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Der Präsident des VfB Stuttgart Claus Vogt und Vorstandschef Thomas Hitzlsperger nähern sich nach langen Wochen des Streits wieder an. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz haben sie den Schulterschluss vollzogen. Ein wichtiger Schritt, meint SWR-Reporter Andreas Köstler.

Da sitzen sie also gemeinsam auf dem Podium und ziehen öffentlich einen Schlussstrich unter die Datenaffäre beim VfB Stuttgart. Sie wollen zeigen, dass es nach der Aufarbeitung der Altlasten mit ihnen weitergeht.

Aber gelingt das auch?

Schaffen es die Beiden, das Geschehene hinter sich zu lassen? Ausgerechnet diese Herren, die sich in den letzten Monaten ein persönliches und leider auch öffentliches Scharmützel geliefert haben? Angefangen mit dem offenen Brief von Thomas Hitzlsperger, in dem er Claus Vogt angegriffen hat, bis hin zu den emotionalen Sololäufen des Präsidenten.

Da sitze ich als Reporter also in dieser virtuellen Pressekonferenz und beobachte, schaue auf Reaktionen, Gefühlsregungen, versuche, Blicke zu deuten und Aussagen zu analysieren und werfe auch das eigene Gefühl mit in die Waagschale.

Stuttgart

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Hitzlsperger mit Floskeln - Vogt emotional

Claus Vogt, sagen mir meine Beobachtungen, gibt mehr von seinen Emotionen preis als Thomas Hitzlsperger. Offen und ehrlich spricht der Präsident von den vergangenen Monaten. Es sei "die schwerste Zeit meines Lebens" gewesen. Vogt gibt zu: "Wir alle haben Fehler gemacht, auch ich." Es ist ein sympathischer Auftritt des Präsidenten, der seinen Blick häufiger in Richtung seines Nebensitzers richtet, als dieser es andersherum tut.

Thomas Hitzlsperger ist zurückhaltender, wenn es darum geht, einen Einblick in seine Gefühlswelt zu gewähren. Er schaut häufiger stur nach vorne. Ich empfinde das als passend, denn Hitzlsperger war, gerade in der Öffentlichkeit, noch nie ein Mann der großen Emotionen. Warum soll er jetzt plötzlich damit anfangen? Auch ihm nehme ich ab, dass er meint, was er sagt, selbst wenn der Vorstandschef viel häufiger in Floskeln abdriftet als Claus Vogt.

Hitzlsperger und Vogt wollen gemeinsam in die Zukunft

Hitzlspergers wichtigstes Statement kommt zum Schluss. "Ich möchte hierbleiben und zwar lange. Wir haben viel vor uns. Wir sehen es gerade. Wir sitzen hier, es funktioniert, also passt es." Der amtierende Präsident sagt: "Wenn es nach mir geht, dann arbeiten wir auch weiterhin für den VfB zusammen."

Wichtig für den VfB Stuttgart

Das ist sie also, die Annäherung zwischen dem, der die positive sportliche Entwicklung des VfB entscheidend geprägt hat, und dem Präsidenten, der hartnäckig für mehr Transparenz für die Mitglieder eingestanden ist.

Es ist ein wichtiger Schulterschluss für den VfB Stuttgart. Das sagt mir nicht nur mein Gefühl.

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