Geburtstagskind Pellegrino Matarazzo sieht mutigen VfB Stuttgart (Foto: imago images, Poolfoto)

Fußball | Bundesliga

Mutiger VfB macht gegen Bayern viel richtig - belohnt sich aber nicht

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Der VfB Stuttgart zeigte gegen den FC Bayern München am neunten Bundesliga-Spieltag über weite Strecken eine starke Leistung. Dennoch verlor der Aufsteiger mit 1:3 und ist nun seit fünf Bundesligaspielen sieglos. Die Leistung der Schwaben machte indes Mut.

Diesen Geburtstag wird Pellegrino Matarazzo so schnell nicht vergessen. Erst gab es für den Trainer des VfB Stuttgart schon zum Frühstück ein Stück Kuchen, anschließend sang ihm seine Mannschaft ein Geburtstagsständchen - und dann erlebte der 43-Jährige als Chefcoach auch noch sein erstes Duell mit Champions-League-Sieger FC Bayern München.

Der VfB jung und wild, der FC Bayern eiskalt

Nur ein Sieg als Krönung blieb dem Italo-Amerikaner verwehrt. Trotz des Führungstreffers durch Tanguy Coulibaly (20. Minute) verlor der Aufsteiger mit 1:3. Nicht weil er schlechter war als der Rekordmeister. Sondern weil müde Bayern dem VfB eiskalt aufzeigten, woran es Matarazzos jungen Wilden noch fehlt.

"Die Effizienz macht den Unterschied"

"Am Ende hat man zwei Mannschaften gesehen, bei denen die Effizienz den Unterschied gemacht hat", sagte der Stuttgarter Coach. Was sicher auch viel mit der höheren individuellen Qualität des Meisters zu tun hat.

Zahlen sind negativ, die Gemütslage nicht

Der VfB blieb somit auch im fünften Bundesliga-Heimspiel dieser Saison ohne Sieg und stellte dadurch seinen Negativrekord aus der Saison 93/94 ein. In den vergangenen 20 Pflichtspielen gegen die Münchner kassierten die Schwaben 19 Niederlagen. Außerdem sind sie in der Liga nun seit fünf Spielen sieglos.

Doch die Zahlen täuschen. Die Entwicklung der Mannschaft unter Matarazzo ist bei weitem nicht so negativ, wie man anhand dieser Fakten vermuten könnte. Im Gegenteil. "Wenn wir so weitermachen, dann müssen wir uns am Ende der Saison keine Sorgen machen", sagte Kapitän Gonzalo Castro.

Liefere der VfB jede Woche eine so gute Leistung ab, meinte Sportdirektor Sven Mislintat, "dann sind wir auf einem sehr guten Weg". Mit einem Platz im Tabellenmittelfeld habe die Mannschaft bisher wahrscheinlich das bekommen, was sie verdient habe, erklärte er. "Wir sind nicht zufrieden, aber wir wissen jetzt, dass wir auch mit diesen Teams mithalten können."

VfB mit viel Speed gegen Bayern

Tatsächlich brachte der junge VfB den erfahrenen FCB immer wieder in erstaunliche Schwierigkeiten. Die von der Mehrfachbelastung gebeutelten Gäste bekamen die Geschwindigkeit von Coulibaly, Silas Wamangituka und Co. nur selten in den Griff. Außerdem hatte Matarazzo die Bayern an seinem Ehrentag mit einer besonderen Aufstellung überrascht. Anstatt einen gelernten Angreifer wie Sasa Kalajdzic in die Startelf zu beordern, ließ der Coach Coulibaly und Philipp Förster in der Sturmspitze beginnen. Beide wurden oft aus dem Mittelfeldzentrum vom erneut überzeugenden Wataru Endo oder über die Außenbahn von Silas bedient. Genauso entstand auch das 1:0: Silas flankte flach und scharf nach innen, wo Coulibaly lauerte und einen Patzer von Nationalkeeper Manuel Neuer zu seinem ersten Bundesliga-Tor nutzte.

"Wir haben über weite Strecken ein richtig gutes Spiel gemacht. Leider haben wir uns nicht belohnt", sagte Förster. Was auch am 25-Jährigen selbst lag. In der größten Schwächephase der Bayern im ersten Durchgang ließ der Startelf-Debütant zwei Riesenchancen (35./36.) ungenutzt.

Und dann sind "die Bayern eben die Bayern", wie Castro sagte. Denn sie bestraften Nachlässigkeiten und Naivität des VfB durch Kingsley Coman (38.), Robert Lewandowski (45.+1) und Douglas Costa (88.).

Dennoch dürfte Matarazzo seinen 43. Geburtstag in Erinnerung behalten. Seine Mannschaft hat gezeigt, zu was sie fähig ist, auch wenn sie verloren hat. Sorgen muss er sich vor den nächsten Spielen bei Werder Bremen und danach gegen Borussia Dortmund also nicht machen. Dennoch wird sich der VfB steigern müssen. "Das Negative ist die Effizienz vorm Tor", sagte Matarazzo. Und die kann oft den Unterschied ausmachen.

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