VfB-Vorstandsvorsitzender Alexander Wehrle beim Spiel der U17 des VfB gegen Hertha BSC. (Foto: imago images, IMAGO/Sportfoto Rudel)

Fußball | Bundesliga

VfB-Vorstandschef Wehrle: "Relegation kann auch Spaß machen"

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Mit dem VfB Stuttgart kämpft Alexander Wehrle als Vorstandsvorsitzender aktuell gegen den Abstieg. Bei "SWR Sport" gibt der 47-Jährige den Relegationsplatz als "klares Ziel" aus und spricht über die parallelen Planungen für die 1. und 2. Bundesliga.

Seit gut einem Monat ist Alexander Wehrle nun Vorstandsvorsitzender beim VfB. Als Diplom-Verwaltungswissenschaftler kennt er sich mit Zahlen bestens aus. Eine Rechnung dürfte ihm aktuell aber trotzdem Kopfzerbrechen bereiten: Hat der VfB am Ende der Saison genügend Punkte, um die Klasse zu halten? Diese Frage kann zwei Spieltage vor Schluss natürlich auch der beste Zahlenjongleur nicht beantworten. Wehrle setzt deshalb erstmal auf Optimismus: "Wenn wir mutig, mit Leidenschaft, unseren Fußball spielen, dann haben wir bei beiden Spielen auch die Möglichkeit, etwas mitzunehmen", sagt der 47-Jährige bei SWR Sport in Hinblick auf die Partien in München (08.05) und gegen seinen Ex-Klub Köln (14.5.).

Wehrle ist relegationserprobt

Dass es selbst dann womöglich nicht zum direkten Klassenverbleib reicht, weiß Wehrle natürlich auch. Nach dem 1:1 gegen Wolfsburg hat der VfB als 16. vier Punkte Rückstand auf Hertha und zwei Punkte Vorsprung auf Bielefeld. Sollte die Tabellenkonstellation so bleiben, muss der VfB in die Relegation. Damit kennt sich Wehrle allerdings bestens aus. Denn bevor der gebürtige Bietigheimer seinen Posten beim VfB antrat, war er Geschäftsführer beim 1. FC Köln. Und mit dem musste Wehrle vor ziemlich genau einem Jahr ebenfalls in die Relegation. Nach einer 0:1- Niederlage im Hinspiel machte sein Team mit einem souveränen 5:1 in Kiel alles klar. "Relegation kann auch Spaß machen", findet Wehrle. "Man muss es positiv annehmen und man darf's nicht als Strafe sehen. Es ist eine Chance und so muss man sie auch annehmen", so Wehrle weiter.

Natürlich wäre ihm der 15. Tabellenplatz und die sichere Rettung lieber. Aber Hitzlspergers Nachfolger ist eben nicht nur Optimist, sondern auch Realist. Und als solcher gibt er als "ganz klares Ziel" den Relegationsplatz an.

Wehrle sieht VfB auch für möglichen Abstieg vorbereitet

Sollte dennoch das "Worst-case-Szenario" eintreten und der VfB innerhalb von sechs Jahren zum dritten Mal absteigen, sei der VfB darauf vorbereitet, man habe aus der Vergangenheit gelernt. Die Lizenz für beide Ligen hat die DFL bereits ohne Auflagen erteilt. Ob im Falle eines Abstiegs alle Spieler zu halten wären, ist fraglich. Sasa Kalajdzic und Borna Sosa werden hoch gehandelt und würden auf die 2. Bundesliga wohl gerne verzichten. Immerhin: Alle Akteure haben auch Verträge für die 2. Bundesliga unterschrieben. "Wir bekommen eine absolut wettbewerbsfähige Mannschaft hin für die 2. Liga, wenn's so sein sollte", verspricht Wehrle. Wen genau er damit meint, lässt der 47-Jährige offen. "Wir führen keine konkreten Gespräche mit einzelnen Spielern momentan". Denn die seien fokussiert auf das Ziel. "Die wollen Vollgas geben in den letzten Spielen und dann werden wir uns nach der Saison zusammensetzen und eine saubere Analyse machen."

Wie kritisch diese Analyse ausfällt, dürfte beim Realist Alexander Wehrle stark vom Saisonausgang abhängig sein. Bis die derzeit noch unbekannten Faktoren klar sind, hilft dem Zahlenmensch Wehrle wohl trotzdem weiter nur sein Optimismus. Von dem scheint der neue starke Mann beim VfB allerdings genug zu haben.

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