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Der VfB Stuttgart will die Ausgliederung seiner Profifußball-Abteilung in eine AG trotz der Erkenntnisse aus der Datenaffäre nicht rückgängig machen. "Alle Gremien des VfB Stuttgart stehen auch heute noch zu dieser Entscheidung", sagte Präsident Claus Vogt auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz: "Wir stellen die Ausgliederung nicht in Frage."

"Hinter uns liegen harte Monate, sie waren auch schmerzhaft", sagte Vogt weiter: "Wir bitten alle Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter, Fans und Sponsoren um Entschuldigung für das, was beim VfB passiert ist."

Das Thema sei nun abgeschlossen, sagte Vorstandschef Thomas Hitzlsperger. "Auch ich möchte mich aufrichtig entschuldigen."

Abschlussbericht für Mitglieder nicht zugänglich

Die Aufklärung der Datenaffäre habe sowohl den eingetragenen Verein als auch die AG jeweils einen sechsstelligen Betrag gekostet, wie Vogt und Hitzlsperger sagten. Den Abschlussbericht zur Affäre kann der VfB seinen Mitgliedern vorerst jedoch nicht zugänglich machen. Hintergrund sei, dass sich der VfB in laufenden juristischen Auseinandersetzungen befinde, deshalb sei die Veröffentlichung der während der Untersuchung erstellten Berichte und Gutachten rechtlich nicht möglich. "Selbst eine teilweise Veröffentlichung wäre aktuell juristisch angreifbar", erklärte Vogt. "Das wollen wir nicht, das möchte niemand." Stattdessen würden sich die beiden Köpfe des Clubs von nun an gerne wieder auf den Sport konzentrieren.

"Wollen die Datenaffäre zusammen beenden"

Der VfB-Vorstandschef, der kurz vor dem Jahreswechsel Präsident Vogt unter anderem mit einem offenen Brief attackiert hatte, rief zum Schulterschluss auf. "Claus und ich haben die Datenaffäre zusammen begonnen - und heute wollen wir sie zusammen beenden. Es geht nicht um Vogt oder Hitzlsperger, sondern den VfB Stuttgart", so der frühere Nationalspieler.

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300.000 Euro Strafe

Die Datenaffäre und ihre Aufarbeitung belasteten den VfB Stuttgart seit Monaten und waren zentrale Themen des Machtkampfs zwischen Hitzlsperger und Vogt. Zwischen 2016 und 2018 sollen vom Club wiederholt Zehntausende Mitgliederdaten an Dritte weitergereicht worden sein - unter anderem, um die im Sommer 2017 beschlossene Ausgliederung der Profiabteilung voranzutreiben.

Vom Land Baden-Württemberg war der VfB wegen Verstößen gegen den Datenschutz mit einem Bußgeld von 300.000 Euro bestraft worden. Baden-Württembergs Datenschutzbeauftragter Stefan Brink hatte diese Strafe mit einer "fahrlässigen Verletzung der datenschutzrechtlichen Rechenschaftspflicht" gemäß der Datenschutz-Grundverordnung begründet. Mit der Aufklärung der Affäre war auch die Kanzlei Esecon beauftragt worden.

Hitzlsperger will langfristig VfB-Boss bleiben

Der VfB-Vorstandschef will auch über das Ende seines bis zum 31. Oktober 2022 laufenden Vertrages hinaus Vorstandsvorsitzender beim VfB bleiben. "Ich möchte hier bleiben, ganz einfach, und zwar lange. Wir haben viel vor uns".

Seine persönliche Zukunft beim VfB macht Hitzlsperger nicht abhängig von einer wahrscheinlichen Wiederwahl Vogts bei der Mitgliederversammlung im kommenden Juli. "Wir haben gesprochen, wir sprechen heute. Wir wissen, was die Aufgaben sind, wir erledigen die Aufgaben", sagte Hitzlsperger über sein Verhältnis zu Vogt. Ein Verein könne auch funktionieren, "wenn sich zwei Leute nicht grün sind". Vogt fügte hinzu: "Ich freue mich, wenn ich im Juli wiedergewählt werde, Thomas der Vorstandsvorsitzende ist und wir beide gemeinsam nächstes Jahr für den VfB zusammenarbeiten."

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