Naouirou Ahamada vom VfB Stuttgart (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | Bundesliga

Ahamada, Bischof und Co: Diese Youngsters könnten den Durchbruch schaffen

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Johannes Holbein

Sie sind jung, sie sind talentiert und sie haben die Qualität, sich in der kommenden Bundesliga-Saison in ihren Klubs in den Vordergrund zu spielen. Diese Youngsters aus dem Südwesten könnten durchstarten.

VfB Stuttgart: Naouirou Ahamada strahlt in der Vorbereitung

Naouirou Ahamada bewegt sich mit langen Schritten durchs Mittelfeld, den Ball hat er eng am Fuß. Sein Antritt ist elegant und gleichzeitig kraftvoll. Der 20-Jährige, der 2020 von Juventus Turin zum VfB Stuttgart wechselte, gewinnt auf diese Art und Weise Raum und lässt nicht selten mehrere Gegenspieler stehen. Das hat er in der Vorbereitung, in der er einer der auffälligsten Spieler war, gezeigt. Und auch im DFB-Pokalspiel bei Dynamo Dresden hat Ahamada auf sich aufmerksam gemacht. Manchmal, daran muss er arbeiten, ist sein Spiel zu risikoreich, wenn er etwa am eigenen Strafraum versucht, ins Dribbling zu gehen. Manchmal wirkte er in der Vergangenheit zu ungestüm, zu leichtsinnig, vielleicht zu naiv. In der zurückliegenden Saison wurde er in der Bundesliga drei Mal eingewechselt. Mittlerweile allerdings ist Ahamada gereift und fit. Wenn es ihm gelingt, seine Leistung aus der Vorbereitung abzurufen, ist der 1,83 Meter große Zentrumsspieler mit seiner Technik, seiner Ausdauer und seiner Wucht im Mittelfeld des VfB Stuttgart neben Kapitän Wataru Endo mehr als eine Alternative. Er könnte das Spiel des Japaners perfekt ergänzen und Orel Mangala, der zu Nottingham Forest gewechselt ist, und Atakan Karazor, der nach seiner Untersuchungshaft noch nicht fit ist, ersetzen.

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Aber Ahamada ist nicht der einzige junge und talentierte Mittelfeldspieler beim VfB, der in der kommenden Saison den Durchbruch schaffen könnte. Auch Lilian Egloff und Enzo Millot haben ihre Qualitäten in der Vorbereitung bewiesen. Egloff, 19 ist seit 2012 beim VfB, wurde schrittweise an die erste Mannschaft herangeführt, für die er 2020 in der 2. Bundesliga debütierte. Verletzungen warfen ihn zurück. Nun ist er fit und hat an Muskeln hinzugewonnen. Gereift ist auch Enzo Millot, 20, der vor einem Jahr von der AS Monaco kam. Beide sind technisch stark, leichtfüßig, haben eine gute Übersicht und die Fähigkeit, sich aus engen Räumen mit dem Ball zu befreien, um dann einen überraschenden Pass zu spielen. Millot kann darüber hinaus mit seinem starken linken Fuß eine weitere Qualität ins Stuttgarter Spiel einbringen. Beide könnten neben Endo zum Einsatz kommen, aber auch offensiver eine Alternative sein.

TSG Hoffenheim: Toptalent Tom Bischof will seinen Trainer überzeugen

Tom Bischof ist neben Paul Wanner vom FC Bayern München wohl das größte deutsche Talent seiner Generation. Der Linksfuß, der im offensiven Mittelfeld spielt, ist schnell, kreativ, torgefährlich, dynamisch, hat ein gutes Auge und den nötigen Ehrgeiz, sich in Zukunft bei der TSG 1899 Hoffenheim durchzusetzen. Als Sechsjähriger lief Bischof erstmals für das Kinderperspektivteam der TSG Hoffenheim auf, spielte aber zunächst weiterhin für seinen Heimatverein TSV Amorbach. Danach durchlief der Mittelfeldspieler sämtliche Jugendteams in Hoffenheim. Seit der Vorbereitung zur vergangenen Saison zählt Bischof zum Kader der Profi-Mannschaft. Am 19. März 2022, mit 16 Jahren und 264 Tagen, feierte er sein Bundesliga-Debüt im Olympiastadion gegen Hertha BSC. Damit ist er der drittjüngste Bundesliga-Spieler der Geschichte und der jüngste Hoffenheimer in der höchsten deutschen Spielklasse überhaupt. Anfang des Jahres wurde sein Vertrag bis 2025 verlängert.

