Atakan Karazor könnte gegen die Bayern erstmals in der Startelf stehen. (Foto: IMAGO, IMAGO / Pressefoto Baumann)

Fußball | Bundesliga

Mit Karazor und Guirassy? So könnte der VfB die Bayern ärgern

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Gegen Schalke 04 enttäuschte der VfB Stuttgart zuletzt mit offensiver Harmlosigkeit. Während im Sturm Neuzugang Serhou Guirassy gegen die Bayern beginnen könnte, winkt defensiv Atakan Karazor die Startelf-Rückkehr.

Atakan Karazor und Kalajdzic-Nachfolger Serhou Guirassy stehen beim VfB Stuttgart vor ihren ersten Startelf-Einsätzen in dieser Saison. Da Josha Vagnoman eine Sperre absitzen muss, sei Karazor für das Spiel beim FC Bayern München (Samstag, 15:30 Uhr) eine Option, sagte Trainer Pellegrino Matarazzo zwei Tage vor dem Duell.

"Er ist sehr wertvoll für die Mannschaft", sagte der Coach über den Mittelfeldspieler. Der Mittelfeldspieler würde mehr Kompaktheit und Führungsstärke ins Team bringen. Karazor hatte einen Großteil der Vorbereitung verpasst, nachdem er im Juni auf der spanischen Urlaubsinsel Ibiza festgenommen worden war und mehrere Wochen lang in Untersuchungshaft gesessen hatte. Gegen den 25-Jährigen wird wegen einer "mutmaßlichen Straftat der sexuellen Nötigung" ermittelt. Nach seiner Freilassung gegen die Zahlung einer Kaution wurde er in dieser Saison bereits vier Mal eingewechselt.

Serhou Guirassy für die Startelf "sieht gut aus"

Angreifer Guirassy, der erst am letzten Tag der Wechselperiode vom französischen Erstligisten Stade Rennes ausgeliehen wurde, mache einen guten Eindruck im Training, sagte Matarazzo. "Es ist die Frage, wie er hochfährt. Er trainiert gut. Wenn er 60 Minuten gehen kann, ist er eine Option für die Startelf.

Neben Vagnoman ist auch Mittelstürmer Luca Pfeiffer noch gesperrt. Um auf die Stärken der Bayern und die Sperren zu reagieren, erwägt Matarazzo einen Systemwechsel. "Es ist möglich, dass wir in der Defensive mit einer Viererkette spielen. Da haben wir diese Woche ein paar Sachen ausprobiert", sagte der Coach.

Leiden im Schaufenster mit "Weltklasse-Einzelspielern"

Verletzungsbedingt fehlen werden Nikolas Nartey, Tanguy Coulibaly und Laurin Ulrich. In München holte der in dieser Spielzeit bislang noch sieglose VfB in der Vorsaison einen wichtigen Punkt (2:2). Dieser half, um am Ende nicht abzusteigen. "Wir haben die Chance, zu zeigen, was wir draufhaben und werden das Spiel nicht abschenken, sagte Matarazzo. Man werde leiden müssen, grundsätzlich sei ein Spiel beim Rekordchampion aber immer auch eine "Chance zu zeigen, was wir draufhaben und dass wir in München bestehen können", betonte Matarazzo: "Jeder kann sich mit Weltklasse-Einzelspielern messen und zeigen, dass wir mithalten können."

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Vier Punkte aus fünf Spielen - Matarazzo sieht Team zu 21/22 verbessert

Nach fünf Saisonspielen haben die Schwaben vier Punkten gesammelt, genau wie vergangene Spielzeit. Dass der erste Saisonsieg gerade in München äußerst schwer zu holen sein dürfte, ist Trainer Matarazzo bewusst. Im Vergleich zur vergangenen Saison, wo seine Mannschaft zu diesem Zeitpunkt mit derselben Punkteausbeute da stand, sieht der 44-Jährige den VfB aber klar verbessert.

