Aufsteiger VfB Stuttgart verzückt die Bundesliga (Foto: picture-alliance / Reportdienste, Picture Alliance)

Fußball | Bundesliga

Die "neuen Jungen Wilden" des VfB Stuttgart verzücken die Bundesliga

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23,37 Jahre alt war die Startelf des VfB Stuttgart im Spiel bei Borussia Dortmund. Die "Jungen Wilden" boten begeisternden Fußball und zerlegten den BVB mit 5:1. Die Liga staunt über die Schwaben.

Der wohl größte Moment seit dem Wiederaufstieg des VfB Stuttgart versetzte Thomas Hitzlsperger in Hochstimmung. "Ich könnt Konfetti kotzen, so happy bin ich über das, was ich gerade sehen durfte", kommentierte der Vorstandschef der Schwaben nur wenige Minuten nach dem 5:1 (1:1)-Coup bei Borussia Dortmund via twitter.

Matarazzo: "Haben brutal funktioniert"

Dass der Underdog dem hohen Favoriten aus dem Revier ausgerechnet in dessen Paradedisziplin Tempofußball eine Lehrstunde erteilte, erfüllte auch Pellegrino Matarazzo mit Stolz. "Wir haben brutal als Einheit funktioniert und mit Dominanz und Überzeugung gespielt", schwärmte der VfB-Coach.

Höchste BVB-Heimpleite seit 2009

Die Stuttgarter scheinen auf gutem Weg, eine neue Attraktion der Liga zu werden. Mit viel Spielwitz, höchstem Tempo und imposanter Zweikampfführung sorgten sie für die höchste Heimniederlage des BVB seit September 2009. Dass dem VfB dieses Kunststück mit seiner zweitjüngsten Startelf der Bundesliga-Historie (23,37 Jahre) gelang, erhöhte die Freude. Es entsteht augenscheinlich eine neue Generation der "Jungen Wilden", deren Vorgänger zu Beginn des Jahrtausends den Begriff geprägt hatten.

Kobel: "Geiler Sieg"

Torhüter Gregor Kobel ist guter Dinge, dass der Aufwärtstrend auch in den kommenden Wochen anhält. "Es ist ein geiler Sieg, der uns sehr viel Selbstvertrauen gibt", sagte der Schweizer. Mit den Treffern von Silas Wamangituka (26. Minute/Foulelfmeter, 53.), Philipp Förster (60.), Tanguy Coulibaly (63.) und Nicolas González (90.+1) war die Borussia sogar noch gut bedient.

Matarazzo auf Löws Spuren

"Wir hatten einfach den besseren Plan als der Gegner", verwies Torschütze Förster auf die kluge Matchstrategie seines Trainers. Matarazzo blieb in seinen ersten sechs Bundesliga-Auswärtsspielen ohne Niederlage. Das schafften vor ihm nur sechs andere Fußball-Lehrer, darunter auch Jogi Löw in der Saison 1996/97 ebenfalls mit Stuttgart.

Der Coach gab die Komplimente an seine Spieler zurück: "Wir machen sehr gute Schritte in guter Geschwindigkeit. Es ist ein enormes Trainingsniveau und Engagement. Das ist der Grund, warum wir so schnell vorankommen."

Nach Einschätzung von Matarazzo ist die Mannschaft noch lange nicht am Optimum: "Bei Silas und bei vielen anderen Spielern ist das Potenzial grenzenlos."

Die gute Perspektive des Teams ist auch ein Verdienst von Sven Mislintat. Zwischen 2006 bis 2017 war der 48-Jährige Scout in Dortmund und kehrte nun als VfB-Sportdirektor an seine alte Wirkungsstätte zurück. Spiele wie in Dortmund dürften dazu beitragen, dass sein im Sommer auslaufender Vertrag in Kürze verlängert wird.

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