie sind die weiteren Perspektiven?

Castro: Es war von vorneherein klar, dass es sich eine Weile ziehen kann, bis ich einen neuen Verein habe. Wir hoffen, dass in nächster Zeit noch etwas Passendes kommt, was mir Spaß macht und was auch dem Verein Spaß macht. Ich bin ja nicht abhängig vom Transferfenster.

Was würde Ihnen denn Spass machen?

Castro: Da gibt es vieles, das kann man nicht so pauschal sagen. Spanien ist natürlich sehr interessant, aber ich habe keinen Favoriten. Ich höre mir gerne alles an und lasse mir Einblicke geben.

Wie schwierig ist es denn, mit 34 Jahren im Profi-Fußball eine neue Herausforderung zu finden?

Castro: Es ist schwer, natürlich. Da hängt auch eine Familie dran. Die Kleine kommt in den Kindergarten, da muss man nach Plätzen schauen. Es ist nicht so einfach wie mit 22. Die Perspektive ist jetzt natürlich anders als vor ein paar Jahren.

Ist Aufhören kein Thema?

Castro: Nein, noch nicht. Ich möchte gerne noch ein, zwei Jahre spielen. Ich bin auch noch fit. Aufhören will ich noch nicht.

Sie waren drei Jahre beim VfB Stuttgart, eine intensive Zeit mit Abstieg und Aufstieg, waren zuletzt auch Kapitän. Was ist hängengeblieben aus der Zeit in Stuttgart?

Castro: Sehr viel Positives. Natürlich war das erste Jahr nicht so prickelnd, mit den Ambitionen die wir hatten. Aber wir haben es dann gut gemacht mit dem Wiederaufstieg direkt im ersten Jahr, sind sofort wieder aufgestiegen. Das ist nicht so einfach. Das sieht man jetzt in Hamburg, die immer noch zu kämpfen haben. Darauf sind und waren wir sehr stolz. Ich habe sehr viele Menschen kennengelernt, sehr viele Mitspieler, mit denen ich noch sehr viel Kontakt habe. Und dann das erste Jahr wieder in der Bundesliga, wir haben für viele überraschend gut gespielt und hatten früh nichts mehr mit dem Abstieg zu tun.

Sie waren als Kapitän mitverantwortlich für die gute letzte Saison. Wie weh tut es noch immer, dass Ihr Vertrag beim VfB Stuttgart nach der letzten Saison nicht verlängert wurde?

Castro: Ich bin kein nachtragender Mensch, aber klar hätte ich mir noch ein Jahr in Stuttgart gewünscht. Der Verein hatte aber andere Pläne, auch wegen der Pandemie. Da kamen andere Strukturen rein, sie mussten anders handeln. Ich bin keinem böse. Ich hätte gerne noch ein Jahr für den VfB gespielt. So ist halt der Fußball. Ich wünsche dem VfB in jedem Fall alles Gute für die Saison und für die Zukunft.

Gonzalo Castro 2004 bei Bayer Leverkusen (Foto: imago images, Imago)
Gonzalo Castro 2004 bei Bayer Leverkusen Imago

Am Sonntag das Spiel des VfB Stuttgart gegen Bayer Leverkusen, wo Sie 16 Jahre gespielt haben. Wie schlägt das vielzitierte Doppelherz in Ihrer Brust?

Castro: Ich kann es mir genüsslich und ruhig anschauen. Ich muss ja für keinen der beiden Vereine auflaufen. Klar, schlagen da zwei Herzen in der Brust. Aber ich kann mir das jetzt gemütlich vor dem Fernseher angucken.

Seit elf Jahren hat der VfB nicht mehr zu Hause gegen die Werkself gewonnen. Leverkusen ist eine Art Angstgegner. Was erwarten Sie am Sonntag?

Leverkusen hat erst Europa League gespielt (2:1 gegen Ferencváros), jetzt kommen die intensiven Wochen. Es wird spannend. Beide Teams spielen nach vorne. Ich glaube, die Zuschauer können sich auf ein offensives Spektakel freuen.

