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Was wird aus den Kronjuwelen des VfB Stuttgart? Können Torwart Gregor Kobel und Stürmer Sasa Kalajdzic gehalten werden? SWR Sport hat bei Sportdirektor Sven Mislintat nachgefragt.

Sven Mislintat macht einen guten Job. Er kauft Spieler die zu Stars werden und damit immer wertvoller. Aber verkauft das "Diamantenauge" seine "Kronjuwelen" auch gleich wieder? Zwei der geschliffenen Rohdiamanten sind Mittelstürmer Sasa Kalajdzic und Torwart Gregor Kobel, der gerade erst gegen Leipzig eine Weltklasse-Leistung gezeigt hat.

Stuttgarts Leistungsträger wecken Begehrlichkeiten

Angeblich ist Borussia Dortmund am schweizer Nationalkeeper interessiert. Sven Mislinatat kennt das Gerücht, eine konkrete Anfrage gibt es aber noch nicht.

Mit Stürmer Sasa Kalajdzic verhält es sich etwas anders. Die Gerüchteküche brodelt nicht ganz so stark. Aber auch der Österreicher hat mit 14 Saisontoren in der Bundesliga mächtig auf sich aufmerksam gemacht.

"Wir haben eine Schmerzgrenze im Kopf"

Sven Mislintat, Sportdirektor VfB Stuttgart

Mislintat betont aber, wie wohl sich sowohl Kobel als auch Kalajdzic in Stuttgart fühlen und weiß, dass es namhafte Clubs sein müssten, um die beiden wegzulocken. "Stand heute", so lautet die Floskel, wenn alles offen ist: "Stand heute", sagt Sven Mislintat gegenüber SWR Sport, gäbe es auch für den österreichischen Nationalstürmer keine konkrete Anfrage.

Am Ende ist im Geschäft Fußball aber alles Verhandlungsache, denn der klamme VfB könnte frisches Geld gut in seinen klammen Kassen gebrauchen. Es kommt wie immer auf den Preis an. Der Marktwert von Sasa Kalajdzic soll innerhalb eines Jahres von 2,5 Millionen auf 17 Millionen Euro nach oben geschossen sein. Und bei Torhüter Gregor Kobel hat er sich immerhin von 4 auf geschätzte 8 Millionen Euro verdoppelt. Nach dem Spiel gegen Leipzig war gar von 15 Millionen Euro die Rede.

Der Marktwert von Kobel und Kalajdzic ist im letzten Jahr explodiert

Das nennt man wohl eine gute Rendite, aber noch liegen die Kronjuwelen ohne Preisschild in der Auslage, noch sondieren die Klubs, und noch hat Sven Mislintat Zeit sich zu überlegen wo die Schmerzgrenze liegt, denn konkrete Angebot liegen ihm noch nicht vor und wegen der Corona-Pandemie ist die Branche momentan eher zurückhaltend.

Fakt ist, aus den VfB-Rohdiamanten wurden glitzernde Edelsteine die so hell funkeln, dass auch andere Vereine aufmerksam geworden sind. Sven Mislintat, der Sportdirektor des VfB, steckt deshalb in einer Zwickmühle: Verkauft er die Spieler, spült er zwar viel Geld in die Kasse, riskiert aber auch, dass ein gut eingespieltes Team seine Leistungsträger verliert.

Das wäre schade, wo das zarte Pflänzchen VfB gerade erst wieder zu blühen beginnt. Aber vielleicht hat das "Diamantenauge" ja schon wieder die nächsten ungeschliffenen Juwelen im Blick.

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