VfB Stuttgart Flaggen  (Foto: imago images, Alexander Keppler via www.imago-images.de; )

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Welche Strafe droht dem VfB Stuttgart im Datenskandal?

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Der VfB Stuttgart steckt in einer massiven internen Krise. Schuld ist unter anderem der Datenskandal. Mitgliederdaten sollen unrechtmäßig an Dritte weitergegeben worden sein. Welche Strafen drohen dem Verein?

Hat der VfB Stuttgart Mitgliederdaten unrechtmäßig weitergegeben? Wenn diese Frage am Ende mit "ja" beantwortet wird, drohen dem Verein und den Verantwortlichen empfindliche Geldstrafen. SWR4- Moderatorin Ute Weber sprach mit dem Juristen Prof. Dr. Christoph Buchert über mögliche Konsequenzen. Er ist Professor für Strafrecht an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung in Nordrhein-Westfalen und war früher Gerichtssprecher in Stuttgart. Hier die wichtigsten Ausschnitte des Interviews.

SWR: Lassen sie uns über den VfB reden über den Datenskandal, wurde jetzt gegen Recht verstoßen oder nicht?

Prof. Dr. Christoph Buchert: Ja, das ist tatsächlich noch Tatfrage, hier muss man die konkreten Untersuchungsergebnisse sicherlich abwarten. Allerdings spricht einiges dafür, dass in der Tat tausende Mitgliederdaten ohne Rechtstgrundlage an Dritte weitergereicht wurden. Schwierig ist hier aber, den Unrechtsgehalt zu bestimmen, denn der Verein darf natürlich externe Personen mit der Pressearbeit via facebook und Co. beauftragen, und in diesem Rahmen darf er natürlich auch Mitgliederdaten übermitteln. Insofern kann man einerseits sagen, dass wir hier nur einen formalen Verstoß haben, da es vordergründig nur an dieser Vertragsgrundlage fehlt, der das Ganze eben auch transparent macht. Und sollte hier nun tatsächlich so eine Art Guerilla-Marketing vorliegen, dann könnte es sein, dass man hier bewusst auf eine transparente Regelung verzichtet hat, um - hier böse formuliert - im Geheimen zu operieren. Das wäre natürlich etwas, das diesen formalen Verstoß in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen würde und, aber das ist meine persönliche Meinung, für einen Verein, der für Offenheit und Transparenz steht, ein großer Tabubruch wäre.

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Fußball | Bundesliga Datenschutzbeauftragter: "Erhebliche Datenschutzverstöße" beim VfB

Im Datenskandal um den VfB Stuttgart sollen Mitgliederdaten unrechtmäßig an Dritte weitergegeben worden sein. Am Mittwochabend wurde die Bewertung durch den Datenschutzbeauftragten des Landes Baden-Württemberg, Dr. Stefan Brink, veröffentlicht.  mehr...

Sollte der VfB Stuttgart also gegen Datenschutzrichtlinien verstoßen haben, welche Sanktionen drohen dann dem Verein?

Die Vorgänge, die hier im Raum stehen, beziehen sich ja auf das Jahr 2017. Das ist also außerhalb des Anwendungsbereichs der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Die haben wir erst seit 2018, und die sieht ganz erhebliche Bußgelder vor für Fälle, in denen Daten rechtswidrig verwendet werden. Aber auch schon vor der DSGVO gab es natürlich ein Bundesdatenschutzgesetz. Und auch das hat klare Regelungen vorgegeben, wie mit Daten zu verfahren ist, und auch das sieht Bußgeldvorschriften vor, beziehungsweise sogar Strafvorschriften.

Die Bußgelder, die damals galten, sind aber deutlich geringer als das was wir heutzutage erwarten können. Meines Erachtens wird der Verein hier mit einem blauen Auge davon kommen. (..) Der Bußgeldrahmen zur damaligen Zeit (2017) lag bei 300.000 Euro. In dem Fall würde ich persönlich vielleicht von einem Bußgeld von 50.000 bis 100.000 Euro ausgehen. Aber das muss man mit größter Vorsicht sehen, das kann nur unter Berücksichtigung aller einzelnen Umstände endgültig beurteilt werden.

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