Atakan Karazor ist zurück beim VfB Stuttgart. Der Mittelfeldspieler (links) wurde in der 90. Minute für den Torschützen Naouirou Ahamada (von rechts kommend) eingewechselt. (Foto: IMAGO, IMAGO / Hartenfelser)

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Nach U-Haft: Karazors Comeback beim VfB Stuttgart

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Michael Richmann

Atakan Karazor wurde gegen RB Leipzig in der 90. Minute eingewechselt. Es war sein Comeback beim VfB Stuttgart nach sechswöchiger Untersuchungshaft.

Atakan Karazor ist zurück. Nachdem der Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart sechs Wochen in Spanien in Untersuchungshaft saß, wurde er am Sonntag beim 1:1 gegen RB Leipzig in der 90. Minute eingewechselt. "Ich glaube, er hat sich gefreut, wieder auf dem Platz zu stehen. Und er freut sich auch bei der Mannschaft zu sein", sagte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo im Interview mit SWR Sport.

Karazor wurde Anfang Juni bei seinem Urlaub auf Ibiza verhaftet. Die spanische Justiz warf dem 25-Jährigen zunächst Vergewaltigung einer jungen Spanierin vor. Nach sechs Wochen ermittelten die Spanier wegen sexueller Nötigung. Ein weniger schwerwiegender Vorwurf, der es Karazor ermöglichte, das Gefängnis gegen 50.000 Euro Kaution zu verlassen, wie das Landgericht der Balearen am 21. Juli mitteilte. Wenige Tage später kehrte er nach Deutschland zurück - zunächst zu seiner Familie, dann zu seinem Arbeitgeber. Vergangenen Mittwoch ist Karazor wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Gegen RB Leipzig folgte das Comeback auf dem Spielfeld.

Für den VfB Stuttgart eine Frage der Fitness

Also alles wie immer? Nicht ganz. Die Vorwürfe stehen weiterhin im Raum. Karazor ist nur unter Auflagen frei: Er müsse für das Gericht, das den Freilassungsbeschluss gefasst hat, zur Verfügung bleiben und sich regelmäßig melden, hieß es in einer Mitteilung des VfB Stuttgart. Zudem dürfe er sich dem mutmaßlichen Opfer nicht nähern und mit ihm auch nicht kommunizieren.

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Ein komisches Gefühlt habe Matarazzo nicht gehabt. Der VfB-Trainer habe bei Karazors Einwechslung einzig nach sportlichen Gesichtspunkten entschieden: "Es ging nur um Fitness", sagte der 44-Jährige im Interview mit SWR Sport. "Seine Stimme tut gut. Deswegen war es mir wichtig, ihn im Kader zu haben." Zudem schätzt Matarazzo Karazors Defensiv-Qualitäten: "Deswegen kam er zum Schluss rein, weil wir auf die Doppelsechs umgestellt haben."

Doch Karazors Rückkehr in die Mannschaft scheint nicht nur dem Team gut getan zu haben: "Wir haben in den letzten beiden Tagen gesehen, wir er Tag für Tag immer mehr aufgegangen ist - auch in seiner Rolle im Team, dass er immer kommunikativer geworden ist und immer mehr geführt hat."

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