Schoss im Trikot des VfB Stuttgart das "Tor des Jahrzehnts": Jürgen Klinsmann am 14. November 1987 beim 3:0-Heimsieg gegen den FC Bayern. (Foto: IMAGO, imago images / WEREK)
14.11.1987: Am 16. Spieltag der Saison 1987/88 gewann der VfB Stuttgart vor rund 70.000 Zuschauern im Neckarstadion mit 3:0 gegen den FC Bayern. Unvergessen: Jürgen Klinsmanns Tor per Fallrückzieher. Der Treffer wurde später zum Tor des Jahrzehnts gewählt. "Das Tor war Weltklasse, von der Entstehung bis zur Exekution“, sagte der damalige DFB-Teamchef Franz Beckenbauer. imago images / WEREK Bild in Detailansicht öffnen
09.11.1989: An diesem geschichtsträchtigen Tag spielte der VfB im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den FC Bayern München. Vor rund 68.000 Fans im Neckarstadion schossen Fritz Walter (zwei Tore) und Jürgen Hartmann die Schwaben zu einem 3:0-Sieg, dem ersten und bis heute einzigen DFB-Pokal-Erfolg des VfB gegen die Bayern. Und doch war dieses Erfolgserlebnis an diesem Abend zweitrangig. 500 Kilometer entfernt in Berlin fiel die Mauer. Der 09. November 1989 ging in die Geschichtsbücher ein. IMAGO / Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
28.10.1995: Am 11. Spieltag der Saison 1995/96 lieferten sich der VfB und der FCB einen heftigen Schlagabtausch. Nachdem Thomas Strunz, Alexander Zickler und Mehmet Scholl die Münchner mit 3:0 in Führung gebracht hatten, gelangen den Stuttgartern drei Tore in gerade einmal sieben Minuten. Neben Axel Kruse traf Giovane Elber doppelt. Etwas zählbares konnten die Schwaben von Trainer Rolf Fringer aber trotzdem nicht aus München entführen: Zickler und Scholl erhöhten auf den 5:3-Endstand. imago images/Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
21.04.2007: Der VfB Stuttgart empfing an diesem 30. Spieltag als Tabellendritter den viertplatzierten FCB. Das Gottlieb-Daimler-Stadion: ausverkauft. Die Jungen Wilden spielten sehenswerten Offensivfußball. Und es war einmal mehr Stürmerstar Cacau, der den Unterschied machte. In der 23. Minute köpfte er die 1:0-Führung für die Schwaben, zwei Minuten später erhöhte er per Rechtsschuss auf 2:0 - zugleich der Endstand. Vier Wochen später holte sich der VfB sensationell den fünften Meistertitel. imago sportfotodienst Bild in Detailansicht öffnen
01.06.2013: Das letzte DFB-Pokalfinale zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern im Mai 1986 gewannen die Münchner deutlich mit 5:2. Auch die Neuauflage dieses Endspiels im Juni 2013 entschieden die Bayern für sich – wenn auch etwas knapper. Nachdem der VfB mit 0:3 (Doppelpack vom Ex-Stuttgarter Mario Gomez) in Rückstand geraten war, gelang den Jungs von Trainer Bruno Labbadia durch zwei Treffer von Martin Harnik der Anschluss. Für mehr reichte es trotz guter Chancen aber nicht. imago sportfotodienst Bild in Detailansicht öffnen
12.05.2018: Für die Münchner war an diesem 34. Spieltag der Saison 2017/18 eigentlich alles angerichtet: Schon vor Wochen hatte der FCB die sechste Meisterschaft in Folge klargemacht. Gegen den VfB galt es nun zu siegen, um anschließend den 28. Titel feiern zu können. Das Spiel verlief jedoch anders als geplant: Die Gäste aus Stuttgart fertigten die Bayern dank der Tore von Daniel Ginczek, Anastasios Donis und Chadrac Akolo mit 4:1 ab. Der VfB krönte mit dem Sieg eine starke Rückrunde unter Trainer Tayfun Korkut. imago/ActionPictures Bild in Detailansicht öffnen

"Das Spiel gegen Schalke in Klammern, verteidigen wir anders, wir schalten auch anders um", so Stuttgarts Coach. Seine Mannschaft habe die Tore auf andere Weise erzielt und auch einen anderen Fokus gehabt in der Vorbereitung. "Das sehe ich als Steigerung und auch, dass wir in den Spielen vor Schalke immer präsent und bereit waren zu kämpfen als Einheit." Zudem habe man die zwei Spiele in Unterzahl (0:0 in Köln und 1:1 gegen Schalke) kein Gegentor kassiert. "Was die Sicherheit angeht, was das Verständnis von Abläufen angeht, das ist vorhanden."