Stuttgart

Fußball | Bundesliga Trotz Hitzlsperger-Hammer und Anton-Ausfall: VfB bleibt "unbeirrt"

Trainer Pellegrino Matarazzo bedauert den Abschied von Vorstandschef Thomas Hitzlsperger vom VfB Stuttgart, doch von seinem Weg will er sich dadurch nicht abbringen lassen.  mehr...

Wie sehen Sie die Zukunft der jungen Stuttgarter Mannschaft?

Das Talent haben sie in jedem Fall, sie haben sehr viele gute Junge. Mit den Einkäufen ist man für die Zukunft gut gewappnet. Silas Katompa Mvumpa und Saša Kalajdžić kommen bald wieder zurück. Wenn sie die Liga durchhalten und sich nicht von Schwierigkeiten beeinflussen lassen, dann haben sie eine große Zukunft vor sich.

Mehr zum VfB Stuttgart

Stuttgart

Fußball | Bundesliga Trotz Hitzlsperger-Hammer und Anton-Ausfall: VfB bleibt "unbeirrt"

Trainer Pellegrino Matarazzo bedauert den Abschied von Vorstandschef Thomas Hitzlsperger vom VfB Stuttgart, doch von seinem Weg will er sich dadurch nicht abbringen lassen.  mehr...

Stuttgart

Fußball | Bundesliga VfB-Fans nach Hitzlspergers Entscheidung: "Fahren wir den Karren wieder selbst vor die Wand?"

Bis vor kurzem dachten die Anhänger des VfB Stuttgart, dass sich die Wogen hinter den Kulissen ihres Vereins geglättet hätten. Doch nun gab der Vorstandsvorsitzende Thomas Hitzlsperger bekannt, seinen Vertrag im Oktober 2022 nicht verlängern zu wollen. SWR Sport mit den Reaktionen der Fans.  mehr...

Stuttgart

Fußball | Bundesliga Thomas Hitzlsperger verlässt den VfB Stuttgart im Herbst 2022

Thomas Hitzlsperger, Vorstandsvorsitzender des VfB Stuttgart, hat dem Aufsichtsrat der VfB Stuttgart 1893 AG mitgeteilt, dass er seinen im Herbst 2022 auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Das gab der Verein am Mittwoch bekannt.  mehr...

Meistgeklickt

Mannheim

Fußball | Hintergrund Neue Erkenntnisse zum Corona-Chaos bei Waldhof Mannheim

Erst einer, dann zwei, drei und mehr: Bei Waldhof Mannheim ist in der vergangenen Woche das Corona-Chaos ausgebrochen. Nachdem das Spiel gegen 1860 München aufgrund einer zu hohen Zahl an Ausfällen abgesagt werden musste, laufen derweil die Testungen auf Hochtouren. Und nicht nur das: Auch die Ermittlungen über den Ursprung des Ausbruchs sind in vollem Gange. Es gibt neue Erkenntnisse.  mehr...

Kaiserslautern

Fußball | 3. Liga FCK Profi Mike Wunderlich - "Der Fußball braucht Typen, die auch mal anecken!"

Auch an seinen Leistungen lässt sich erkennen, dass die Formkurve beim FCK deutlich nach oben zeigt. Routinier Mike Wunderlich gehört zu den absoluten Führungsspielern beim FCK. Im SWR Sport Podcast "Nur der FCK" spricht er über den Lauf der Roten Teufel.  mehr...

Stuttgart

Vor VfB Stuttgart gegen Union Berlin Christian Gentner: "Ich werde dem VfB mein Leben lang die Daumen drücken"

Am Sonntag (17:30 Uhr) empfängt der VfB Stuttgart in der Bundesliga Union Berlin. Christian Gentner hat für beide Vereine gespielt und kennt die Klubs gut. SWR Sport hat exklusiv mit dem 36-Jährigen gesprochen.  mehr...

STAND
INTERVIEW