Bischof ist mit seinen 17 Jahren sehr jung, allerdings haben Spieler wie Kai Havertz und Florian Wirtz bereits gezeigt, dass es auch in diesem Alter möglich ist, die Bundesliga aufzumischen. Im DFB-Pokal gegen den SV Rödinghausen hat Bischof 17 Minuten gespielt. Viele sagen ihm eine erfolgreiche Zukunft voraus, und an Selbstbewusstsein mangelt es Bischof nicht: Er will sich in der Bundesliga etablieren. Für die Startelf wird es erstmal nicht reichen, aber André Breitenreiter, der neue Trainer der TSG, schätzt Bischofs frechen Spielstil. Es ist also realistisch, dass das Toptalent in dieser Saison Chancen bekommt, sich in der Bundesliga zu zeigen.

FSV Mainz 05: Tauers Power

Dass Niklas Tauer, 21, die Fähigkeiten hat, Stammspieler beim FSV Mainz 05 zu sein, hat 05-Trainer Bo Svensson bereits im Juni formuliert, als Tauer seinen Vertrag verlängert hat. Svensson hat allerdings auch gefordert, dass sich der Defensivspieler mehr aufdrängen müsse. Tauer kam in der vergangenen Saison in elf Bundesliga-Partien zum Einsatz, vor allem als rechter Innenverteidiger. Sein Trainer sieht ihn in der Abwehrkette. Er spielt am liebsten im defensiven Mittelfeld oder auf der Position des Achters. Ins Gedächtnis der 05-Fans hat er sich vor allem durch eine legendäre Grätsche gegen RB Leipzig gebrannt. Die Mainzer hatten wegen Corona auf viele Spieler verzichten müssen und gewannen nach leidenschaftlichem Auftritt 1:0. Die Verantwortlichen bei Mainz loben Tauers Power und seine Mentalität, aber auch fußballerisch bringt Tauer viel mit.

Die Vorbereitung auf die aktuelle Saison lief allerdings nicht wie erhofft. Tauer hat fast das komplette Trainingslager wegen seiner Corona-Infektion verpasst. Zum Bundesliga-Start fehlt er wegen einer Zerrung. Aber er hat gelernt, mit Rückschlägen umzugehen. Als Elfjähriger wechselte er vom Mainzer Stadtteilklub SV Weisenau ins Nachwuchsleistungszentrum des FSV. Davor allerdings hatte er es bereits zwei Mal versucht - beide Male fiel er im Probetraining durch. Das hat ihn nicht abgehalten, es weiter zu versuchen. Gut möglich also, dass Tauer von den Abgängen von Moussa Niakathé (Nottingham Forest) und Jeremiah St. Juste (Sporting Lissabon) profitiert und sich mit dieser Haltung in der kommenden Saison durchsetzt.

SC Freiburg: Kevin Schade will nach seiner Verletzung durchstarten

Genau genommen hat Kevin Schade bereits in der vergangenen Saison den Durchbruch geschafft, schließlich stand er in 21 Bundesliga-Spielen auf dem Platz und hat sogar vier Tore erzielt. Dennoch: Schade ist mehr zuzutrauen. Das wissen auch Vereine aus anderen Ligen. Premier-League-Klub FC Brentford hat angeblich einen zweistelligen Millionenbetrag für Schade geboten. Freiburg hat das Interesse abgeblockt. Für den Angreifer, dessen Schnelligkeit Gegenspieler vor große Probleme stellt, geht es erstmal darum, fit zu werden. Anfang März zog er sich eine Bauchmuskelverletzung zu und musste operiert werden. Dadurch wurde seine rasante Entwicklung gebremst. Während sich das Team in der Vorbereitung einspielte, musste Schade mit Gymnastikbällen an seiner Gesundheit arbeiten. Sein Drang ist groß, möglichst schnell wieder in der Bundesliga zu spielen. Wenn er fit ist, ist er in der Lage, beim Sport-Club Stammspieler zu werden - und die Bundesliga aufzuwirbeln.

Neben Schade kann sich auch Kiliann Sildillia, 20, Hoffnung machen, eine wichtige Rolle im Freiburger Team einzunehmen. In der Vorbereitung hat er als Rechtsverteidiger gute Leistungen gezeigt. Seine Flanken waren präzise, defensiv spielte er abgeklärt. Außerdem ist er flexibel, kann als Innenverteidiger sowie auf beiden Außenverteidiger-Positionen eingesetzt werden. Im DFB-Pokal zeigte Sildillia nicht seinen besten Auftritt. Dennoch war Trainer Christian Streich mit ihm zufrieden. Da Lukas Kübler, der im Pokalspiel in Kaiserslautern mit muskulären Problemen ausgewechselt wurde und zum Liga-Auftakt wohl nicht dabei sein wird, ergibt sich für Sildillia die Chance, sich als Rechtsverteidiger zu beweisen.

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