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Paukenschlag im Machtkampf: Wie der Vereinsbeirat des VfB Stuttgart am Sonntag mitteilt, wird der amtierende Präsident Claus Vogt alleiniger Präsidentschaftskandidat.

Unerwartete Wende beim schwäbischen Traditionsverein: Der Vereinsbeirat des VfB Stuttgart hat in einer Sitzung am Sonntag den derzeitigen Präsidenten Claus Vogt als Kandidaten für die bevorstehende Präsidentschaftswahl nominiert. In einer schriftlichen Stellungnahme hieß es, das Ziel des Beirats sei es immer gewesen, den Mitgliedern auf der Mitgliederversammlung möglichst zwei geeignete Kandidaten präsentieren zu können. Aus diesem Grund seien in den vergangenen Wochen auch mehrere Gespräche mit weiteren Personen geführt worden.

"Aus dem Kreis der infrage kommenden mehrheitsfähigen Persönlichkeiten habe es jedoch keine Bereitschaft gegeben, gegen den Amtsinhaber zu kandidieren, so dass Claus Vogt nun als alleiniger Kandidat für das Präsidentenamt für die kommenden vier Jahre antreten werde."

Vereinsbeirat des VfB Stuttgart in einer Pressemitteilung

Der weitere Bewerber Volker Zeh steht durch die Entscheidung des Beirats somit nicht zur Wahl. Gleichzeitig appellierte der Beirat an die Mitglieder, an der für den 28. März geplanten Mitgliederversammlung teilzunehmen und ihre Stimme abzugeben. Der VfB stehe vor gewaltigen Herausforderungen, die nur gemeinsam bewältigt werden könnten.

Drei Beiratsmitglieder treten zurück

Folgen hat die Sitzung am Sonntag auch für die Besetzung des Vereinsbeirats. Der Vorsitzende Wolf-Dietrich Erhard habe am Ende der Sitzung mitgeteilt, dass er mit "sofortiger Wirkung" sein Mandat ruhen lassen werde, teilte der Club mit. "Auch wenn ich persönlich nichts mit der Datenschutzaffäre zu tun habe, möchte ich mit meiner Entscheidung dazu beitragen, dass ein personeller Neuanfang möglich ist", sagte Erhard. Claudia Maintok, stellvertretende Beiratsvorsitzende, und James Bührer legten aus persönlichen Gründen vor der eigentlichen Sitzung ihre Ämter nieder.

Bereits zwei Vorstände abberufen

Bereits am Samstag hatte der Aufsichtsrat der VfB Stuttgart 1893 AG in einer außerordentlichen Sitzung erste Personalentscheidungen getroffen und Jochen Röttgermann, Marketingvorstand, und Stefan Heim, Finanzvorstand, abberufen. Außerdem war dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Hitzlsperger das "uneingeschränkte Vertrauen" ausgesprochen worden.

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Wie der Aufsichtsrat der VfB Stuttgart 1893 AG mitteilt, hat er in einer außerordentlichen Sitzung am Samstag entschieden, den Vorstand für Marketing und Vertrieb sowie den Finanz-Vorstand mit sofortiger Wirkung abzuberufen.  mehr...

Seit Wochen Streit und Unruhe im Verein

Es brodelt seit Wochen hinter den Kulissen des Vereins. Gegen den VfB war wegen des Verdachts des Geheimnisverrats ein Bußgeldverfahren eröffnet worden. Am Freitag hatte das Präsidium gegen den Willen des Präsidenten Vogt entschieden, dass die Mitgliederversammlung am 28. März und in digitaler Form stattfinden soll. Hitzlsperger hatte darüber hinaus Vogt Ende des vergangenen Jahres scharf kritisiert und eine Kampfkandidatur für die Präsidentschaft angekündigt. Später entschuldigte sich der Ex-Nationalspieler für seine Wortwahl und zog seine Kandidatur zurück.

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