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Fußball | 2. Bundesliga Kommentar zu Holger Badstuber: Emotionen ja - Respektlosigkeit nein!

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Fußball soll und darf emotional sein. Aber nicht beleidigend. Nicht auf den Rängen und auch nicht auf dem Platz. Dazu gehört die Schiedsrichter-Beleidigung von Holger Badstuber, für die der DFB jetzt Ermittlungen eingeleitet hat, findet SWR-Sportredakteurin Julia Metzner.

"Ich bin meiner Vorbildfunktion nicht gerecht geworden!". Dieser Tweet von VfB-Profi Holger Badstuber war das einzig Intelligente, was ich nach dem Spiel der Stuttgarter gegen Kiel gelesen habe.

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Unverständnis für die Reaktion von Mario Gomez

Unverständlich für mich sind in diesem Zusammenhang Äußerungen wie die von Trainer Tim Walter, dass im Fußball "nicht immer alles zaghaft ist". Oder die von Mario Gomez. Einerseits nannte er die Aussagen seines Kollegen Holger Badstuber richtigerweise "unnötig". Dann gab's aber auch von diesem verdienten Profi die Relativierung: "...in der Emotion fallen auf dem Platz noch ganz andere Wörter". Ganz ehrlich? Das lässt mich kopfschüttelnd zurück.

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Badstuber droht eine längere Sperre

Fakt ist: Badstuber hat laut hörbar die Schiedsrichter beleidigt. "Ihr seid Muschis". Hätte er zum Beispiel "Weicheicher" oder "Vollpfosten" gesagt, unterm Strich steht Beleidigung. Und dafür wird in der DFB Rechts- und Verfahrensordnung in Paragraph 8 zu "Strafen gegen Spieler in einzelnen Fällen" der Fall klar skizziert: "Für Beleidigung oder Bedrohung des Schiedsrichters oder der -Assistenten während des Spiels gelten für Spieler eine Sperre von zwei Wochen bis zu drei Monaten, in leichteren Fällen Sperre von mindestens einer Woche."

Auf Fans zeigen wir mit dem Finger, verurteilen Beleidigungen von Spielern. Rümpfen die Nase. Sind entsetzt. Für mehrfache Beleidigung von Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp wurden Geldstrafen verhängt, BVB-Fans waren auf Bewährung auswärts unterwegs. Zurecht. Der Ex-Leverkusener Trainer Roger Schmidt wurde während eines Spiels gegen Hoffenheim auf die Tribüne geschickt. Weil er an der Seitenlinie seinen Kollegen Julian Nagelsmann beschimpft hatte. Schön rein, in die TV-Mikrofone. Dumm gelaufen.

Wer jetzt also nach Gnade für Badstuber ruft, der tritt den Respekt mit Füßen. Das hat nichts mit Emotionslosigkeit zu tun. Auch hier gilt für mich der legendäre Spruch von Oliver Kahn: "Eier, wir brauchen Eier." Denn einen Fehler einzugestehen, das ist Größe. Holger Badstuber hat mit seinem Tweet einen Anfang gemacht und das Allerwichtigste gesagt: "Ich bin meiner Vorbildfunktion nicht gerecht geworden!".

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