Quo vadis VfB Stuttgart mit Vorstandschef Alexander Wehrle. (Foto: IMAGO, Pressefoto Baumann)

Fußball | Bundesliga

VfB Stuttgart: Alexander Wehrle geht im Abstiegskampf "all in"

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AUTOR/IN
Thomas Bareiß

Beim VfB Stuttgart geht Vorstandschef Alexander Wehrle "all in" und tauscht innerhalb weniger Monate die sportliche Führungsetage komplett aus. Jetzt ist er zum Erfolg verdammt.

Ende März diesen Jahres hat Thomas Hitzlsperger seinen Posten als Vorstandsvorsitzender vorzeitig an Alexander Wehrle abgetreten. In der Schlussphase der letzten Saison steckte der VfB Stuttgart ebenso im Abstiegskampf wie in der aktuellen. "Business as usual" im Schwabenland, nur mit einer mittlerweile ausgetauschten sportlichen Führung.

Es wäre schon interessant zu wissen, wann im Kopf von Alexander Wehrle die Idee Gestalt annahm, in Sachen sportlicher Leitung tabula rasa machen zu müssen. Es ist davon auszugehen, dass das nicht erst am 30. November passierte, als der Verein die Trennung von Sportdirektor Sven Mislintat öffentlich machte und wenige Tage später die Verpflichtung von seinem Nachfolger Fabian Wohlgemuth bekannt gab.

Der darauf folgende Schritt, Interimscoach Michael Wimmer alles Gute bei seinem weiteren Weg woanders zu wünschen, der war für die Verantwortlichen um Wehrle dann nur logisch. Dem Niederbayern fehlte im Verein ohne Fürsprecher Mislintat schlicht die Lobby. Abstiegskampf mit einem relativ unerfahrenen Interimscoach ging schließlich schon mal schief beim VfB. So die innerbetriebliche Denke.

Neue Folge "DEIN VfB": Wohlgemuth und Labbadia sollen es richten

Labbadia schon länger im Fokus von Wehrle

Auch interessant zu wissen wäre es, ob und wie weit der neue Sportdirektor Fabian Wohlgemuth beim Comeback von Trainer Bruno Labbadia involviert war. Auch hier ist davon auszugehen, dass wenigstens Teile des Aufsichtsrats (Rainer Adrion) und die Berater von Alexander Wehrle (Sami Khedira, Philipp Lahm) mit einbezogen waren. So weit zu den möglichen Interna. Nach außen hin trägt Alexander Wehrle die alleinige Verantwortung in Bezug auf den Austausch der sportlichen Führung.

Wohlgemuth gilt in der Branche als Talent, das sich aber noch in einem größeren Umfeld beweisen muss. Labbadia gilt als bewährter Fahrensmann im Vermeiden von drohenden Abstiegen. Wehrle und Labbadia kennen sich bestens aus alten Stuttgarter Zeiten. Zudem ist zu hören, dass Wehrle Labbadia seinerzeit nach Köln zum "Effzeh" locken wollte.

Das neue Team muss nun zum Trainingsauftakt ab dem 12. Dezember mit der Mannschaft arbeiten, die von den Vorgängern zusammengebastelt wurde. Das birgt naturgemäß ein gewisses Risiko. Man darf deshalb gespannt auf das Winter-Transferfenster schauen, welches am 1. Januar 2023 seine Pforten öffnet. Unabhängig davon geht es für den Rest der Saison wieder einmal nur darum, die Klasse zu halten.

Bruno Labbadia muss diese Aufgabe mit dem Wissen antreten, dass große Teile der Fankurve ihm äußerst misstrauisch gegenüberstehen. Sein Arbeitspapier und das von Fabian Wohlgemuth sind jeweils auf den 30. Juni 2025 datiert. Die vorherige sportliche Leitung wäre im Falle eines Falles mit in die 2. Liga gegangen. Ob die aktuelle dazu auch bereit wäre, wird hoffentlich nicht zu überprüfen sein.

VfB Stuttgart: Abstiegskampf bis zum Schluss?

So oder so ist Vorstands-Boss Alexander Wehrle mit seinen Personalentscheidungen "all in" gegangen. Nicht zuletzt wird er allein für den sportlichen Ertrag von Wohlgemuth und Labbadia verantwortlich gemacht werden. Abgerechnet wird in Sachen Klassenerhalt spätestens am Samstag, den 27. Mai 2023 - kurz vor 17:30 Uhr. Eine mögliche Relegation ist da noch nicht mit eingeplant.

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Thomas Bareiß

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