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Beim VfB Stuttgart geht es auf der Führungsebene derzeit drunter und drüber. Der öffentlich ausgetragene Machtkampf und die Auswirkungen der sogenannten Datenaffäre hatten in den letzten Tagen zu zahlreichen Konsequenzen geführt. Unter anderem war Amtsinhaber Claus Vogt vom Vereinsbeirat überraschenderweise zum einzigen Kandidaten für die Präsidentschafts-Neuwahlen nominiert worden. Ehrenpräsident Erwin Staudt übte daran nun scharfe Kritik.

"Ich weiß aus meiner Zeit als Präsident, dass die Mitglieder wählen wollen - und das heißt auswählen! Ich finde es schade, dass diese Erwartungshaltung nicht bedient wurde vom Beirat", sagte der 72-Jährige der "Bild"-Zeitung.

"Volker Zeh ist wählbar"

Für Staudt hat das Gremium damit eine falsche Entscheidung getroffen. "Zumal wir neben Vogt noch einen Bewerber hatten: Volker Zeh. Warum stellen sie den nicht auf? Ich kenne ihn. Ein Mann, den man wirklich ernst nehmen muss für so eine Aufgabe. Der kann das. Der ist wählbar", so der frühere VfB-Präsident (2003 - 2011).

"Stillos" und undemokratisch: Volker Zeh fordert eine echte VfB-Präsidentenwahl

Unternehmer Zeh hatte vor wenigen Tagen im exklusiven Interview mit SWR Sport bereits scharfe Kritik am Auswahlverfahren des Vereinsbeirats geübt. "Ich war leicht enttäuscht. Denn von Anfang an wurde von Seiten des Beirats kommuniziert, dass zwei Bewerber zur Wahl zugelassen werden", hatte Zeh gesagt. Und weiter: "Ich wüsste nicht, welche Erklärung es geben könnte. Ich erfülle die gleichen Anforderungen durch meine Vita wie Herr Vogt. Ich finde das Verfahren stillos. Die Mitglieder des Beirats sollten sich an demokratische Regeln halten. Meiner Meinung nach wurden diese missachtet."

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"So stelle ich mir Demokratie vor"

Staudt sieht es genauso. Die Mitglieder des VfB Stuttgart müssten zwischen zwei oder mehreren Bewerbern wählen können, so der Leonberger. "So stelle ich mir Demokratie vor. Ich würde mir wünschen, dass zwei Leute kandidieren. Vielleicht überlegt der Beirat in seiner neuen Besetzung sich das nochmal. Die werden nochmal diskutieren", sagte er.

Das Vogt nach dem öffentlich ausgetragenen Machtkampf überhaupt nominiert worden ist, hält Staudt indes für einen Erfolg. "Weil er gewählt ist", begründete er: "Nur die Mitglieder können entscheiden, ob er bleibt oder geht. Und nicht der Vereinsbeirat."

Bevor das Gremium am letzten Sonntag für die Entscheidung für Vogt und gegen einen zweiten Kandidaten gefällt hatte, war das Thema Präsidentschaftsnominierung beim VfB Stuttgart lange Zeit in der Öffentlichkeit diskutiert worden. Eigentlich hätten zwei Kandidaten zur Wahl stehen sollen. "Aus dem Kreis der infrage kommenden mehrheitsfähigen Persönlichkeiten gab es jedoch keine Bereitschaft, gegen den Amtsinhaber zu kandidieren", schrieb der Vereinsbeirat in einem Statement.

Vogt und Hitzlsperger gehen aufeinander zu

Vogt darf sich damit im Machtkampf des schwäbischen Bundesligisten mit Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger bestätigt fühlen. Zuvor galt es als unklar, ob der Vereinsbeirat Vogt überhaupt zulässt. Der Unternehmer galt lange als isoliert. Hitzlsperger wollte ihn loswerden, hatte seine eigene Bewerbung für das Präsidentenamt kürzlich aber wieder zurückgezogen. Zuletzt hatten Hitzlsperger und Vogt in einem Statement verlautbaren lassen, "bereits aufeinander zugegangen und weiter im engen Austausch über die aktuelle Situation", zu sein. Und weiter: "Wir werden gemeinsam alles zum Wohle unseres Vereins geben, um auch aus dieser anspruchsvollen Zeit gestärkt hervorzugehen."

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