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Drei Auswärtssiege in dieser Saison, drei Tore von Hamadi Al Ghaddioui: Der 29-Jährige ist Stuttgarts Stürmer für die besonderen Auswärtstore. Die Liga-Bilanz von VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo kann sich dadurch sehen lassen.

Ein grober Abspielfehler von Bochums Saulo Decarli, ein Pass in die Tiefe von Silas Wamangituka, ein kluger Laufweg gepaart mit einem direkten, platzierten Abschluss von Hamadi-Al Ghaddioui - damit war der erste Auswärtssieg des VfB Stuttgart seit dem 27. September (1:0 in Bielefeld) eingetütet.

Tor in Regenburg, Tor in Bielefeld, jetzt Tor in Bochum

Dass der erst dritte Dreier in dieser Saison auswärts unmittelbar mit Stürmer Al Ghaddioui zusammenhängt, scheint inzwischen kein Zufall mehr zu sein: Denn neben seinem Siegtreffer in Bielefeld traf der 29-Jährige auch bei seinem Ex-Klub Jahn Regensburg, ein 3:2-Erfolg am sechsten Spieltag.

"Die drei Punkte tun uns gut", sagte Al Ghaddioui, der zunächst von der Bank aus zusah, wie die anderen vor allem in der ersten Hälfte einige Chancen liegen ließen. "Wir haben uns aber diese eine Chance noch erarbeitet, die wir dann zum 1:0 genutzt haben. Das Quäntchen Glück war auf unserer Seite."

Nun also drei wichtige Punkte in Bochum, die den neuen VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo nach dem Spiel - trotz der vergebenen Torchancen - zufrieden stellen dürften. Ganz nebenbei polierte Al Ghaddioui mit seinem sechsten Saisontreffer die Bilanz seines Trainers weiter auf: das knappe Pokal-Aus in Leverkusen ausgenommen, steht der VfB unter Matarazzo mit einer Bilanz von drei Siegen und einem Unentschieden bei nur einem Gegentor da.

Vielleicht hat es zum Sieg in Bochum ja einfach auch die Qualität von Hamadi Al Ghaddioui gebraucht. Denn obwohl der VfB laut Spielmacher Daniel Didavi in der zweiten Halbzeit "die Souveränität verloren" habe, sei es eben auch eine Qualität, "nochmal Leute von der Bank zu bringen". 15 Minuten brauchte Al Ghaddioui um den Ball eiskalt im rechten Toreck zu versenken.

Das Leben als Super-Joker - Fluch und Segen

Dass den sieben Startelf-Einsätzen elf Einwechslungen gegenüber stehen, liegt auch an Al Ghaddiouis herausragenden Joker-Qualitäten. Der Stürmer braucht nicht lange, um zu zünden. Gegen Regensburg brauchte der gebürtige Bonner nach seiner Einwechslung nur sechs Minuten für sein Tor. Dass Trainer diese Fähigkeit eventuell dazu nutzen, Al Ghaddioui tendenziell öfter einzuwechseln als von Beginn an auf den Rasen zu stellen, dürfte den Stürmer nicht gänzlich zufrieden stellen - schließlich will jeder Profi in der Startelf stehen.

Angenehm und ruhig - ohne lange Anlaufzeit

Vereinsvertreter betonen gegenüber SWR Sport, der 29-Jährige, der im Sommer aus Regensburg an den Neckar wechselte, sei ein sehr angenehmer, ruhiger Mensch, der sehr schnell angekommen sei in Stuttgart und extrem viel für die Mannschaft arbeite. Exemplarisch sein Auftritt beim 3:0-Sieg gegen Aue zuhause einen Spieltag zuvor: Eingewechselt nach 84 Minuten hätte er kurz vor Spielende das 3:0 selbst erzielen können, doch legte stattdessen uneigennützig auf Mario Gomez quer, der ohne Mühe den Endstand erzielte.

Auch dank Edel-Joker Hamadi Al Ghaddioui ist der VfB Stuttgart nun also punktgleich mit dem Tabellenzweiten Hamburger SV. Den 1. FC Heidenheim auf Platz vier haben die Schwaben erst mal distanziert. Am Samstag (13 Uhr) kommt Al Ghaddiouis ehemaliger Klub Jahn Regensburg nach Stuttgart: Vielleicht ja ein Grund für Pellegrino Matarazzo, den Ex-Regensburger von Beginn an zu bringen - oder eben wieder auf dessen besondere Joker-Fähigkeiten zu vertrauen.

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