VfB-Präsident Wolfgang Dietrich (links) unnd Sportvorstand Thomas Hitzlsperger (rechts) stellen Sven Mislintat als neuen Sportdirektor vor (Foto: SWR, VfB Stuttgart)

Bundesliga | VfB Stuttgart Sven Mislintat ist neuer Sportdirektor beim VfB Stuttgart

Sven Mislintat galt als Wunschkandidat von Sportvorstand Thomas Hitzlsperger. Am Donnerstag bestätigte der VfB Stuttgart: Der ehemalige BVB- und Arsenal-Scout wird neuer Sportdirektor.

Sven Mislintat wird neuer Sportdirektor des VfB Stuttgart. Das bestätigte der Verein am Donnerstag in einer Rundmail an seine Mitglieder und auf seiner Homepage. Demnach bekommt Mislintat einen Zwei-Jahres-Vertrag und soll sich ab sofort hauptverantwortlich um die Transfers kümmern - auch im Falle des Abstiegs. "Sven Mislintat hat sich in seiner langjährigen beruflichen Laufbahn ein hohes Maß an Reputation erarbeitet. Mit seinem Wissen, seinem Netzwerk und seiner Art, Fußball zu denken, passt er perfekt zu uns. Ich freue mich sehr, dass er sich dazu entschieden hat, ab sofort Teil unseres VfB Teams zu werden", wird Sportvorstand Thomas Hitzlsperger zitiert.

Auch Trainer Markus Weinzierl kennt Sven Mislintat, denn Weinzierl und Mislintat hatten 2011 gemeinsam die Fußballlehrer-Lizenz erworben. "Ich kenne ihn. Wir waren zehn Monate in einem Raum gesessen, haben sehr viel über Fußball geredet", sagte Weinzierl am Donnerstag. "Er hat eine gute Auffassung vom Fußball, hat eine gute Idee und ist ein guter Typ." Auch Heidenheim-Trainer Frank Schmidt, der mit Weinzierl und Mislintat im selben Jahrgang war, schätzt den 46-Jährigen: "Sven ist ein ehrlicher, direkter Typ, der die Dinge so anspricht, wie sie sind. Er hat ein sehr gutes Netzwerk und viel Fußball-Sachverstand."

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Mislintat hat sich beim BVB einen guten Ruf als Scout erarbeitet

Mislintat hat sich als Scout von Borussia Dortmund einen Namen gemacht. Der gebürtige Kamener wechselte am 1. Dezember 2017 als "Head of Recruitment" zum englischen Premier-League-Club FC Arsenal, den er im Februar nach nur 14 Monaten aber wieder verließ. Nun wird Mislintat das Team von Sportvorstand Thomas Hitzlsperger verstärken. Der 37-jährige Hitzlsperger hatte das Amt Mitte Februar von Michael Reschke übernommen und war seitdem auf der Suche nach einem Sportdirektor an seiner Seite. Diese Suche ist nun beendet.

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Eine komplizierte Aufgabe für Mislintat

Beim VfB erwartet ihn eine komplizierte Aufgabe. Die Schwaben stehen derzeit auf dem Relegationsplatz - mit vier Punkten Rückstand auf den FC Augsburg. Die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl hat nach 28 Spieltagen 21 Punkte auf dem Konto - das sind zwölf Zähler weniger als zum selben Zeitpunkt in der Abstiegssaison 2015/16. Angesichts von 60 Gegentoren stellen die Stuttgarter die zweitschwächste Defensive der Liga. Auch im Angriff um den formschachen Ex-Nationalspieler Mario Gomez hapert es angesichts von nur 27 erzielten Toren schon seit Monaten. Mislintat selbst sprach von seiner neuen Aufgabe als "Riesenherausforderung und zugleich großen Ehre".

Fußball | Bundesliga Diese Talente entdeckte der neue VfB-Sportdirektor Sven Mislintat