Serge Gnabry und Joshua Kimmich bejubeln einen Treffer des FC Bayern München (Foto: IMAGO, imago images / PRiME Media Images)
Serge Gnabry (links) und Joshua Kimmich trugen in der Jugend das Trikot des VfB Stuttgart. Für die Profimannschaft der Schwaben liefen sie allerdings nie auf. Dafür zählen sie beim FC Bayern München mittlerweile zu den absoluten Leistungsträgern. SWR Sport stellt acht weitere Spieler vor, die sowohl für den FC Bayern als auch den VfB Stuttgart am Ball waren. imago images / PRiME Media Images Bild in Detailansicht öffnen
Jürgen Klinsmann spielte von 1984 bis 1989 beim VfB Stuttgart und erzielte in dieser Zeit 94 Tore in 186 Spielen. Unvergessen bleibt sein Fallrückzieher-Tor aus der Saison 1987/88 beim 3:0-Sieg gegen den FC Bayern München. Die Bayern sicherten sich seine Dienste von 1995 bis 1997. Seiner Torquote blieb der gebürtige Göppinger treu: In 84 Spielen erzielte er 48 Tore. imago images / Pressefoto Baumann Bild in Detailansicht öffnen
In der Saison 2004/05 schaffte Torjäger Mario Gomez (links) den Sprung aus der VfB-Jugend in den Profi-Kader. Dort erzielte er Tore wie am Fließband. Die Bayern kauften ihn daher zur Saison 2009/10 für ca. 30. Mio Euro. Dort blieb Gomez bis 2013 und erzielte in 174 Spielen 113 Tore. Über Umwege landete er dann 2018 wieder beim VfB und beendete dort im Sommer 2020 seine Karriere. Insgesamt lief er in 230 Spielen (110 Tore) für Stuttgart auf. imago images / ULMER Pressebildagentur Bild in Detailansicht öffnen
Philipp Lahm wurde mit den Bayern Triple-Sieger, insgesamt achtmal Deutscher Meister und sechsmal DFB-Pokalsieger. Doch seine ersten Bundesliga-Minuten sammelte er beim VfB. Die Bayern liehen ihn von 2003 bis 2005 nach Stuttgart aus. Für die Schwaben absolvierte 71 Spiele (3 Tore). imago images / Claus Bergmann Bild in Detailansicht öffnen
Giovane Élber kam 1994 zum VfB Stuttgart und wurde mit den Schwaben 1997 DFB-Pokalsieger. In 96 Spielen erzielte er 44 Tore, woraufhin es auch ihn in die bayerische Landeshauptstadt zog. Bei den Bayern erzielte er in sechs Jahren (1997-2003) 140 Tore in 266 Einsätzen. imago images / Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
Innenverteidiger Markus Babbel durchlief sämtliche Jugendmannschaften des FC Bayern München und brachte es zwischen 1991 und 2000 auf 261 Spiele (17 Tore) für die Bayern. Zur Saison 2004/2005 landete er dann schließlich beim VfB Stuttgart. Nach 63 Einsätzen (2 Spiele) beendete er 2007 seine Spielerkarriere. Zwischen 2008 und 2009 kehrte er als Trainer nochmals nach Stuttgart zurück. imago images / ExSpo Bild in Detailansicht öffnen
Dieter Hoeneß machte sich mit seinem "Turban-Kopfballtor" im DFB-Pokalfinale 1982 unsterblich bei den Bayern-Fans. Doch seine ersten Schritte im Profibereich machte er beim VfB Stuttgart. Zwischen 1975 und 1979 ging er in Cannstatt auf Torejagd. Nach 116 Spielen und 57 Toren zog es ihn dann nach München. imago images / Horstmüller Bild in Detailansicht öffnen
Bereits in der Jugend lief Holger Badstuber sowohl für den VfB, als auch für den FCB auf. Zwischen 2009 und 2017 trug er dann in 177 Spielen (zwei Tore) das Trikot der Bayern-Profis. Über Schalke 04 landete er im Sommer 2017 dann wieder in Stuttgart. Jüngst hat er seine Karriere beendet. imago images / Sportfoto Rudel Bild in Detailansicht öffnen
Und: Benjamin Pavard: Zur Saison 2019/20 tauschte er Brustring gegen Lederhose. Ein Wechsel der sich gelohnt hat: In seiner ersten Saison mit dem FC Bayern holte er direkt das "Triple". Für den VfB Stuttgart stand Pavard zwischen 2016 und 2019 in 88 Spielen (zwei Tore) auf dem Platz. imago images / Poolfoto UCL Bild in Detailansicht öffnen

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