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Holger Badstuber spielt in den Planungen des VfB Stuttgart keine Rolle mehr. Statt im Erst- soll er nun im Regionalliga-Team mittrainieren. Der frühere Nationalspieler ist am Tiefpunkt. Ergreift er nun doch noch die Flucht?

Für seinen prominentesten Spieler hat der VfB Stuttgart bei den Profis keinen Platz mehr. Holger Badstuber wird nicht länger beim Erst-, sondern fortan beim Viertliga-Team der Schwaben mittrainieren, wie die Schwaben mitteilten.

Ganz unten angekommen

Eine gewaltige Abfuhr für den Abwehrspieler. 31 Länderspiele hat er bestritten, mit dem FC Bayern München wurde er sechs Mal deutscher Meister und 2013 Champions-League-Sieger. Doch zuletzt gab es in seiner Karriere immer weniger Höhen als Tiefen. Nun ist der 31-Jährige - zumindest vorläufig - ganz unten angekommen.

VfB-Sportdirektor Sven Mislintat erklärt die Degradierung

"Mit Blick auf die kommende Saison und darüber hinaus haben wir uns dazu entschieden, in unserem Kader personelle Veränderungen vorzunehmen und im Defensivbereich verstärkt auf andere Spieler zu setzen", erklärte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat, der mit Waldemar Anton (Hannover 96) und Konstantinos Mavropanos (FC Arsenal) in diesem Sommer schon zwei neue Innenverteidiger geholt hat, Badstubers Degradierung. "Diese Entscheidung, die einzig und allein sportliche Gründe hat, haben wir Holger in einem offenen Gespräch mitgeteilt."

Badstuber fügt sich

Badstuber teilte mit, dass er die Entscheidung akzeptiere. Er sei zwar "überzeugt davon, dass ich dem Team in der Bundesliga helfen kann", nehme die neue Aufgabe aber an. Statt auf den Bundesliga-Start gegen den SC Freiburg am dritten September-Wochenende wird er sich ab sofort also auf den der Regionalliga Südwest zwei Wochen zuvor gegen Hessen Kassel vorbereiten.

Sofern er den Klub bis dahin nicht doch noch verlässt. Mislintat und Co. haben ihm einen Wechsel nahegelegt. Badstuber selbst betonte vor einem Monat zwar, dass er seinen gut dotierten und noch bis Ende Juni 2021 laufenden Vertrag erfüllen wolle. Darüber dürfte er nun aber nochmal nachdenken.

Nach der Verlängerung läuft alles schief

Als er 2017 zum VfB, in dessen Jugend er einst schon spielte, zurückkehrte, unterschrieb Badstuber zunächst nur für eine Saison. Er träumte davon, sich nochmal für einen Klub im internationalen Geschäft zu empfehlen, verlängerte letztlich dann aber doch für drei weitere Jahre. Und schon im ersten davon lief fast alles für ihn schief. Erst patzte er, dann verletzte er sich. Dann kam mit Markus Weinzierl ein Trainer, mit dem er schon während seiner Zeit beim FC Schalke 04 zuvor nicht zurecht kam. Und am Ende stand der Abstieg.

In der 2. Liga war Badstuber vergangene Saison zunächst gesetzt, ehe er sich kurz vor dem Rückrunden-Start wieder verletzte. Danach hatte er nur noch fünf Einsätze. Den letzten bei der 1:2-Niederlage beim Karlsruher SC Mitte Juni, in deren Folge er intern lautstarke Kritik übte und sich für den Rest der Saison auf der Bank wiederfand.

"Laut zu werden, wenn es nötig ist, gehört zu meiner Art und Weise. Ich fühle mich verantwortlich und lebe den Fußball", rechtfertigte sich Badstuber nach dem Aufstieg in der "Sport Bild". Er wolle den jungen Mitspielern dadurch nur helfen.

Zu selten eine Hilfe

Doch genau das gelang ihm in den vergangenen drei Jahren beim VfB offenbar viel zu selten. Badstuber wirkte oft unnahbar, mit seinem forschen Auftreten eher einschüchternd als aufbauend. Seine technische Klasse ist nach wie vor unbestritten, das nötige Tempo ihm mit der Zeit aber abhanden gekommen. Und die scheint für ihn in Stuttgart nun endgültig abzulaufen.

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