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Im Datenskandal um den VfB Stuttgart sollen Mitgliederdaten unrechtmäßig an Dritte weitergegeben worden sein. Am Mittwochabend wurde die Bewertung durch den Datenschutzbeauftragten des Landes Baden-Württemberg, Dr. Stefan Brink, veröffentlicht.

Dr. Stefan Brink hat über mehrere Monate die Datenverarbeitungen in Verein und AG rund um die Mitgliederversammlung geprüft. Damals wurde über die Ausgliederung der Profifußballabteilung des VfB Stuttgart entschieden. Zudem wurden einzelne Datentransfers an einen externen Dienstleister der VfB Stuttgart im Jahr 2018 und Fragen zur aktuellen Umsetzung der geltenden Rechtslage untersucht.

Bußgeldverfahren gegen VfB eingeleitet

Der Datenschutzbeauftragte kam jetzt zum Ergebnis, dass "hinreichende Anhaltspunkte für Datenschutz-Verstöße der VfB Stuttgart 1893 AG vorliegen, welche die Einleitung eines Bußgeldverfahrens geboten erscheinen lassen". Dem Landesbeauftragten stehen bei Datenschutzverstößen sämtliche Abhilfebefugnisse nach Art. 58 Abs. 2 DS-GVO zur Verfügung, zu denen auch ein Bußgeldverfahren gehört.

Weitergehende Ermittlungen

Jetzt soll es weitergehende Ermittlungen durch den Landesbeauftragten geben. Dabei stünden "Befugnisse zur Verfügung, die im Wesentlichen mit denen einer Staatsanwaltschaft vergleichbar sind".

Zudem erklärte Dr. Brink, dass der VfB Stuttgart die bisherigen Aufklärungsmaßnahmen unterstützt habe und sich weiterhin kooperationsbereit erkläre.

Hitzlsperger spricht von "konstruktiven Treffen" mit Brink

"Ich wusste schon seit letzter Woche, dass es ein Bußgeldverfahren gibt", sagte Vorstandschef Thomas Hitzlsperger vor dem Pokalspiel in der ARD. Er sprach von einem konstruktiven Treffen mit Brink am Mittwoch. "Wir haben noch Neues erfahren. Und jetzt geht es darum, auch weiter so zu kooperieren", sagte der 38-Jährige. Die Behörde habe das bisher honoriert. "Wir wollen das zum Abschluss bringen mit einem VfB, der kooperiert." Er sei "guter Dinge".

Welche Strafe droht dem VfB Stuttgart im Datenskandal?

SWR4- Moderatorin Ute Weber hat mit dem Juristen Prof. Dr. Christoph Buchert über mögliche Konsequenzen für den VfB Stuttgart gesprochen, falls der Verein tatsächlich Mitgliederdaten unrechtmäßig weitergegeben hat. Buchert ist Professor für Strafrecht an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung in Nordrhein-Westfalen und war früher Gerichtssprecher in Stuttgart. Hier die wichtigsten Ausschnitte des Interviews.

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