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Der Stuttgarter Stammspieler Marc Oliver Kempf wird seinen 2022 auslaufenden Vertrag nicht verlängern. In seine Fußstapfen könnte ein Schlotterbeck treten: Nico, der Jüngste. Er wäre der erste der Fußballer-Familie aus dem Südwesten, der für den A-Kader des VfB aufläuft.

Kein Wunder, dass der VfB den 21-jährigen Nico Schlotterbeck laut Sportmagazin "Kicker" bereits kontaktiert hat. Ähnlichkeiten mit Verteidiger Kempf gibt es allemal. Beide sind Linksfüßer, und dann gibt es da die unbestrittene Zweikampfstärke.

Wenn man sich den 33. Spieltag der Bundesliga-Saison anschaut, werden die Parallelen noch deutlicher: Schlotterbeck und Kempf standen jeweils die volle Spielzeit auf dem Platz. Schlotterbeck für den 1. FC Union Berlin, an den er vom SC Freiburg ausgeliehen ist, Kempf für den VfB. Beide bestritten am vergangenen Samstag 25 Zweikämpfe.

Schlotterbeck gewann 16 davon für sich - der Bestwert in der Partie. Der Innenverteidiger hatte 67 erfolgreiche Pässe.

Nico Schlotterbeck gegen Bayer Leverkusen, 15.05.21 (Foto: Imago, IMAGO / Uwe Kraft)
Nico Schlotterbeck gegen Bayer Leverkusen Imago IMAGO / Uwe Kraft

Kempfs Statistik ist nahezu identisch: Von seinen 25 Zweikämpfen konnte er 15 für sich entscheiden. Ihm gelangen 66 erfolgreiche Pässe. 

Auf "Zweikampfmonster" Kempf könnte also ein weiterer zweikampfstarker Verteidiger folgen, der sein Talent mit seinen 21 Jahren bereits in der Bundesliga und für U-Nationalmannschaften unter Beweis stellen konnte.

Aus dem kleinen Waiblingen in die Fußballwelt 

In Waiblingen geboren startete auch Nico Schlotterbecks Fußballkarriere im Südwesten: Nur 15 Kilometer von Stuttgart entfernt spielte er 2007 zunächst bei der SG Weinstadt. Darauf folgten die Junioren der Stuttgarter Kickers, des VfR Aalen, des Karlsruher SC und des SC Freiburg. In Freiburg gab er nach einem Jahr in der zweiten Mannschaft 2019 sein Bundesligadebüt für die erste Mannschaft.

Aktuell ist er bis Ende der Saison an den 1. FC Union Berlin ausgeliehen, für den er bisher ein Tor erzielte. Da er verletzungsbedingt ausgefallen ist, war er nur 15 Spieltage einsatzbereit - an 14 von ihnen stand er in der Startelf und wurde ein Mal eingewechselt.

Schlotterbeck durchlief von der U18 an alle U-Nationalmannschaften und stabilisiert derzeit im EM-Kader die Abwehrkette der U21. Sein Spiel und seine Tore für Land und Verein zeigen: Kopfbälle und Tore in Standardsituationen, die kann er gut. Auch virtuell ist er darin ein Profi. Zu Beginn der Pandemie spielte er Fußball im Home-Office, unter anderem als Teil der deutschen eNationalmannschaft.

Nico Schlotterbeck U21 (Foto: Imago, IMAGO / Revierfoto)
Nico Schlotterbeck für die U21-Nationalmannschaft Imago IMAGO / Revierfoto

Kampfgeister Kempf und Schlotterbeck

Beide Innenverteidiger hatten in der Vergangenheit mit Verletzungen zu kämpfen. Nico Schlotterbeck verpasste in dieser Saison verletzungsbedingt zwölf Spiele, steht aber seit Ende Januar wieder auf dem Platz. Bekannt für seinen unbedingten Einsatzwillen kämpfte sich auch Marc Oliver Kempf schon häufiger zurück auf das Spielfeld.

Ob Schlotterbeck seine Zweikampfstärke zukünftig auch für den VfB einsetzen möchte, wird sich zeigen: Der erste Schritt ist mit der Kontaktaufnahme der Stuttgarter zumindest schon getan.

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