Logo des VfB Stuttgart. (Foto: Imago, IMAGO / Eibner)

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Aufsichtsrat des VfB Stuttgart: Vorstände müssen gehen

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Wie der Aufsichtsrat der VfB Stuttgart 1893 AG mitteilt, hat er in einer außerordentlichen Sitzung am Samstag entschieden, den Vorstand für Marketing und Vertrieb sowie den Finanz-Vorstand mit sofortiger Wirkung abzuberufen.

Die Entscheidung folgte demnach einem einstimmigen Beschluss. Es geht dabei zum einen um Jochen Röttgermann, seit 2015 Vorstand Marketing und Vertrieb. Ebenfalls betroffen ist Stefan Heim, seit 2015 Vorstand für Finanzen, Verwaltung und Operations. Die Namen der beiden Funktionäre wurden in der Mitteilung nicht erwähnt. Über die Nachfolge werde der Aufsichtsrat "kurzfristig" beraten.

Rückendeckung für Hitzlsperger

Gleichzeitig hat der Aufsichtsrat Thomas Hitzlsperger den Rücken gestärkt. Dem Vorstandsvorsitzenden wurde "uneingeschränktes Vertrauen" ausgesprochen. Die Aufklärung der Datenschutzaffäre sei "rechtskonform" abgelaufen. Das gehe aus Untersuchungsberichten und Rechtsgutachten hervor, die dem Aufsichtsrat vorliegen. Und weiter heißt es in der Mitteilung: "Der Vorstandsvorsitzende der VfB Stuttgart 1893 AG wird weitere Personalentscheidungen schnellstmöglich unter Berücksichtigung der besonderen arbeitsrechtlichen Bedingungen für Mitarbeiter herbeiführen." Das heißt, dass demnächst wohl weitere personelle Konsequenzen gezogen werden sollen.

Droht die Rückabwicklung der Ausgliederung?

Seit Wochen brodelt es hinter den Kulissen des VfB Stuttgart. Gegen den Klub war wegen des Verdachts des Geheimnisverrats ein Bußgeldverfahren eröffnet worden. Am Freitag hatte das Präsidium gegen den Willen des Präsidenten Claus Vogt festgelegt, dass die Mitgliederversammlung am 28. März stattfinden soll. Hitzlsperger hatte Vogt Ende des vergangenen Jahres scharf kritisiert und eine Kampfkandidatur für die Präsidentschaft angekündigt. Später entschuldigte sich der Ex-Nationalspieler für seine Wortwahl und zog seine Kandidatur zurück.

Dazu steht die Frage im Raum, ob die Ausgliederung der Profiabteilung beim VfB Stuttgart rechtens war? Diese wurde am 1. Juni 2017 auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen. SWR-Sportreporter Stefan Kiss hat dazu mit dem renommierten Fachanwalt Marius Breucker (Handels- und Gesellschaftsrecht/Bank- und Kapitalmarktrecht) gesprochen. Was der Experte der Kanzlei Wüterich/Breucker sagt, gibt durchaus Anlass zur Sorge. Gleichzeitig wirft die Einschätzung des Stuttgarter Anwalts neue, brisante Fragen auf.

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So sei der Ausgliederungsbeschluss "nichtig", wenn ein schwerwiegender Mangel vorliege, sagt Breucker. "Wenn sich im Nachhinein herausstellen sollte, dass der Beschluss nichtig war, dann dürfte er auch von Amtswegen nicht mehr beachtet werden." Weiter sagt Breucker: "Das würde zum Beispiel in einem Fall bejaht, in dem ein Kandidat im Vorfeld einer Wahl Zugang zu Mitgliederdaten hatte und sein Konkurrent nicht, und deshalb ein Verstoß gegen die Chancengleichheit der anschließenden Wahl bejaht wurde."

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