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Seit dem 15. Oktober 2019 ist Thomas Hitzlsperger Vorstandsvorsitzender der VfB Stuttgart 1893 AG. Er verantwortet die Ressorts Sport, Unternehmensstrategie und Kommunikation. Im Gespräch mit SWR-Sport zieht er eine Bilanz seiner ersten 100 Tage.

"Eins kann ich sagen: Die Freude ist noch die gleiche wie am ersten Tag. Das ist eine gute Voraussetzung für die nächsten 100."

Thomas Hitzlsperger auf die Frage: Ist der Job so, wie Sie sich ihn vorgestellt haben?

Thomas Hitzlsperger war beim VfB Stuttgart Spieler, Sport-Vorstand und Direktor des Nachwuchsleistungszentrums, bevor er vom Aufsichtsrat des VfB zum Vorstandsvorsitzenden berufen wurde. Der 37-Jährige kennt den Verein also in vielen Facetten und in den letzten Monaten hat er ihn noch besser kennengelernt. Seine "Lehrzeit" in dieser zentralen Machtposition ist aber noch keinesfalls vorbei. "Nein, das geht hoffentlich noch ganz lange. Jetzt habe ich nach 100 Tagen sehr viel Neues erfahren und neue Themen entdeckt, die wichtig sind als Vorstandsvorsitzender."

Der Wiederaufstieg des VfB Stuttgart ist "ein klares Ziel"

Die letzten Monate hat Hitzlsperger genutzt, um den Puls des Vereins aufzunehmen. "Hitze" hat gewissermaßen sein Ohr an den Brustring gelegt. Was er da gehört hat, fließt ein in seine mittelfristigen Ziele: den Nachwuchs besser in die Profimannschaft zu integrieren, den VfB strategisch aufzustellen, den Stadionumbau voranzutreiben, die Investorensuche zu intensivieren und das Trainingsgelände zu optimieren. Das sind viele Themenfelder und über allem hängt das Hauptziel: sofortiger Wiederaufstieg: "Es ist ein Auftrag, es ist ein klares Ziel - jeder weiß darum, keiner kann darum diskutieren, ob das jetzt richtig oder falsch ist", so Hitzlsperger.

Die Kernkompetenz von Thomas Hitzlsperger ist nach wie vor der Profifußball. Natürlich stellt sich da die Frage: Wie nahe ist er als Vorstandsvorsitzender noch mit dem Alltagsgeschäft verbandelt - und damit mit dem Sportdirektor Sven Mislintat? "Das funktioniert sehr gut. Ich brauche die Nähe zum Sport. Da möchte ich mich nicht rausnehmen. Ich habe großes Vertrauen in Sven."

Pellegrino Matarazzo ist mittlerweile der vierte Trainer, den Thomas Hitzlsperger mit zu verantworten hat. Für seine Reputation ist es enorm wichtig, dass der Italoamerikaner die sportlichen Ziele des VfB erreicht. Erwin Staudt ist da etwas anderer Meinung. Nach der Wahrnehmung des Ehrenpräsidenten macht Thomas Hitzlsperger so oder so einen guten Job. "Ich habe schon den Eindruck, dass er sich mit der Rolle identifiziert hat und auch Direktiven vorgibt. Er führt," so der 71-Jährige. Vom Aufstieg abhängig ist Hitzlsperger seiner Meinung nach nicht. "Ich sehe das nicht so eng", sagte Staudt. "Was ich sehe, ist, dass die Kaderplanung System hat, dass man versucht durch personalpolitische Entscheidungen in die Spur zu kommen. Das finde ich alles zielführend." Die Entscheidung für Pellegrino Matarazzo als Nachfolger von Tim Walter belege, dass Hitzlsperger "Mut hat und auch bereit ist, neue Wege zu gehen. Das finde ich durchaus positiv. Staudt betonte, er wünsche dem 37-Jährigen "Erfolg. Das wollen wir alle. Wir wollen alle zurück in die Bundesliga, nicht nur er."

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