Gregor Kobel ballt beide Hände zur Faust und schreit lautstark seine Emotionen heraus. (Foto: Imago, Imago)

Fußball | 2. Bundesliga Gregor Kobel: Schweizer Titan im VfB-Tor?

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Seit diesem Sommer hütet Gregor Kobel den Kasten des VfB Stuttgart. Der 21-jährige Schweizer hat in seiner jungen Karriere bereits einen bemerkenswerten Weg hinter sich gebracht.

"Er wurde von den Gegnern gefürchtet", sagte Gregor Kobel dem Schweizer Blick im Juni. Die Rede ist von Torwartlegende Oliver Kahn. Der dreimalige Welttorhüter ist das Vorbild des neuen Stammtorwarts Gregor Kobel vom VfB Stuttgart. In dieser Saison strebt der in Zürich geborene Kobel mit seinem Verein die Rückkehr in die Bundesliga an.

Von den Grasshoppers nach Hoffenheim

Durch seinen Vater Peter, der Eishockey-Spieler war, kommt Kobel früh mit Profi-Sport in Kontakt. Nachdem er in seiner Jugend bei den Grasshoppers aus Zürich spielte, wird 2014 die TSG Hoffenheim auf den Eidgenossen aufmerksam. Sie leihen Kobel für zwei Jahre aus, um ihn im Anschluss fest zu verpflichten. Anfangs lebt der Teenager in einer Gastfamilie, um später in seine erste eigene Wohnung im Kraichgau zu ziehen. Eine Zeit, in der Kobel früher als andere Jugendliche erwachsen wird. "Es war nicht immer einfach. Man lässt Freunde und Familie zurück um seinen Traum zu leben. Aber zu dem Zeitpunkt weiß man noch gar nicht, ob man es schafft", beschreibt der 21-Jährige die Situation bei SWR Sport.

Dauer

Zunächst steht er bei der U19 der TSG zwischen den Pfosten, ab 2016 gehört der 1,94 Meter große Hüne dem Profi-Kader an.

Durchbruch in Augsburg

Allerdings gibt es in Hoffenheim ein "Problem" für Gregor Kobel: An Oliver Baumann gibt es seit 2016 kein Vorbeikommen. In dieser Zeit läuft er hauptsächlich für die zweite Mannschaft Hoffenheims in der Regionalliga Südwest auf. Trotzdem kommt er am 25.09.2018 zu seinem Bundesliga-Debüt, als er beim 3:1-Auswärtssieg in Hannover im Tor steht. Daneben darf er viermal im DFB-Pokal spielen und einmal in der Europa League.

Gregor Kobel ist in seinem gelben Torwart-Trikot zu sehen. (Foto: Imago, Imago)
Gregor Kobel als Jugendtorwart der TSG Hoffenheim im Jahr 2016. Imago Imago

Dann klopft Augsburg-Manager Stefan Reuter an. Der FCA hat ein Torhüter-Problem und das ist Kobels Chance, Spielpraxis zu sammeln. Hoffenheim verleiht den Schweizer bis Saisonende nach Augsburg. Gregor Kobel hält so gut, dass der FCA ihn fest verpflichten will. Die TSG schiebt dem jedoch einen Riegel vor, da sie den Schweizer nicht verkaufen will.

Nummer eins beim VfB

Nachdem seine Leihe endet, schlägt der VfB Stuttgart zu. Sie leihen den jungen Keeper für ein Jahr aus, eine Kaufoption soll es nicht geben. In Stuttgart fühlt sich Kobel auch sportlich wohl. Der neue VfB-Trainer Tim Walter ernannte ihn zur Nummer eins. "Für mich war die offensive Spielweise des Trainers auch ein Grund, nach Stuttgart zu kommen", sagt Kobel.

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Der 21-Jährige ist schon für die A-Nationalmannschaft berufen worden, aber bislang ohne Einsatz. Vielleicht gibt es in Zukunft wieder einen Torwart-Titan in der Bundesliga, den die Gegner fürchten werden.

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