Luca Pfeiffer schoss für Darmstadt 17 Tore (Foto: IMAGO, Imago)

Fußball | VfB Stuttgart

Groß, stark und Schlager-Fan: Das ist der neue VfB-Torjäger Luca Pfeiffer

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Kersten Eichhorn

Der Wechsel ist perfekt, der VfB Stuttgart hat Luca Pfeiffer verpflichtet. Der Stürmer, der zuletzt für Darmstadt 98 in der 2. Liga spielte, kommt vom dänischen Klub FC Midtjylland. Die Ablöse wird auf drei Millionen Euro geschätzt.

Schon beim ersten Anblick sorgt der Mann für gehörigen Respekt. Mit seiner Körpergröße von 1,96 Metern stellt der vollbärtige Luca Pfeiffer die meisten Abwehrspieler in den Schatten. Der 25-Jährige ist aber nicht nur groß und kräftig, er ist auch ein richtig guter Stürmer. Mit seinen 17 Treffern für Darmstadt 98 pflügte Pfeiffer nicht nur unaufhaltsam durch die Zweitliga-Strafräume, sondern schoss sich auch markant in die Schlagzeilen und in die Notizbücher der Erstliga-Scouts.

Auch der VfB Stuttgart kann den wuchtigen Zentrumsstürmer Luca Pfeiffer (Vertrag bis 2026) künftig prima gebrauchen, zumal Sasa Kalajdzic nach wie vor als akuter Wechselkandidat gilt und Pfeiffer eine ideale Ergänzung zu den eher grazilen Offensivspielern wie Tiago Tomas, Chris Führich oder Darko Churlinov ist.

✍️ Luca #Pfeiffer wechselt zum VfB. Der 25-jährige Angreifer kommt vom @fcmidtjylland. Herzlich willkommen beim VfB, Luca! #VfB | Zur Meldung 🗞️➡️ https://t.co/9ejt3Rf6Xi https://t.co/YhSf1cosjf

Pfeiffer ist Torjäger, harter Arbeiter und Schlager-Fan

Luca Pfeiffer gilt dabei nicht nur als kühler Torspezialist, sondern auch als harter Arbeiter im Dienste seines jeweiligen Teams. "Mit langen Schritten und enger Ballführung versteht er es immer wieder, Lücken in die gegnerischen Abwehrreihen zu reißen", so die Kollegen des Hessischen Rundfunks über die starken Auftritte von Luca Pfeiffer vergangene Saison im Darmstädter Trikot. Am Böllenfalltor jedenfalls fühlte sich der Instinktfußballer und Publikumsliebling pudelwohl, startete richtig durch.

Von Darmstadts Trainer Torsten Lieberknecht bekam Pfeiffer übrigens den Spitznamen "Howard Carpendale" verpasst. Pfeiffer liebt deutsche Schlager-Kunst, etablierte sich bei den Lilien nicht nur als Torschützenkönig, sondern nach Auswärtssiegen auch als musikalischer Einheizer während der Busfahrten.

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Im Nachwuchs der TSG Hoffenheim

Geboren wurde Luca Pfeiffer in Bad Mergentheim. Er ist also waschechter Baden-Württemberger. Über den VfR Gommersdorf, wo er aufwuchs, landete der talentierte Kicker im Nachwuchs-Leistungszentrum der TSG Hoffenheim und spielte dort in der U17. Weil aber der Wohlfühlfaktor beim Bundesliga-Nachwuchs für ihn nach eigener Aussage nicht allzu groß war, wechselte er zurück in seine Heimat-Region zum Oberligisten FSV Hollenbach.

Champions-League-Erfahrung in Dänemark

In Hollenbach lief es dann wieder bestens, hier startete Pfeiffer schon als A-Juniorenspieler im Seniorenbereich erstmals als Torjäger durch, schoss von 2013 bis 2016 in 80 Spielen 32 Oberliga-Tore. Auch bei den Stuttgarter Kickers zeigte der großgewachsene Angreifer eine Klasse höher seinen Torriecher, traf in 43 Regionalligaspielen 13 Mal für die Blauen. Luca Pfeiffer kennt sich also bereits bestens aus in der Landeshauptstadt Stuttgart.

Luca Pfeiffer stürmte auch für die Stuttgarter Kickers (Foto: IMAGO, Imago)
Luca Pfeiffer stürmte auch für die Stuttgarter Kickers Imago

Über den SC Paderborn, den VfL Osnabrück (Aufstieg in die 2. Liga) und die Würzburger Kickers (Aufstieg in die 2. Liga) wechselte Pfeiffer vor zwei Jahren dann zum dänischen Meister und Champions-League-Teilnehmer FC Midtjylland, unterschrieb dort einen Vertrag bis 2024.

Bei den Dänen sammelte Pfeiffer gegen den FC Liverpool und Ajax Amsterdam sogar Champions-League-Minuten. Das große Fußball-Glück blieb ihm im Norden aber versagt: "Das war kein leichtes Jahr im Ausland", so Pfeiffer im Nachhinein.

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Mit Darmstadt fast in die Bundesliga aufgestiegen

Und so holte im vergangenen Sommer der SV Darmstadt 98 Pfeiffer schließlich aus Dänemark zurück nach Deutschland und landete mit der Leihe des Stürmers den großen Coup: Bei den Hessen entwickelte er sich zu einem der besten Torjäger der Liga. Seite an Seite mit dem Sturmkollegen Philipp Tietz (15 Treffer) ballerte sich Luca Pfeiffer (17 Tore) durch die Saison.

Pfeiffer und Tietz - eine Art "Traumduo" mit abgestimmten Laufwegen und blindem Verständniks: "Jeder freut sich für den anderen", so Luca Pfeiffer in einem Interview mit dem HR über sein Verhältnis zu Philipp Tietz, "wir gönnen uns alles". Nur der Bundesliga-Aufstieg war den beiden am Ende nicht vergönnt, kurz vor Rundenende rutschten die Darmstädter noch auf Platz vier der Tabelle.

Bundesliga-Traum beim VfB

Mit dem Wechsel zum VfB Stuttgart erfüllt sich Luca Pfeiffer jetzt aber doch noch seinen Bundesliga-Traum. Der vorläufige Höhepunkt einer Profi-Karriere über viele Stationen und eher über den zweiten Bildungsweg. Aber der muss nicht immer der schlechtere sein.

Künftig also darf Luca Pfeiffer mit seinen 1,96 Metern im Trikot mit dem roten Brustring die Abwehrspieler der Bundesliga erschrecken.

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Kersten Eichhorn

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