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Thomas Hitzlsperger, Vorstandsboss des VfB Stuttgart, hat sich auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz zur "Datenaffäre" und deren Aufklärung geäußert.

"Die letzten drei Wochen waren für mich wahrscheinlich die größte Herausforderung überhaupt. Das war sehr schwer und hat mich sehr angefasst", sagte Hitzlsperger: "Die persönlichen Vorwürfe, die gegen mich im Raum stehen, haben mich sehr verletzt." Er sehe "all das infrage gestellt, was ich mein ganzes Leben gemacht habe. Dagegen möchte ich mich entschieden wehren".

Deutliche Worte, die sich auf die Datenaffäre und deren Aufklärung beziehen. Zwischen 2016 und 2018 sollen VfB-Mitarbeiter wiederholt Mitgliederdaten an Dritte weitergegeben haben. VfB-Präsident Claus Vogt beauftragte nach Bekanntwerden der Unregelmäßigkeiten die externe Firma Esecon mit der Aufarbeitung. Um den Jahreswechsel hatte Hitzslperger Vogt in einem offenen Brief scharf attackiert - auch in Sachen Datenaffäre. Dagegen hatte sich Vogt - ebenfalls öffentlich - entschieden gewehrt und seinerseits den Vorstandsboss attackiert.

"Vorwürfe treffen mich sehr hart"

Hitzlsperger widersprach nun vehement dem Vorwurf, er hintertreibe die Aufklärung der Datenaffäre. Er nannte die Anschuldigungen "unbegründet und falsch. Der Vorwurf der Intransparenz und des mangelnden Aufklärungswillens trifft mich sehr hart".

Hitzlsperger bittet um Geduld

Die Datenaffäre werde natürlich vollumfänglich aufgeklärt, so der frühere Profi. "Wir werden Konsequenzen ziehen, wenn der Abschlussbericht von Esecon auf dem Tisch liegt. Fehlbares Verhalten wird sanktioniert werden", sagte er, mahnte aber Geduld an: "Warten wir doch den Abschlussbericht ab, ehe wir urteilen."

Wenn dieser Bericht vorliege, werde man beratschlagen, was daraus abzuleiten sei. "Wir klären auf, tun das aber rechtskonform. Dann werden wir Konsequenzen ziehen", sagte Hitzlsperger.

"Ich bin kein Spalter"

Auch die jüngsten Anfeindungen durch die VfB-Fans im Zuge des Machtkampfes machten ihm zu schaffen, berichtete der 38-Jährige. "Ich bin überrascht über die Intensität. Es trifft mich persönlich sehr, was ich erfahre, hören oder lesen musste. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass ich als Spalter bezeichnet werde. Ich bin kein Spalter!" Stattdessen stehe er zu seinem "Wertekanon".

"Nicht meine größte Sternstunde"

Ob er seine um die Jahresfrist eingereichte Kandidatur um das Präsidentenamt beim VfB Stuttgart aufrechterhalten werde, wollte der 38-Jährige nicht beantworten: "Zu meiner Bewerbung werde ich mich noch einmal zeitnah äußern." Als Zeitraum nannte er "die nächsten Tage". Seinen offenen Brief zum Jahreswechsel, in dem er Vogt scharf attackiert und eine Kampfkandidatur gegen den Präsidenten angekündigt hatte, nannte Hitzlsperger rückblickend einen Fehler: "Das war nicht meine größte Sternstunde." Er habe sich "unter Druck dazu verleiten lassen".

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