Silas Wamangituka schiebt zur 2:0-Führung des VfB Stuttgart bei Werder Bremen ein. (Foto: Imago, Sportfoto Rudel)

Fußball | Bundesliga

VfB-Angreifer Silas Wamangituka: Das sagt das Regelwerk

STAND
AUTOR/IN

Der VfB Stuttgart hat ein eher mäßiges Bundesligaspiel bei Werder Bremen mit 2:1 gewonnen. Für viel mehr Wirbel sorgte allerdings die Art und Weise, wie die 2:0-Führung des VfB durch Silas Wamangituka erzielt wurde.

Was sagt das Regelwerk?

War dieses 2:0 astrein erzielt? War es gar provokant? Oder war es schlicht und ergreifend unsportlich? Von allem vielleicht ein bisschen. Es fängt schon damit an, dass so ein Fall im Regelwerk des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nicht glasklar definiert ist. Wie so häufig im Fußball ist hier das Fingerspitzengefühl des Schiedsrichters gefragt.

Wie ist der Fall zu interpretieren?

Wie SWR Sport aus Schiedsrichter-Kreisen erfahren hat, hätte eine grobe Unsportlichkeit erkennbar sein müssen: Zum Beispiel den Ball mit dem Kopf über die Torlinie bugsieren, vorher noch jonglieren oder gar ein Tänzchen aufführen und so den Gegner der Lächerlichkeit preisgeben. Dann hätte Silas Wamangituka die gelbe Karte bekommen und das Tor hätte nicht gezählt.

Dieses Verzögern beim Abschluss reichte aber nicht, um als Unsportlichkeit gewertet zu werden. Klar ist aber auch: hätte der VfB-Stürmer den Ball ohne viel Tammtamm eingeschoben, dann gäbe es auch keine Diskussion.

Wofür hat Silas Wamangituka gelb gesehen?

Ungeklärt ist, wofür Silas Wamangituka von Schiedsrichter Frank Willenborg kurz nach dem Treffer die Gelbe Karte bekommen hat. Der VfB-Stürmer hat sich offensichtlich im anschließenden Streitgespräch mit dem Bremer Davie Selke nichts zu Schulden kommen lassen. Unsere Schiedsrichter-Experten vermuten, dass der Referee beiden die Gelbe Karte zeigte, um die Gesamtsituation auf dem Feld zu beruhigen. Also auch hier war wieder das Ermessen bzw. das Fingerspitzengefühl des Unparteiischen gefragt.

Wie beurteilt der Deutsche Fußball Bund diesen Fall?

Zur Torerzielung:
"Die Torerzielung war noch regelkonform, weil es sich lediglich um ein verzögertes Einschießen ins Tor handelte, das vergleichbar ist zum Beispiel mit einem Verhalten, wenn ein Spieler kurz vor Spielende mit dem Ball am Fuß langsam in Richtung Eckfahne läuft. Eine Unsportlichkeit hätte nur vorgelegen, wenn der Spieler sich zum Beispiel hingekniet hätte, um den Ball dann mit dem Kopf über die Linie zu bugsieren. Das wäre eine offensichtliche Verhöhnung und somit regeltechnisch ein respektloses Verhalten gegenüber dem Spiel. Dann wäre das Tor nicht regelkonform gewesen und hätte nicht gezählt. Eine Verwarnung wäre folgerichtig."

Zur gelben Karte für Silas Wamangituka:
"Nach dem Tor kommt ein Bremer Spieler angelaufen, um den Torschützen zur Rede zu stellen. Der Schiedsrichter bewertet dies als Provokation, die durch das Verhalten des Stuttgarter Spielers noch forciert wird. Dadurch kommt es zu einer kurzen „Rudelbildung“. Das als unsportliche Verhalten von beiden Spielern zu bewerten ist regelkonform."

Stuttgart

Fußball | Bundesliga Sven Mislintat: Vorwürfe an VfB-Stürmer Silas Wamangituka "maximal grenzwertig"

Sportdirektor Sven Mislintat vom VfB Stuttgart hat seinen in die Kritik geratenen Stürmer Silas Wamangituka vehement verteidigt.  mehr...

Stuttgart

Fußball | Bundesliga Wamangituka-Tor erhitzt Gemüter - VfB-Coach Matarazzo nimmt Angreifer in Schutz

Beim 2:1-Sieg des VfB Stuttgart in Bremen war Silas Wamangituka der Mann des Spiels. Der Angreifer schoss nicht nur beide Tore für die Schwaben, sein aufreizend lässiger zweiter Treffer ließ die Emotionen hochkochen und sorgte nach dem Spiel für Diskussionsstoff.  mehr...

Stuttgart

Fußball | Meinung Wamangitukas Aktion war unbedacht - und jetzt muss ein Haken dran

Beim 2:1-Auswärtssieg des VfB Stuttgart bei Werder Bremen sorgte Doppel-Torschütze Silas Wamangituka mit seinem zweiten Treffer für Diskussionsstoff, indem er diesen aufreizend lässig erzielte und seine Gegner damit aufbrachte. Eine Aktion, die sich der 21-Jährige hätte sparen können, findet SWR-Sportredakteur Johann Schicklinski.  mehr...

STAND
AUTOR/IN