Vorstandschef Thomas Hitzlsperger vom VfB Stuttgart  (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | Bundesliga

Datenaffäre: Drohen dem VfB Stuttgart bis zu 20 Millionen Euro Strafe?

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Vorstandschef Thomas Hitzlsperger vom VfB Stuttgart hofft in der Datenaffäre trotz der Eröffnung eines Bußgeldverfahrens auf ein schnelles Ende. Dem Verein aber droht eine saftige Strafzahlung.

Am Mittwochabend hatte Stefan Brink, der Landesbeauftragte für Datenschutz in Baden-Württemberg, in einer Pressemeldung mitgeteilt, dass gegen den Verein ein Bußgeldverfahren eröffnet werde. "Die Datenschutzverstöße sind erheblich", hieß es, dafür gebe es "hinreichende tatsächliche Anhaltspunkte". Es werde "weitergehende Ermittlungen geben".

"Bußgeld kann bis zu 20 Millionen Euro betragen"

Auf Anfrage von SWR Sport teilte Brink jetzt mit, dass dem VfB Stuttgart eine empfindliche Geldstrafe drohen könnte. "Wir haben umgestellt als Aufsichtsbehörde von einem Prüfverfahren in ein Bußgeldverfahren. Das gibt uns jetzt die Möglichkeit, mit staatsanwaltlichen Mitteln zu agieren, insbesondere auch weitere Zeugenaussagen vorzunehmen und damit aufzuklären, ob und in welchem Umfang Datenschutz-Verstöße nachweisbar sind", so Brink. "Die Datenschutz-Grundverordnung sieht in einem solchen Bußgeldverfahren ein erhebliches Bußgeld vor, das bis zu 20 Millionen Euro betragen kann."

Der Datenschutz-Beauftragte des Landes sagte gegenüber SWR Sport weiter, und hier droht den Stuttgartern heftiges finanzielles Ungemach: "Die VfB-AG, gegen die sich das Bußgeldverfahren richtet, ist eine sehr umsatzstarke Einheit, so dass sich für den Fall, wenn sich die Vorwürfe nachweisen lassen, ein erhebliches Bußgeld zu erwarten wäre."

Hitzlsperger "nicht überrascht"

VfB-Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger zeigte sich am Rande des Pokal-Achtelfinales gegen Gladbach (1:2) von dem Vorgehen der Behörde "erst einmal nicht überrascht. Ich wusste schon letzte Woche, dass es ein Bußgeldverfahren geben wird. Jetzt geht es darum, weiter zu kooperieren".

Parallel liegen offenbar die Untersuchungsergebnisse der Kanzlei Esecon in der Affäre vor. Jetzt wird intern heftig darüber gestritten, wer den Abschlussbericht rechtlich bewertet.

Weitere Zuspitzung im Machtkampf

Es ist eine weitere Zuspitzung im schmutzigen Machtkampf zwischen Präsident Claus Vogt und der restlichen VfB-Führung. Vogt hatte bereits mit seiner Ankündigung, die für den 18. März geplante Mitgliederversammlung in den September zu verschieben, für reichlich Aufregung und Missstimmung gesorgt.

Hitzlsperger, der seine Präsidentschafts-Kandidatur am Wochenende zurückgezogen hatte, will trotz aller Diskrepanzen bei den Schwaben versuchen, "Stück für Stück Ruhe reinzubringen" - damit wieder der Sport "in den Vordergrund rückt". Es sei ohnehin "beeindruckend, wie Mannschaft und Trainer mit der Unruhe umgehen", sagte er.

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