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Nach dem Wiederaufstieg nimmt der VfB die neue Bundesliga-Saison in Angriff. Mit einem sehr jungen Kader wollen die Stuttgarter beweisen, dass sie wieder erstligareif sind. Dennoch bleiben die Schwaben zurückhaltend und konzentrieren sich auf das Saisonziel Klassenerhalt.

So lief die letzte Saison

Das Saisonziel der Schwaben war in der vergangenen Zweitliga-Saison von vornherein klar: Wiederaufstieg. Nach einem starken Saisonstart, bei dem man in den ersten acht Spielen ungeschlagen blieb, verlor die Mannschaft von Trainer Tim Walter die Konstanz. Die Hinrunde beendete man schließlich auf Rang drei. Walter wurde entlassen, der neue Mann an der Seitenlinie hieß fortan Pellegrino Matarazzo.

Die Rückrunde begann wie die Hinrunde geendet hatte. Sowohl defensive als auch offensive Schwächen führten dazu, dass das Saisonziel bis kurz vor Schluss noch fehlzuschlagen drohte. Der Tiefpunkt war die 1:2-Derby-Niederlage gegen den Karlsruher SC. Letztendlich sicherte sich der VfB jedoch durch Kantersiege kurz vor Saisonende gegen Sandhausen (5:1) und Nürnberg (6:0) den zweiten Tabellenplatz und stieg wieder in die Bundesliga auf.

Wer kommt, wer geht?

Abgänge

Anastasios Donis zieht es nach Frankreich. Der Mittelstürmer wechselt für vier Millionen Euro nach Stade Reims in die Ligue 1. Auch Chadrac Akolo wechselt zu einem französischen Verein, wenn auch eine Spielklasse tiefer. Der schnelle Linksaußen wurde von Amiens SC für 3,5 Millionen Euro verpflichtet.

Rechtsverteidiger Pablo Maffeo wird an den spanischen Erstligisten SD Huesca ausgeliehen. Die Leihe läuft über den Zeitraum von einem Jahr und beinhaltet eine anschließende Kaufoption.

Holger Badstuber wurde in die zweite Mannschaft der Stuttgarter degradiert. Der 31-jährige Innenverteidiger wird zukünftig in der Regionalliga Südwest spielen.

Zudem wird Mittelstürmer Mario Gomez nicht mehr für die Schwaben auflaufen. Der 34-Jährige, der 78 Mal für die deutsche Nationalmannschaft spielte, beendete nach der letzten Saison seine aktive Spielerkarriere.

Zugänge

Waldemar Anton kommt vom Zweitligisten Hannover 96. Der 24-jährige Innenverteidiger wurde für vier Millionen Euro verpflichtet und erhielt einen Vertrag bis 2024. Anton hat bei den Niedersachsen 137 Pflichtspiele absolviert und war bereits in jungen Jahren Kapitän.

Torwart Gregor Kobel, der vergangene Saison bereits als Leihspieler beim VfB gespielt hat, wurde für vier Millionen Euro fest von der TSG Hoffenheim verpflichtet. Der Schweizer ist die klare Nummer eins im Tor der Stuttgarter.

Mit dem Japaner Wataru Endo, der wie Kobel bereits an die Schwaben ausgeliehen war, wurde ein ballsicherer defensiver Mittelfeldspieler verpflichtet, der den Stuttgartern zu mehr Stabilität verhelfen soll. Er kommt vom belgischen Erstligisten VV St. Truiden für 1,7 Millionen Euro.

Der dritte Leihspieler, den die Schwaben nun fest verpflichteten, ist Pascal Stenzel. Der Rechtsverteidiger wechselt vom Ligarivalen SC Freiburg für 1,3 Millionen Euro nach Stuttgart. Zusätzlich kommt mit dem Griechen Konstantinos Mavropanos ein weiterer Innenverteidiger. Der 22-Jährige wird vom FC Arsenal für eine Leihgebühr von 250.000 Euro ausgeliehen.

Mit Lilian Egloff (VfB U19) und Antonis Aidonis (VfB II) verstärken zusätzlich zwei junge Stuttgarter Eigengewächse in der kommenden Saison die Bundesliga-Mannschaft.

Der Trainer

Pellegrino Matarazzo kam im Januar 2020 als relativ unbeschriebenes Blatt zum VfB Stuttgart. Der amerikanische und italienische Staatsbürger arbeitete zuvor unter anderem als Co-Trainer bei der TSG Hoffenheim unter Julian Nagelsmann. Unter Matarazzo spielten die Schwaben eine holprige Rückrunde. Dennoch wurde sein Vertrag bereits Ende Mai vorzeitig um ein Jahr verlängert.

Der Werdegang des 42-Jährigen ist für einen Fußball-Coach im Profibereich durchaus ungewöhnlich. Auf dem Platz war der zwei Meter große ehemalige Mittelfeldspieler "nur" in der Regionalliga aktiv. Danach studierte er Mathematik an der Columbia University in New York. Dennoch hat er eine klare Spielidee: "Wir wollen in allen Phasen des Spiels aktiv sein, den Gegner auf dem Platz steuern und das Spiel dominieren."

Für Matarazzo wird seine erste Bundesliga-Saison als Cheftrainer sicherlich keine einfache Aufgabe. Doch der 42-Jährige ist zielstrebig und weiß auch durch sein abgeschlossenes Mathematikstudium wie man große Herausforderungen anzugehen hat.

Erwartungen an die neue Saison

Es wird spannend sein zu sehen, wie der junge Kader des VfB in der Bundesliga zurechtkommen wird. Wichtig für die Stabilität der Mannschaft werden die weniger Spieler sein, die Bundesliga-Erfahrung sammeln konnten, wie Neu-Kapitän Gonzalo Castro oder Mittelfeldspieler Daniel Didavi.

Gonzalez fällt lange aus

Eine Hiobsbotschaft kurz vor dem Start war die Hüftverletzung des argentinischen Nationalstürmers Nicolas Gonzalez. Der 22-Jährige hat sich im letzten Testspiel gegen Racing Strasbourg (4:2) einen Bündelriss in der Hüftmuskulatur zugezogen. Der Angreifer befand sich in Topform und fällt nun bis Mitte Oktober, eventuell sogar November aus. Gonzalez hatte mit 14 Toren in der vergangenen Saison erheblichen Anteil am Wiederaufstieg der Stuttgarter. Es wird spannend sein zu sehen, wer in seine Fußstapfen treten kann.

Das eigens formulierte Saisonziel der Stuttgarter ist der Klassenerhalt. "Wir müssen mit den Füßen auf dem Boden bleiben. Ich glaube, wenn wir auch in der übernächsten Saison Bundesliga spielen können, dann haben wir unseren Job erstmal erledigt", so Matarazzo. Auch Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger weiß, dass der VfB nicht wieder sofort oben mitspielen kann. "Wir sind nicht mehr der große Verein, der gesetzt ist. Wir fangen von weit unten an und müssen erstmal zeigen, was wir draufhaben."

Die Schwaben schrauben ihre Ansprüche von vornherein herunter und konzentrieren sich auf das Erreichen des Klassenerhalts. In der Situation, in der sich der VfB aktuell befindet, erscheint diese Demut als richtige Maßnahme.

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