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Stürmer Sasa Kalajdzic trifft derzeit fast nach Belieben. Für seinen Verein VfB Stuttgart und für die Nationalmannschaft Österreichs. Der ehemalige Torhüter des VfB, Franz Wohlfahrt, schwärmt im Gespräch mit den "Stuttgarter Nachrichten" von seinem Landsmann.

Franz Wohlfahrt bestritt für den VfB Stuttgart zwischen 1996 und 2000 insgesamt 118 Bundesligaspiele. Er gewann mit den Schwaben 1997 den DFB-Pokal und stand ein Jahr später im Europapokal-Finale des damaligen Pokalsieger-Wettbewerbs. Betreut wurde der VfB damals vom heutigen Bundestrainer Joachim Löw. Aktuell ist der 56-Jährige Geschäftsführer Sport beim österreichischen Bundesligisten FC Admira Wacker Mödling. Vor zwei Jahren wechselte Sasa Kalajdzic für rund 2,5 Millionen Euro aus Mödling zum VfB.

Auf dem Weg zum Helden der Nation

Der zwei Meter große Mittelstürmer hat in der laufenden Saison für die Schwaben in 25 Spielen schon 13 mal getroffen. Auch in der WM-Qualifikation verbucht er nach zwei Partien bereits drei Treffer. Es läuft beim 23-Jährigen und Österreich steht Kopf: "Sie können sich sicher vorstellen, was hier los ist, wenn einer in zwei Länderspielen drei Tore schießt. Dann sind die Zeitungen voll mit Jubelgeschichten," weiß Franz Wohlfahrt zu berichten.

Sasa Kalajdzic ist also auf dem besten Weg in seinem Heimatland zu einem Idol zu werden. Und das obwohl er in der österreichischen Bundesliga lediglich 33 Partien absolviert hat. "Insidern war Sasa schon länger bekannt. Sein kometenhafter Aufstieg in der deutschen Bundesliga hat sehr viele überrascht, zumal nach seiner langen Verletzungspause", so Wohlfahrt gegenüber den "Stuttgarter Nachrichten".

Admira Mödling verdient mit am Erfolg von Sasa Kalajdzic

Durch den Erfolg seines Landsmanns hat Franz Wohlfahrt doppelten Grund zur Freude: "Wir freuen uns alle mit ihm und verfolgen seine Entwicklung genau." Und das auch aus gutem Grund: "Je erfolgreicher er spielt, desto besser ist es auch für uns." Will heißen: Bei einem etwaigen Transfer von Kalajdzic zu einem neuen Verein partizipiert auch Admira Wacker Mödling.

Wie genau Mödling am Aufschwung des 23-Jährigen partizipiert, wollte Wohlfahrt nicht verraten. "Ich darf nicht mit Ihnen über konkrete Vertragsinhalte plaudern. Aber Sie können fest davon ausgehen, dass wir bei jedem seiner Tore einen Grund haben mitzujubeln", sagte der 56-Jährige. Es ist nun aber nicht so, dass Franz Wohlfahrt sehnsüchtig darauf wartet, dass beispielsweise ein Schwergewicht der englischen Premier League beim VfB vorstellig wird: "Er sollte sich genau überlegen, zu welchem Club er mit seiner Spielweise am besten passt. Und er sollte, aus meiner Sicht, mindestens ein weiteres Jahr beim VfB bleiben."

"Ich denke es ist die österreichische Mentalität, die ihn von vielen anderen Spielern unterscheidet."

Franz Wohlfahrt über das sympathische Auftreten von Sasa Kalajdzic

Franz Wohlfahrt erlebte damals beim VfB Stuttgart nach eigener Aussage "die schönste Zeit in meiner Karriere." Anders als Sasa Kalajdzic war er aber schon 32 Jahre alt, als er zum VfB kam: "Sasa ist erst 23 und hat noch alles vor sich." Bei der Entwicklung des Mittelstürmers sieht Wohlfahrt sowieso kein Limit. "Ich traue ihm alles zu. Das Wichtigste ist im Profisport immer, dass man auch Krisen überwindet und sich durchboxt, wenn es mal nicht läuft. Dass Sasa dazu in der Lage ist, hat er mit seiner schweren Knieverletzung ja bereits bewiesen."

Auf dem Boden geblieben

Seiner Entwicklung sicher zuträglich, ist nicht nur, dass Sasa Kalajdzic weiß, wo das Tor steht, sondern dass der Zwei-Meter-Mann schlicht und ergreifend auf dem Boden geblieben ist. "Dadurch, dass er für heutige Verhältnisse erst relativ spät Profi geworden ist, hat er auch die nötige Demut zu wissen, dass das alles nicht selbstverständlich ist." Da bleibt nur zu hoffen, dass die mittelfristige sportliche Zukunft von Sasa Kalajdzic und dem VfB Stuttgart rosiger ausschaut als die von Franz Wohlfahrt. Der FC Admira Wacker Mödling steht nämlich nach Ende der Hauptrunde der österreichischen Bundesliga auf dem letzten Platz.

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