Holger Badstuber nach seinem Treffer zum 2:1 für den VfB Stuttgart im Spiel gegen Jahn Regensburg. (Foto: Imago, Pressefoto Baumann)

Fußball | 2. Bundesliga Holger Badstuber: Er kam, sah und lieferte

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Eigentlich hatten ihn Fans und Medien bereits abgeschrieben, doch jetzt ist er zurück - Holger Badstuber. Beim 3:2-Sieg des VfB Stuttgart in Regensburg war der Routinier der beste Stuttgarter.

Spitzensportler beziehungsweise einen Fußball-Profi sollte man nie zu früh abschreiben. Speziell nicht einen Holger Badstuber. Der gebürtige Memminger schoss beim 3:2 des VfB Stuttgart in Regensburg bereits sein zweites Saisontor und zeigte eine starke Leistung. Zudem sprachen auch seine Leistungsdaten für ihn: Im Spiel gegen Regensburg lief er stolze 10,18 Kilometer. Für einen Innenverteidiger eine starke Distanz. Zudem gewann er fast 67 Prozent seiner Zweikämpfe und hatte eine Passquote von knapp 88 Prozent. Die üblichen Verdächtigen der Medien wählten ihn im Anschluss der Partie zum Spieler des Spiels (Note 2).

Dauer

"Ich bewerte meine Leistung nie öffentlich. Ich kann mich gut einschätzen und weiß, dass ich fit bin", sagte Badstuber im Gespräch mit SWR Sport.

Aller Anfang ist schwer

Im ersten Saisonspiel des VfB Stuttgart sah es danach aus, als wäre Holger Badstubers Platz in dieser Saison der gleiche wie in vielen Spielen der vergangenen Saison. Trainer Tim Walter schien sein Traumduo für die Innenverteidigung mit Marc-Oliver Kempf und Marcin Kaminski gefunden zu haben. Der 30-jährige Badstuber stand gegen Hannover 96 zwar im Kader der Schwaben, saß jedoch nur auf der Bank. Es war symptomatisch für seine damalige Situation: Als sich Kaminski in der 32. Minute verletzte wurde statt Badstuber der 21-jährige Neuzugang Maxime Awoudja eingewechselt.

Unverhofft kommt oft

Das die Situation heute ganz anders aussieht hat mit Glück zu tun - aber nicht nur. Vor dem zweiten Saisonspiel gegen Heidenheim hatte Trainer Tim Walter nur wenige Möglichkeiten für die Gestaltung der Innenverteidigung. Kernfrage: Wer spielt neben Kempf? Kaminski hatte sich das Kreuzband gerissen, Awoudja fiel nach einer Gelb-Roten Karte im ersten Spiel aus, Nathaniel Phillips war noch nicht verpflichtet. Übrig blieb Holger Badstuber - und der Routinier rückte so in die Startelf. Er bestätigte seine Aufstellung gleich mit einer guten Defensivleistung, die er sogar noch mit einem Tor krönte.

Last man standing

Von dieser Partie an spielte Badstuber jedes Liga-Spiel von Beginn an und hatte wieder Glück dabei. Wie im Fußball so häufig bedeutet der Ausfall eines Spielers eine Chance für einen Anderen. Nachdem der VfB Stuttgart mit Nathaniel Phillips einen weiteren möglichen Badstuber-Konkurrenten verpflichtete, hatte er wieder Glück. Kapitän Kempf musste mit muskulären Problemen mehrere Wochen pausieren und statt Badstuber oder Phillips standen beide auf dem Platz.

Oldie but goldie

Badstuber und Phillips: Zwei Spiele lang konnte sich Tim Walter ein umfassendes Bild dieses Pärchens in der Innenverteidigung machen, dann war Kempf wieder fit und damit gesetzt. Wer blieb außen vor? Badstuber oder Phillips?

Es war schließlich der Engländer, der es sich draußen gemütlich machen musste. Auf dem Platz hatte sich Holger Badstuber bewiesen und so gegen die Konkurrenz durchgesetzt. Daraus möchte er aber keine Ansprüche ableiten: "Der Trainer entscheidet das immer. Ich geb' alles dafür, dass er an mir nicht vorbei kommt."

Dauer

Neben der sportlichen Komponente bringt Badstuber auch einen andere wichtige Eigenschaft mit ein - er macht den Mund auf wenn er sieht, dass Dinge falsch laufen. "Wenn ich mal explosiv bin, lautstark: Ich meine es nie negativ. Ich meine es immer auf die Situation bezogen, nie auf den Spieler persönlich. Ich will uns besser machen. Damit wir Situationen vermeiden, in denen wir uns selber weh tun. Ich weiß auch, ich bin immer etwas behaftet von der Kritik. Aber ich sehe halt Dinge, die falsch laufen." Badstuber tut eben alles für den Erfolg - auf und neben dem Platz.

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