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Torjäger Mario Gomez hat gegen den 1. FC Nürnberg sein Abseits-Trauma überwunden und seine Bedeutung für den VfB Stuttgart im Aufstiegskampf der 2. Liga unterstrichen.

Mario Gomez blickte entgeistert in Richtung Schiedsrichter Robert Schröder. Das durfte doch alles nicht wahr sein!? Der frühere Nationalspieler hatte gerade das vermeintliche 1:1 seines VfB Stuttgart gegen den 1. FC Nürnberg (Endergebnis 3:1) erzielt - doch nach Videostudium wurde der Treffer aberkannt.

Vier Gomez-Tore in Folge sind aberkannt worden

Wieder einmal! Es war nach seinem bizarren "Hattrick" in Sandhausen bereits das vierte (!) Tor in Folge von Gomez, das nachträglich wegen einer Abseitsstellung aberkannt worden war.

Dauer

Der 34-Jährige ließ sich jedoch nicht beirren, überwand sein kurioses Trauma und war beim 3:1 (0:1) des zuletzt schwer angeschlagenen VfB im Absteigerduell der 2. Liga gegen den taumelnden Club der entscheidende Spieler.

Hitzlsperger nimmt es mit Humor

"Haben wir das Spiel wirklich gewonnen oder kommt gleich noch der nächste VAR?", witzelte Vorstandschef Thomas Hitzlsperger in den sozialen Medien. Nach dem frühen Rückstand durch Michael Frey (10.) war es Gomez, der die Schwaben nach dem Ausgleich durch Silas Wamangituka (58., Handelfmeter nach Videobeweis) in der 59. Minute in Führung brachte.

Diesmal zählte sein zweites Saisontor, der 78-malige Nationalspieler schrie anschließend seine ganze Freude heraus. Doch Gomez hätte sich nicht wundern dürfen, wenn auch dieses Tor keine Anerkennung gefunden hätte: Vorausgegangen war eine überharte Attacke von VfB-Defensivspieler Wataru Endo gegen Johannes Geis. Der FCN-Profi musste sogar benommen ausgewechselt werden.

Jens Keller hadert mit dem VAR

"Er wird eindeutig weggeräumt", schimpfte Club-Trainer Jens Keller. Gomez konnte es egal sein. Er avancierte endgültig zum Matchwinner, als er Philipp Förster beim entscheidenden 3:1 (72.) mustergültig bediente.

Standing Ovations für Mario Gomez

Bei seiner Auswechslung zehn Minuten später wurde er frenetisch gefeiert. "Mario verlernt es nicht. Er hat sich für seinen Aufwand belohnt und bringt jetzt das, was wir von ihm erwarten", sagte sein Trainer Tim Walter anerkennend.

"Mario hat sich diese Erfolgserlebnisse hart erarbeitet", ergänzte Förster. Es waren bereits Zweifel aufgekommen, ob Gomez den ambitionierten Schwaben, die zuletzt fünf von sieben Partien verloren hatten, überhaupt noch helfen kann.

In elf Spielen kam er fünfmal von der Bank, dreimal stand er sogar ohne Einsatz im Kader. Seinen bis Montag einzigen Saisontreffer hatte er zum Ligaauftakt am 26. Juli gegen Hannover (2:1) erzielt. 136 Tage später erlöste sich Gomez nun - und das in doppelter Hinsicht.

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