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Der VfB Stuttgart hat eine überzeugende Saison gespielt. Jetzt liegt der Fokus auf der neuen Spielzeit, doch davor hat Sportdirektor Sven Mislintat noch alle Hände voll zu tun. Denn der Kader der Schwaben könnte sich stark verändern.

Angefangen im Tor

Gregor Kobels Abgang zu Borussia Dortmund ist bereits beschlossen. Der Mainzer Florian Müller gilt aktuell als heißester Anwärter für die Nachfolge. Sollte der Wechsel zustande kommen, dürfte es in der nächsten Saison zu einem Zweikampf mit Fabian Bredlow um die Nummer eins im Tor kommen, wobei Müller die wahrscheinlichere Option darstellt. Nummer drei zwischen den Pfosten ist Jens Grahl, der dienstälteste VfB-Profi.

Die Abwehr wird sich verändern

Die spielstarke Verteidigung um Marc Oliver Kempf, Waldemar Anton und Konstantinos Mavropanos wird sich aller Voraussicht nach ebenfalls verändern. Der 26-jährige Kempf liebäugelt mit einem Wechsel zu Eintracht Frankfurt.

Bei Konstantinos Mavropanos ist die Lage noch unklar. Laut dem "Kicker" besteht für den VfB jedoch die Chance, den von Arsenal London ausgeliehenen Griechen in Stuttgart zu halten, gegebenenfalls sogar mit einer Kaufoption. Bei Waldemar Anton stehen die Zeichen klar auf Verbleib.

Kaminski wechselt - kommt Schlotterbeck?

Nach vier Jahren wird Marcin Kaminski den VfB in Richtung Schalke verlassen. Das Loch in der Verteidigung soll vermutlich Nico Schlotterbeck füllen. Der 21-Jährige ist derzeit bei der U21-Europameisterschaft im Einsatz. Schlotterbeck war vor der Saison vom SC Freiburg an Union Berlin verliehen worden und könnte in Freiburg vor dem Absprung stehen. Spielerisch und körperlich wäre Schlotterbeck ein adäquater Ersatz für Kempf, falls der wechselt.

Sollte Schlotterbeck an den Neckar wechseln, bräuchte es vermutlich noch einen weiteren Verteidiger. Nach den Abgängen von Marcin Kaminski und Holger Badstuber fehlt es an Alternativen in der Abwehrreihe. Nachwuchstalent Luca Mack wird genauso wie Pascal Stenzel und Atakan Karazor in der Vorbereitung auf sich aufmerksam machen müssen.

Endo und Mangala als Stützen im Mittelfeld

Die Mittelfeld-Achse um Wataru Endo und Orel Mangala war in dieser Saison das Prunkstück des VfB. Insbesondere Endo fungierte als Spielgestalter, Taktgeber und Zweikämpfer. Das "Herzstück", wie VfB-Sportdirektor Sven Mislintat den Japaner nennt, war in der abgelaufenen Saison bester Zweikämpfer der Liga und wird auch in der kommenden Saison seine Fußballschuhe für den VfB schnüren.

Orel Mangala wird ebenfalls in Stuttgart bleiben. Der Belgier steigerte sich nach seiner Rückkehr vom Hamburger SV enorm und verlängerte, wie auch Daniel Didavi, erst kürzlich seinen Vertrag. Der bisherige Kapitän Gonzalo Castro hingegen hat den Verein bereits verlassen. Sein Vertrag wurde nicht verlängert.

"Wir wollen das finanzielle Niveau stabilisieren, aber nicht so, dass wir nächste Saison gleich wieder gegen den Abstieg spielen müssen"

Drei Neuverpflichtungen für das Mittelfeld

Zudem stehen bereits drei Neuverpflichtungen für das Mittelfeld fest: Ömer Beyaz von Fenerbahce Istanbul, Alou Kuol von Central Coast Mariners (Australien) sowie Naouirou Ahamada, der bereits von Juventus Turin ausgeliehen war und bei dem mit dem Klassenerhalt eine Kaufverpflichtung griff. Zudem soll Nikolas Nartey (zuletzt an den SV Sandhausen ausgeliehen) künftig das VfB-Trikot tragen.

Mit zehn Torvorlagen machte Borna Sosa auf der linken Außenbahn auf sich aufmerksam. Der Kroate, der gerne für Deutschland bei der Europameisterschaft gespielt hätte, wurde bereits mit mehreren Vereinen in Verbindung gebracht. Der VfB wird versuchen, ihn zu halten. Dennoch scheint ein Wechsel im Sommer möglich.

Thommy und Klement stehen vor dem Absprung

Besonders die rechte Außenbahn ist beim VfB vakant. Nach der schweren Verletzung von Silas Wamangituka stehen Roberto Massimo und Tanguy Coulibaly als Alternativen bereit. Beide werden auch im nächsten Jahr zum Aufgebot des VfB gehören.

Bei Erik Thommy und Philipp Klement stehen die Zeichen hingegen auf Abschied. Sie kamen in der vergangenen Saison kaum zum Zug und dürften den Verein bei einem passenden Angebot verlassen.

Zwei wichtige Spieler könnten wechseln

Im Sturm steht ein Spieler sinnbildlich für die Entwicklung des VfB: Sasa Kalajdzic. Der Zwei-Meter-Mann kämpfte sich nach einer Kreuzbandverletzung eindrucksvoll zurück, erzielte in der abgelaufenen Saison 16 Treffer und bereitete sechs weitere vor. Derzeit bereitet sich Kalajdzic mit der österreichischen Nationalmannschaft auf die Europameisterschaft vor. Sollte er ein starkes Turnier spielen, wird ihn der VfB möglicherweise nicht halten können.

Auch Nicolás González könnte den VfB verlassen. Der Premier-League-Klub Brighton & Hove Albion soll bereit sein, 18 Millionen Euro für den Stürmer zu bezahlen. Der argentinische Nationalspieler laborierte in der Rückrunde immer wieder an Muskelverletzungen, war zuvor aber ein absoluter Erfolgsgarant bei den Schwaben. Obwohl er sein Arbeitspapier erst im letzten Winter bis 2024 verlängerte, könnte bei passender Ablösesumme ein Verkauf für den VfB eine ernsthafte Option darstellen.

Silas Wamangituka bleibt

Ein weitererer Leistungsträger war bis zu seinem Kreuzbandriss Silas Wamangituka. Der Außenbahnspieler erzielte elf Treffer und bereite fünf vor. Durch die schwere Verletzung wird er dem VfB vermutlich erst Anfang nächsten Jahres wieder komplett zur Verfügung stehen.

Hamadi Al Ghaddioui kam in dieser Saison aufgrund einer Schambeinentzündung und eines Syndesmosebandanrisses nur zu fünf Einsätzen, ist jedoch ebenso wie Darko Chulinov für den Kader der neuen Saison vorgesehen.

Zwar versicherte Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger, dass es keinen Ausverkauf geben wird, es könnte sich nach dem Weggang von Gregor Kobel dennoch eine spannende Transfer-Periode entwickeln, in der Sportdirektor Sven Mislintat noch einiges zu tun hat.

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