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Im ersten Gruppenspiel der Nations League trennten sich Deutschland und Spanien 1:1-Unentschieden. Torschütze für die Nationalelf war der Ex-Stuttgarter Timo Werner. Im Interview spricht er über den späten Ausgleichstreffer und die Atmosphäre in einem leeren Stadion.

Nach 289 Tagen Pause bestritt die deutsche Nationalmannschaft am Donnerstagabend wieder ein Länderspiel. Im ersten Gruppenspiel der Nations League ging es für die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw vor gewohnt leeren Rängen in der Stuttgarter Mercedes-Benz Arena gegen den Weltmeister von 2010 aus Spanien.

Timo Werner: "Da bringt das ganze Tor nichts"

In einer über weite Strecken zähen Partie schoss ausgerechnet der Ex-Stuttgarter Timo Werner die deutsche Nationalelf zur 1:0-Führung - und damit zum ersten Pflichtspielsieg gegen die Spanier seit 1988. Das dachten bis kurz vor Schluss zumindest alle. Doch dann glichen die Südeuropäer in der sechsten Minute der Nachspielzeit zum 1:1-Endstand aus. Torschütze Werner zeigte sich verärgert über den späten Ausgleichstreffer. "Das ist sehr ärgerlich. Da bringt das ganze Tor nichts. Dann hätten wir auch 0:0 spielen können. Wenn man einen Sieg wieder einmal so herschenkt, ist das natürlich umso bitterer."

Dennoch war der Stürmer mit der über 90 Minuten gezeigten Leistung der Mannschaft zufrieden. "Wir haben insgesamt ein sehr gutes Spiel abgeliefert. Nach dem Tor haben wir uns vielleicht zu weit hinten reingestellt. Das könnten wir noch verbessern. Aber ansonsten war es am Ende auch einfach Pech."

Werner sah ein Spiel auf Augenhöhe

Nach knapp zehn Monaten coronabedingter Spielpause war es für den Weltmeister von 2014 das erste Pflichtspiel seit November 2019. Angemerkt hat man dies den Spielern über weite Phasen des Spiels allerdings nicht. Ex-VfB-Profi Werner zeigte sich wenig überrascht. "Wir haben alle eine gewisse individuelle Qualität, um auf diesem Level gut spielen zu können. Natürlich war es nach der langen Pause und ohne Publikum etwas anders als sonst. Außerdem haben wir gegen eine starke spanische Mannschaft gespielt. Die hatte aber die gleichen Voraussetzungen wie wir. Am Ende war es ein Spiel auf Augenhöhe."

"Gerade hat es eher Freundschaftsspiel-Charakter"

Für den Weltmeister von 2014 war die gestrige Partie gleichzeitig auch das erste Länderspiel ohne Zuschauer. "Normalerweise spielen wir hier vor 60.000 Zuschauern, da ist das schon etwas anderes", so Werner. Mittlerweile habe man sich zwar daran gewöhnt, ohne Fans zu spielen, aber auch der Torschütze freut sich, wenn die Zuschauer endlich wieder ins Stadion zurückkommen können. "Es würde sich dann wieder wie ein Pflichtspiel anfühlen. Gerade hat es eher Freundschaftsspiel-Charakter."

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Denkbar wäre auch eine Europameisterschaft 2021 ohne Fans. Wie viele andere, hofft auch Werner, dass dieses Szenario nicht eintritt. "Egal ob Bundesliga, Champions League oder Nations League. Ohne Fans fehlt einfach das Wettbewerbs-Feeling. Es wäre schon schön, wenn bei der EM wenigstens das halbe Stadion voll wäre."

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