VfB Ehrenpräsident Erwin Staudt  (Foto: IMAGO, IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel; )

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Erwin Staudt zum VfB: Abstiegskampf ist Ausnahmezustand

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Martin Thiel

Wie geht es beim VfB Stuttgart nach der USA-Reise weiter? Geht es nach Ehrenpräsident Erwin Staudt, muss jetzt alles auf den Tisch, alles und jeder muss hinterfragt werden! Tausende VfB-Anhänger hoffen jedoch auf mehr Kontinuität- mit Sven Mislintat.

Es herrscht Ausnahmezustand beim VfB Stuttgart, der auf dem Relegationsplatz 16 überwintert. Denn Abstiegskampf ist nichts anderes, sagt Erwin Staudt, Ehrenpräsident des VfB Stuttgart. Er erwartet, dass der Verein jetzt nichts unversucht lässt, um den drohenden Abstieg zu verhindern.

"Wenn sowas in einem Staat passiert, wird der Ausnahmezustand ausgerufen. Dann gibt es kein anderes Thema mehr, als dieses Problem zu lösen. Ich kann das nicht scharf genug formulieren. Wir kämpfen gegen den Abstieg und brauchen alle Kräfte, um dieses Ziel zu erreichen - je schneller desto besser."

VfB-Ehrenpräsident Erwin Staudt: "Da zählen keine Freundschaften und Sympathien"

Für Erwin Staudt, unter dessen Präsidentschaft der VfB Stuttgart 2007 Deutscher Meister wurde, steht fest: Alles und jeder müsse hinterfragt werden, um den Verein mit dem roten Brustring wieder auf Kurs zu bringen. "Beim Fußball zählen keine Freundschaften und Sympathien, da zählt nur das Ergebnis. Das wird in der Tabelle gespiegelt, und jetzt sind wir in der zweiten Saison hintereinander in der gleichen misslichen Situation, also müssen wir etwas verändern", sagt der 74-Jährige.

Staudt rechnet mit Veränderungen beim Führungspersonal

"Im Hintergrund arbeiten der Vorstand und der Aufsichtsrat an diesen Veränderungen, die die Wende bringen müssen", so Staudt. Das sei nicht einfach, sagt der Ehrenpräsident, das wisse er aus eigener Erfahrung. Aber er rechne in Kürze mit einem guten Ergebnis. Staudt, der den heutigen Vorstandsvorsitzenden Alexander Wehrle unter seiner aktiven Zeit zum Vorstandsreferenten machte, gehe davon aus, dass es Veränderungen beim Führungspersonal geben wird. Zur Diskussion stehen Interims-Trainer Michael Wimmer und Sportvorstand Sven Mislintat. Alles und jeder müsse hinterfragt werden, so Staudt, denn der Kader liefere nicht die erhofften Ergebnisse.

Offensichtlich haben wir nicht das Ergebnis, dass wir uns erhofft haben, von diesem Personal, das wir uns da in den vergangenen Jahren angesammelt haben. Da sind gute Fußballer dabei, dass muss ich sagen, viele, die mir viel Freude bereiten, wenn ich zuschaue. Aber im Ergebnis liefern wir als Mannschaft nicht das ab, was wir uns alle erhoffen.

Petition pro Mislintat: Kontinuität statt Veränderung

Auf mehr Kontinuität statt der angestrebten Veränderungen Staudts hoffen indes etwa 11.000 VfB-Fans. In einer Petition sprechen sie sich für den Verbleib von Sven Mislintat aus. "Der Weg von Mislintat ist einer, mit dem sich viele VfB-Fans identifizieren können", sagt Till Saliari, einer der beiden Initiatoren.

Saliari und Mitinitiator Daniel Binder wünschen sich, dass der Weg "Kompetenz statt Namen" weitergeführt wird und man nicht zur alten "Vetterleswirtschaft" zurückkehre, sondern man mit den "Personen, die klar an einem Ziel arbeiten", weitermache.

Oberste Priorität: Klassenerhalt

Um das Ziel Klassenerhalt zu schaffen, sehe er sieht er jetzt den Vorstand und den Aufsichtsrat in der Pflicht, um die Weichen für die Zukunft zu stellen. Wenn es sein muss, auch mit unangenehmen Personalentscheidungen. "Die müssen sich jetzt mal darüber klar werden, wie man das Projekt in den nächsten zwei bis drei Jahren angeht. Es sind ein paar Themen zu klären, und die müssen Aufsichtsrat und Vorstand gemeinsam lösen. Dann werden wir sehen, dass der VfB in ruhigeres Fahrwasser kommt", sagt Staudt.

Mit Themen meint Erwin Staudt explizit auch Personalfragen. Diese sollen zeitnah nach der USA Reise der Schwaben - laut Vorstandschef Alexander Wehrle jedoch spätestens bis zum 12. Dezember - geklärt werden. Gut möglich, dass längst klar ist, wie es mit Sportvorstand Sven Mislintat, dessen Vertrag noch bis Sommer nächsten Jahres läuft, weitergeht. An seine Person scheint auch die Trainerfage gekoppelt zu sein. Beide Personalien muss der VfB jetzt schnell klären, um in der Winterpause neu durchstarten zu können. Endlose Personaldebatten oder Spekulationen wären da nicht hilfreich.

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Martin Thiel

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