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Die Bundesliga-Saison ist beendet, der VfB Stuttgart landete als Aufsteiger auf einem starken neunten Platz. In der Sommerpause ist vor allem Sportdirektor Sven Mislintat gefordert - denn die "neuen Jungen Wilden" haben Begehrlichkeiten geweckt.

Offensiver und direkter Fußball, 56 erzielte Tore, Platz neun - und das mit einer der jüngsten Mannschaften der Liga. Der VfB Stuttgart gehörte zu den positiven Überraschungen der gerade abgelaufenen Spielzeit. Kehrseite der Medaille: Bei den Schwaben haben sich einige Spieler in den Fokus größerer Vereine gespielt.

Wie geht es mit Torhüter Gregor Kobel weiter?

So buhlt Borussia Dortmund seit Wochen um VfB-Torhüter Gregor Kobel. Der Schweizer bestätigte nach dem 0:2 im Saisonfinale gegen Arminia Bielefeld, dass der BVB auch für ihn ein Thema sei. "Auf jeden Fall." Er habe immer gesagt, dass er die Saison mit dem VfB gut abschließen wolle und sich bislang voll und ganz darauf fokussiert, erklärte Kobel. Nun werde er sich mit seiner Zukunft beschäftigen. "In den nächsten Tagen werde ich mich mit meinen Beratern zusammensetzen", sagte der 23-Jährige, dessen Vertrag beim VfB noch bis 2024 läuft.

Laut dem "kicker" kämpfen jedoch nicht nur die Schwarz-Gelben um den Keeper, mit Tottenham Hotspur aus der englischen Premier League beschäftige sich ein zweiter Topklub mit der Personalie. Dem Bericht zufolge ruft der VfB für Kobel eine Ablösesumme von 15 - 17 Millionen Euro auf.

Mislintat: "Das Thema wird heißer"

"Das Thema wird heißer. Das müssen wir leider so sagen", bestätigte auch Stuttgarts Sportdirektor Mislintat gegenüber SWR Sport, dass einige Vereine sich um Kobel bemühen. "Es handelt sich dabei um Champions-League-Klubs. Falls wir uns zusammen entscheiden, ihn aus dem Vertrag rauszulassen und dafür kompensiert zu werden, dann ist das leider eine Realität des VfB Stuttgart. Mit solchen Klubs können wir nicht konkurrieren. Aber dann war es auch eine Erfolgsgeschichte für alle Beteiligten in den zwei Jahren, in denen er hier war."

Wer Kobel bei einem Abgang beerben könnte, steht noch nicht fest. Laut übereinstimmenden Medienberichten gibt es aber einen Favoriten: Florian Müller vom 1. FSV Mainz 05, der in dieser Saison an den SC Freiburg ausgeliehen war. Der 23-Jährige spielte dort eine gute Saison und kam 31 mal zum Einsatz. Im Sommer endet jedoch seine Anstellung bei den Breisgauern, wie es dann weitergeht, ist noch offen. Der SC könnte in der nächsten Saison auf den lange verletzten Mark Flekken setzen, in Mainz ist Robin Zentner die klare Nummer eins. Der VfB müsste wohl einen Ablösesumme in Höhe von rund fünf bis sechs Millionen Euro für den Keeper hinlegen.

Kommt Schlotterbeck, wenn Kempf geht?

In der Abwehr könnte Marc Oliver Kempf die Schwaben verlassen. Der Vertrag des Innenverteidigers läuft zwar noch bis 2022, doch Verhandlungen über eine Ausweitung des Kontrakts waren jüngst gescheitert. Eintracht Frankfurt - Kempfs Jugendklub - gilt als heißer Interessent für den Abwehrspieler. Als Ersatz wird beim VfB Medienberichten zufolge der in der abgelaufenen Saison vom SC Freiburg an Union Berlin ausgeliehene Nico Schlotterbeck gehandelt. Billig wäre der 21-Jährige aber nicht, der "kicker" schreibt von rund acht Millionen Euro Ablöse. Auch RB Salzburg soll zudem an Schlotterbeck dran sein.

Offen scheint auch noch die Zukunft von Sasa Kalajdzic. Der Angreifer hat eine bärenstarke Saison gespielt, 16 Tore erzielt und sieben weitere Treffer vorbereitet. Der 23-Jährige verweigerte zuletzt ein Treuebekenntnis zum VfB, sprach allerdings auch nicht von einem Abgang.

Kalajdzic bleibt "relativ entspannt"

"Ich bin da relativ entspannt und lasse alles auf mich zukommen", sagte der Österreicher gegenüber SWR Sport: "Ich kann keine Versprechen abgeben, aber ich will auch keine Spekulationen anheizen. Es liegt aber auch nicht nur an mir, sondern auch an anderen Leuten. Ich habe weder ein Treuebekenntnis abgegeben noch gesagt, dass ich weg will."

Klar ist jedenfalls, dass es beim VfB Stuttgart einen heißen Transfersommer geben könnte. Der Fluch der guten Tat nach einer starken Saison. Auf Sportdirektor Mislintat dürfte viel Arbeit warten.

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