Florian Müller, Pascal Stenzel - VfB Stuttgart (Foto: IMAGO, IMAGO / Pressefoto Baumann)

Fußball | Bundesliga

Matarazzo: "Ordentliche Anfangs- und Endphase - dazwischen eher Kacka"

STAND
AUTOR/IN
Martin Bromber

Der VfB Stuttgart wartet auch nach dem fünften Bundesliga-Spieltag weiter auf den ersten Saisonsieg. Zu wenig Intensität und ein erneuter Platzverweis reichen nur für einen Punkt gegen Schalke.

Und wieder kein Sieg. "Wir waren allen ein bisschen sauer, angepisst", sprudelte es nach der Partie aus VfB-Keeper Florian Müller heraus. Auch im Heimspiel gegen Schalke 04 reichte es nur für einen Punkt - dabei lagen so viele Hoffnungen auf der Partie.

Viele Nebenschauplätze

Irgendwie schienen kurz vor der Partie alle Beteiligten froh zu sein, dass endlich wieder Fußball gespielt werden sollte. War doch in der vergangenen Woche Einiges los auf dem Cannstatter Wasen - und drumherum. Zunächst das Unentschieden beim 1. FC Köln, dem Platzverweis für Luca Pfeiffer und der gelb-roten Karte für Trainer Pellegrino Matarazzo. Außerdem das Ende der Transferperiode, dem absehbaren, aber dann doch mit viel Nebengeräuschen begleiteten Wechsel von Sasa Kalajdzic, der Verpflichtung von dessen Nachfolger Serhou Guirassy und dem etwas überraschenden Verbleib von Außenverteidiger Borna Sosa. Das alles wollten die Schwaben mit dem ersten Saisonsieg endgültig hinter sich lassen.

Gute Anfangsphase

Doch es kam anders als geplant. Zwar hatten die Hausherren "gut angefangen", wie Sportdirektor Sven Mislintat nach der Partie analysierte. Gegen tiefstehende und auf schnelle Gegenangriffe lauernde Schalker waren die Schwaben bemüht, die Partie zu kontrollieren und wurden dafür auch belohnt. Chris Führich erzielte in der 18. Minute das 1:0. "Bis dahin waren wir gut drin", bestätigte auch der Torschütze selbst.

Schneller Gegentreffer

Doch nur drei Minuten später war die Führung schon wieder weg. Und wie sollte es auch anders sein bei solchen Spielen, war es der erste Saisontreffer für "Rückkehrer" Simon Terodde, den früheren Stuttgarter, der den Ausgleich brachte. Was Führich recht nüchtern mit "ein schneller Gegentreffer, der Schalke zurück ins Spiel holt" beschrieb, hatte durchaus weitreichendere Folgen für die Partie.

VfB-Coach Matarazzo fand klarere Worte für den Fortgang des Spiels "Das Offensivspiel hat nicht mehr stattgefunden. Wir haben viel zu viel unnötige Fehlpässe gehabt, sind sehr unruhig gewesen. Es war keine Abstimmung mehr da." So ging es mit dem 1:1 zur Pause in die Kabine.

Platzverweis für Vagnoman

In der 67. Minuten dann die Szenen, die die Gemüter erhitzte. Der in der ersten Hälfte wegen Meckerns verwarnte Josha Vagnoman ließ seine Schulter im Zweikampf mit Tobias Mohr stehen und sah Gelb-Rot. Eine durchaus zweifelhafte Entscheidung, auch für Sven Mislintat: "Es hätte sich kein Schalker beschwert, wenn das Spiel 11 gegen 11 zu Ende gespielt wird, aber ich will das Fass nicht schon wieder aufmachen, das Thema." Der Sportdirektor beklagte sich im Nachgang der Partie über die nicht klar erkennbare Linie von Schiedsrichter Florian Badstübner: "Eine ausgeglichene Foulstatistik und sehr unausgeglichene Karten-Statistik". Trotzdem formulierte er auch klare Worte an seine eigene Mannschaft: "Spiele mit elf Mann zu Ende zu spielen. Da müssen wir einen Tacken schlauer werden."

VfB muss am Ende noch zufrieden sein

Und so reicht es am Ende wieder nur für einen Punkt, zumal die Gäste aus Gelsenkirchen in der Schlussphase sogar noch zwei hochkarätige Chancen auf den Siegtreffer hatten. "Ich glaube im Großen und Ganzen müssen wir dann mit dem Punkt leben", so Torschütze Führich nach der Partie. "Ich glaube, dass wir von Anfang an mehr Intensität reinbringen müssen. Von der ersten bis zur letzten Minute und dann glaube ich, dass der Rest von alleine kommt." Sein Trainer sah es ähnlich, drückte die fehlende Intensität aber in anderen Worten aus: "Es war eine ordentliche Anfangsphase und Endphase und alles dazwischen war eher Kacka".

Am kommenden Spieltag geht es für die Schwaben zum FC Bayern München - nicht gerade eine einfache Aufgabe.

STAND
AUTOR/IN
Martin Bromber

Mehr zum Vfb Stuttgart

Stuttgart

Fußball | Bundesliga Nach Wolfsburg-Niederlage: VfB-Sportdirektor Mislintat zur Zukunft von Trainer Matarazzo

Nach der Last-Minute-Niederlage in Wolfsburg steht der VfB Stuttgart auf dem 16. Tabellenplatz. Im Interview mit SWR Sport kündigt Sportdirektor Sven Mislintat eine "sehr kritische" Analyse an.  mehr...

SWR Sport SWR Fernsehen

Stuttgart

VfB Stuttgart | Meinung Pellegrino Matarazzo droht ein stürmischer Herbst

Tabellenplatz 16 und noch kein Saisonsieg: Eine schwache Bilanz des VfB Stuttgart. Trainer Pellegrino Matarazzo wäre nicht der einzige Coach, den die Herbststürme hinwegfegen. SWR-Redakteur Alf Spatscheck kommentiert.  mehr...

SWR Sport SWR Fernsehen

Berlin

Fußball | Bundesliga Baumgartl nach Hodenkrebs-Erkrankung: "Ich möchte anderen Menschen Mut machen"

Der Ex-Stuttgarter Fußballprofi Timo Baumgartl will seine Hodenkrebs-Diagnose auch dazu nutzen, um anderen im Falle einer Erkrankung Zuversicht zu geben.  mehr...