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Das Verletzungspech von Mittelfeldspieler Orel Mangala ist womöglich die Chance für einen Teenager: Naouirou Ahamada könnte eine gute Woche vor seinem 19. Geburtstag erstmals in der Startelf des VfB Stuttgart stehen. Der Gegner könnte kaum schwieriger sein.

Er könnte sich womöglich mit dem noch jüngeren Ausnahmetalent Jamal Musiala messen. Er könnte in Zweikämpfen mit 2014er-Weltmeister Thomas Müller verstrickt sein. Einen spannenderen Gegner als den FC Bayern München kann man sich für seine Premiere in der Startelf eines Bundesligisten kaum wünschen. Genau das könnte der erst 18 Jahre alte Naouirou Ahamada im Auswärtsspiel des VfB Stuttgart (Samstag, 15:30 Uhr, live in SWR-1-Stadion) erleben.

"Der Junge hat die Qualität, zu spielen"

"Ich kann nicht vorausschauen, ob Rino ihm einen Startelfeinsatz gibt gegen Bayern", sagte VfB-Sportdirektor Sven Mislintat zur anstehenden Entscheidung von Trainer Pellegrino Matarazzo, traut dem Youngster die Herausforderung aber zu: "Das ist natürlich schon ein außergewöhnlicher Platz, um in der Bundesliga sein Startelf-Debüt zu feiern. Klar ist aber auch: Der Junge hat die Qualität, zu spielen."

Von Juventus Turin zu den Schwaben

Mislintat freut das "unheimlich", denn sein Plan mit dem jungen Franzosen scheint aufzugehen. Anfang Oktober - kurz vor dem Ende der Transferperiode - hatte der 48-Jährige den defensiven Mittelfeldspieler von Juventus Turin zu den Schwaben geholt. Der VfB hat den französischen U19-Nationalspieler, 1,83 Meter groß, geboren in Marseille, der bei Juventus in der U23 spielte, bis zum Sommer ausgeliehen und sich eine Kaufoption gesichert.

"Eines der Toptalente in Frankreich"

Mislintat rühmte ihn bei der Verpflichtung als "eines der Toptalente in Frankreich" im Jahrgang 2002. Ahamada kam als ein Spieler für die Zukunft. Er soll sich entwickeln und in die Rollen von Wataru Endo und Orel Mangala im Mittelfeld hineinwachsen.

"Er addiert eine physische Komponente in unserem Mittelfeld"

Auch in "Steil! - Der SWR-Fußball-Podcast" hatte Mislintat das Top-Talent gelobt. "Die Kaufoption liegt bei knapp 1,5 Millionen Euro - sie ist also stemmbar für uns. Wir haben da mit Juventus eine sehr gute Konstellation gefunden", so Mislintat: "Sein Wechsel ist auch ein bisschen ein Vorgriff. Er addiert in unserem Mittelfeld zu den sehr, sehr guten Fußballern eine physische Komponente. Das ist sein Vorteil."

Der Transfer gehört zu Mislintats Strategie, dass der nächste junge Spieler mehr ins Rampenlicht rückt, sollte ein anderer - etwa Mangala - abgeworben werden. Weil Mangala nun verletzt ausfällt, könnte der 26. Spieltag einen Eindruck auf die Zukunft geben und Ahamada nach zwei Einwechslungen erstmals von Beginn an spielen.

Mangalas Verletzung - Ahamadas Chance

Mangalas Muskelfaserriss ist vielleicht seine Chance. Als sich die belgische Stammkraft beim 2:0 gegen die TSG Hoffenheim kurz vor der Halbzeit verletzte, brachte Matarazzo den Teenager, der am 29. März 19 Jahre alt wird. Bei seinem ersten Einsatz beim 2:5 in Leverkusen hatte sich Ahamada einen schwerwiegenden Fehlpass geleistet, nun bilanzierte Mislintat: "Ich glaube, dass er ein sehr, sehr schlaues Spiel gemacht hat." Ahamada habe "eindrucksvoll bewiesen, dass er kicken kann". Er könne allerdings "noch ein wenig aggressiver" in Zweikämpfen sein.

Natürlich hat VfB-Coach Matarazzo für das Gastspiel bei den Bayern im Mittelfeld Alternativen. Er könnte auch auf Atakan Karazor setzen oder Kapitän Gonzalo Castro ins defensive Mittelfeld schieben. Ahamada dürfte aber mit dem Hoffenheim-Auftritt Pluspunkte gesammelt haben. Der 18-Jährige habe "sehr mutig" gespielt und "gut verteidigt", meinte Matarazzo. Er habe zwar "vielleicht den einen oder anderen Abspielzeitpunkt verpasst", schränkte er ein, lobte aber: "Seine Körpersprache und seine Präsenz haben mir richtig gut gefallen." Beides dürfte auch bei den Bayern wichtig sein.

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