Tim Walter nach dem enttäuschenden Spiel gegen Darmstadt (Foto: Imago, imago images/Sportfoto Rudel)

2. Bundesliga | Meinung Tim Walter oder die Reise ohne Wiederkehr

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Die Würfel sind gefallen. Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat sind keine Zeitgenossen, die den Verbleib eines Trainers von einem Spiel abhängig machen. Ein Kommentar von SWR-Sportreporter Stefan Kiss.

Hitzlsperger und Mislintat haben die Misserfolgserie der letzten Monate bereits genauestens analysiert. Bis zum achten Spieltag sammelte die Mannschaft von Tim Walter 20 Punkte. Eine Erfolgsbilanz, auch wenn die Siege meist glanzlos waren. Bis zum 17. Spieltag kamen dann aber nur noch magere zehn Pünktchen dazu. Das Ziel sofortiger Wiederaufstieg gerät mehr und mehr in Gefahr. Das aber sind nur die nackten Zahlen.

Auch wenn Tim Walter es anders sieht. Seine Spielphilosophie führt nicht zum Erfolg. Ballbesitz ist nicht alles. Die Gegner haben sich längst darauf eingestellt.

Fußball ist eigentlich ein einfaches Spiel. Es besteht aus zwei Spielsituationen. Der mit Ball und der ohne Ball. Ziel ist es, bei der Situation mit Ball ein Tor zu erzielen und bei der ohne Ball einen Gegentreffer zu verhindern. Beides funktioniert unter Tim Walter nur in sehr begrenztem Maße. Zudem macht der 44-Jährige aus einem einfachen Spiel ein hoch kompliziertes. Manchmal hat man den Eindruck, nicht alle Spieler auf dem Platz wissen so wirklich, was ihr Trainer will.

22 Gegentore hat der VfB bislang hinnehmen müssen, 28 wurden erzielt. Die Bilanz ist mittelmäßig. Zum Vergleich: Der HSV hat sieben Tore mehr erzielt und fünf Gegentreffer weniger kassiert.

Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat wollten Konstanz auf der Position des Trainers. Aber beide haben wohl erkannt, dass ihre Einschätzung, was die Person Tim Walter betrifft, nicht so ganz mit der Realität übereinstimmt. Dem Ziel sofortiger Wiederaufstieg haben sich alle unterzuordnen. Auch der Vorstandsvorsitzende Hitzlsperger und der Sportdirektor Mislintat. Das tun auch beide. Deshalb jetzt der Schlussstrich unter die Ära Tim Walter.

Der 44-Jährige wird in Hannover zum letzten Mal auf der VfB- Bank sitzen. Unabhängig davon, wie das Spiel ausgeht. Frei nach dem Motto von Karl Valentin „nach der stillen Zeit wird es wieder ruhiger“ handelt der VfB noch in der Vorweihnachtszeit.

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