Silas spielt wieder für den VfB Stuttgart (Foto: IMAGO, Imago)

Fußball | VfB Stuttgart

Alles auf Angriff beim VfB? Nicht nur Silas gibt Hoffnung

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Kersten Eichhorn

Die Zukunft von VfB-Torjäger Sasa Kalajdzic in Stuttgart ist weiter unklar. Und weil der Österreicher erst in dieser Woche wieder ins Training einsteigt, durften sich beim ersten Test am Wochenende in Böblingen (7:1) vier andere Angreifer des VfB in Szene setzen.

Der Spaß bei den Jugendspielern der SV Böblingen war schon vor dem Anpfiff riesengroß. Durften sich doch die Jungs mit VfB-Star Silas auf vielen Selfies verewigen, dazu gab es Unterschriften auf den Kickstiefeln der Nachwuchsspieler. Viel Freude gab es auch danach, denn der lange verletzte Stürmer feierte endlich auch sein Comeback auf dem Rasen.

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Endlich - Kraftpaket Silas ist wieder am Ball

Vier Monate nach seiner Schulterverletzung im Spiel gegen den VfL Bochum durfte Silas Katompa Mvumpa wieder in einem Spiel an den Ball. Der 23-Jährige stand im ersten Vorbereitungstest in Böblingen in der Startelf, bildete 45 Minuten lang mit Jung-Talent Thomas Kastanaras eine Doppelspitze. Seine spektakulärste Szene: Eine geniale Hacken-Flanke nach zehn Minuten.

VfB-Comebacker Silas in Böblingen (Foto: IMAGO, Imago)
VfB-Comebacker Silas in Böblingen Imago

Neben der Kunst kam aber die Arbeit nicht zu kurz. Silas war rund um den Sechzehner viel unterwegs, zeigte seine bekannte körperliche Wucht und Präsenz. Das Führungstor von Chris Führich bereitete er mit einem gelungenen Dribbling im Strafraum vor. Seine besten Aktionen zeigte der Kongolese aber immer dann, wenn er mit Platz und Tempo über die Außenbahnen agieren konnte. Die Position als zentrale Spitze behagt dem 1,90-Meter-Mann eher nicht.

Erster Eindruck: Silas ist wieder da, mit all seinen körperlichen und fußballerischen Vorzügen. Nach der langen Verletzungspause aber benötigt der Angreifer noch viel mehr Fitness und Spielpraxis auf höherem Niveau. Findet er zurück zur Normalform, ist er unverzichtbar.

Thomas Kastanaras mit Debüt-Tor: Einer für die Zukunft

Neben Comebacker Silas durfte auch Thomas Kastanaras in Böblingen von Beginn an ran. Der 19-jährige Torschützenkönig der Stuttgarter U19 (26 Treffer), der schon als Neunjähriger zum VfB kam, fügte sich fußballerisch sehr gut ein. Ein typischer Strafraumstürmer, der sich auch immer mal wieder aus der Spitze zurückfallen ließ und sich die Bälle selbst abholte.

Kastanaras bereitete das 3:0 von Führich nach einem Böblinger Abwehrpatzer pfiffig vor und schoss den 4:0-Pausenstand selbst. Im Strafraum den Ball elegant mitgenommen und eiskalt im Stile eines Torjägers abgeschlossen. Es war sein Debüt-Treffer im Profi-Team des VfB!

Erstes Tor bei den VfB-Profis: Thomas Kastanaras  (Foto: IMAGO, Imago)
Erstes Tor bei den VfB-Profis: Thomas Kastanaras Imago

Erster Eindruck: Ein prima Einstand in die neue Saison. Der frühere Waiblinger, der allerdings für Griechenlands Junioren-Nationalteam spielt, steht für die Zukunft des VfB. Technisch versiert und quirlig am Ball, körperlich mit 1,87 Metern Größe gut ausgebildet. Ein typischer Strafraum-Spieler, der in Böblingen sicher nicht sein letztes Profi-Tor geschossen hat.

Tempo-Dribbler Mo Sankoh: Einstand nach zehn Monaten Pause

Neben Silas feierte auch Mo Sankoh sein Comeback. Zehn Monate nach der schlimmen Knieverletzung in der Bundesliga gegen Fürth, kam der erst 18-Jährige in der zweiten Hälfte auf den Platz. Nicht alles gelang. Ähnlich wie bei Silas hatte auch der Niederländer seine besten Szenen, wenn er mit Tempo ins Dribbling starten konnte. Nach einer Stunde köpfte Sankoh an die Latte, in der Schlussphase schoss er völlig frei vor dem Böblinger Tor vorbei.

Mo Sankoh feierte in Böblingen sein VfB-Comeback (Foto: IMAGO, Imago)
Mo Sankoh feierte in Böblingen sein VfB-Comeback Imago

Hier der erste Eindruck: Allein schon wegen seiner Schnelligkeit und Dribbelstärke könnte Mo Sankoh zumindest als Joker ein ganz wichtiger Baustein für die neue Saison im VfB-Angriff sein. Nach der langen Verletzungspause sollte man zunächst aber noch nicht zuviel von dem Top-Talent erwarten.

Alou Kuol: Mit Dreierpack in die Schlagzeilen

Wie Sankoh kam auch Alou Kuol nach der Pause auf den Platz und schnürte in den letzten 20 Minuten einen spektakulären Dreierpack. Der Australier traf nach feinem Solo zum 5:0, per 22-Meter-Schuss zum 6:1 und setzte mit seinem Kopfball zum 7:1 den Schlusspunkt. Alou Kuol (sieben Regionalligatreffer für den VfB), der in der Rückrunde erfolglos an den Zweitligisten SV Sandhausen ausgeliehen war (ein Spiel / eine Rote Karte), agierte mit viel Selbstvertrauen als zentrale Spitze, setzte sich mit seinen drei Toren gleich ins Rampenlicht.

Alou Kuol traf für den VfB dreimal in Böblingen (Foto: IMAGO, Imago)
Alou Kuol traf für den VfB dreimal in Böblingen Imago

Erster Eindruck: Der 20-Jährige ist schnell, geschickt am Ball und überaus torgefährlich. Alou Kuol müsste aber sein großes Talent jetzt auch gegen namhafte Gegner zeigen. Erst dann wäre er in der neuen Saison eine Alternative für die Bundesliga. Gelegenheit gäbe es demnächst gegen Zürich, Brentford und Valencia.

Wann ist Wahid Faghir eine Alternative?

Silas, Kastanaras, Sankoh und Kuol - vier junge VfB-Stürmer, die als Hoffnungsträger gelten. Dazu kommt auch noch der Däne Wahid Faghir (18), der vor einem Jahr mit großen Erwartungen von Vejle BK verpflichtet wurde, bislang allerdings noch wenig Akzente setzen konnte. Faghir hatte zuletzt Knieprobleme und fehlte in Böblingen krankheitsbedingt.

Alleine wird das VfB-Quintett im Angriff einen möglichen Weggang eines Sasa Kalajdzic (noch) nicht auffangen können. Gestandene Verstärkungen werden nötig sein. Aber das wiederum ist eine andere Geschichte als die von Böblingen.

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