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Der neue Sportdirektor des VfB Stuttgart Sven Mislintat hatte schon oft einen richtigen Riecher für neue Talente: Spieler-Transfers zählen nun auch in Stuttgart zu seinen Aufgaben. In seiner Zeit als BVB-Chef-Scout (2006-2017) wurden aus seinen Talenten begnadete Fußballer und Weltmeister, die wiederum ihrem Verein viel Geld in die Kassen spülten. Eine Auswahl seiner größten Entdeckungen (Marktwerte von transfermarkt.de). Imago imago/DeFodi Bild in Detailansicht öffnen
Nach der gewonnenen Fußball-EM 2016 wechselte der 22-jährige Raphaël Guerreiro vom französischen Zweitligisten FC Lorient für 12 Millionen Euro zum BVB. Nach einigen Höhen und Tiefen etablierte sich der junge Familienvater in der Mannschaft der Dortmunder. Wer ihn heute verpflichten will, müsste mindestens 20 Millionen Euro auf den Tisch legen – so hoch wird sein aktueller Marktwert angesetzt. Imago imago/Thomas Bielefeld Bild in Detailansicht öffnen
Mit 20 Jahren kam Sven Bender 2009 durch BVB-Scout Sven Mislintat aus seiner bayerischen Heimat nach NRW. Sein alter Verein, der TSV 1860 München, erhielt für ihn eine Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro. Mittlerweile spielt Sven Bender zusammen mit seinem Bruder Lars bei Bayer 04 Leverkusen, die dem BVB 2017 eine Transfer-Summe von 12,5 Millionen abtreten mussten. Gewinn: 11 Millionen Euro. imago sportfotodienst Bild in Detailansicht öffnen
Im Juli 2013 zahlte Dortmund rund 27,5 Millionen Euro an den ukrainischen Meister Schachtar Donezk. Im Gegenzug kam Henrich Mchitarjan nach Dortmund und war somit die bis dato teuerste Spielerverpflichtung der BVB-Vereinsgeschichte. Nach drei Jahren zog es den Armenier weiter in Richtung Premier League. Für 42 Millionen Euro wechselte er zu Manchester United, mittlerweile spielt er bei Arsenal London. Gewinn: 14,5 Millionen Euro. Imago imago/DeFodi Bild in Detailansicht öffnen
Zur Saison 2010/2011 machte der BVB auf seiner Einkaufstour Halt beim japanischen Zweitligisten Cerezo Osaka, wo Shinji Kagawa für 350.000 Euro verpflichtet wurde. Diese doch eher ungewöhnliche Anlaufstelle entpuppte sich als weiterer Glücksgriff von Mislintat: Kagawa entwickelte sich unter Klopp zum Leistungsträger und Stammspieler. Zwei Jahre später wechselte er für 16 Millionen Euro zu Manchester United – eine Steigerung von mehr als 15 Millionen Euro. Imago imago sportfotodienst Bild in Detailansicht öffnen
Der deutsche Nationalspieler Julian Weigl kam im Sommer 2015 vom TSV 1860 München für rund 2,5 Millionen Euro in den Pott. Durch gute Leistungen machte er nun auch andere Clubs auf sich aufmerksam: Gerüchten zufolge soll er mit einem Wechsel zu seinem alten Coach Thomas Tuchel bei Paris St. Germain liebäugeln. Auch hier hätte der ehemalige Scout Mislintat gute Arbeit geleistet, da Weigls aktueller Marktwert auf 22 Millionen Euro geschätzt wird. imago/Thomas Bielefeld Bild in Detailansicht öffnen
Geboren wurde İlkay Gündoğan in Gelsenkirchen und spielte auch unter anderem in der Jugend des FC Schalke 04. Im Jahr 2011 lockte der BVB den jungen Deutsch-Türken für 5,5 Millionen Euro vom 1. FC Nürnberg ins Ruhrgebiet zurück. Im Sommer 2016 wechselte der deutsche Nationalspieler dann auf die Insel zu Manchester City und Coach Pep Guardiola - für 27 Millionen Euro. Gewinn: 21,5 Millionen. Imago imago/Laci Perenyi Bild in Detailansicht öffnen
Marco Reus wurde in Dortmund geboren und spielte bereits in der BVB-Jugend. Seine ersten Schritte im Profi-Fußball machte er allerdings bei Rot Weiss Ahlen und Borussia Mönchengladbach. 2012 kehrte er für eine Ablösesumme von rund 17 Millionen Euro in seine Heimatstadt zurück – heute hat der Nationalspieler einen Marktwert von 50 Millionen Euro. Imago imago sportfotodienst Bild in Detailansicht öffnen
Im Sommer 2013 wechselte Pierre-Emerick Aubameyang für 13 Millionen Ablöse von AS St.-Étienne zum BVB, für die er 141 Tore in 213 Pflichtspielen schoss. Sein Talent erkannten daher auch rasch die europäischen Top-Adressen des Fußballs. Im Janaur 2018 wechselte er für 63,75 Millionen Euro zum FC Arsenal in die Premier League. Gewinn: 50,75 Millionen Euro Imago imago sportfotodienst Bild in Detailansicht öffnen
Wer ist Robert Lewandowski? Diese heute unvorstellbare Frage stellten sich Dortmund-Fans im Sommer 2010. Damals holte Sven Mislintat den unbekannten Stürmer für knapp 5 Millionen Euro von Lech Posen zu den Schwarz-Gelben. Wie es weiterging, ist bekannt: Zur Saison 2013/14 wechselte der Pole ablösefrei zum FC Bayern München, wo sein aktueller Marktwert auf 70 Millionen Euro geschätzt wird. Imago imago sportfotodienst Bild in Detailansicht öffnen
Den richtigen Riecher für junge Talente bewies Sven Mislintat auch bei dem jungen US-Amerikaner Christian Pulisic. 2015 wechselte er ablösefrei von den Pennsylvania Classics in die Dortmunder U17. Seinen Traum, in der Premier League zu spielen, erfüllt sich Pulisic ab der kommenden Saison beim FC Chelsea. Der Verein musste dafür aber mit 64 Millionen Euro tief in die Tasche greifen. Der Gewinn: 64 Millionen Euro. Imago imago/DeFodi Bild in Detailansicht öffnen
Als Jugendspieler von Manchester City wechselte Jadon Sancho 2017 für 8 Millionen Euro zum BVB, wo er einen Vertrag ohne Austiegsklausel bis 2022 erhielt. Mittlerweile ist der 19-Jährige englischer Nationalspieler und wird laut Gerüchten seitdem von nahezu jedem großen europäischen Club gejagt. Sanchos aktueller Marktwert liegt bei 80 Millionen Euro – eine Ablösesumme bei einem frühzeitigen Wechsel wohl bei rund 120 Millionen Euro liegen. Imago imago/DeFodi Bild in Detailansicht öffnen
Zur Saison 2016/2017 angelte sich Dortmund das französische Top-Talent Ousmane Dembélé. Damals streikte er sich von Stade Rennes für 15 Millionen Euro zum BVB – wo es allerdings mit der Arbeitsniederlegung nicht endete: Oft fehlte er unentschuldigt im Training, womit er sich letztlich seinen Wechsel zum FC Barcelona für 120 Millionen Euro Ablöse erzwang. Die 120 Millionen Euro Ablöse könnten erfolgsbezogen noch auf 145 Millionen steigen. Gewinn: 105-130 Millionen Euro. Imago imago/DeFodi Bild in Detailansicht öffnen
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