Tim Walter (Foto: Imago, imago)

Fußball | 2. Bundesliga 2:2 in Hannover: VfB-Trainer Tim Walter droht Aus

Nach dem 2:2 bei Hannover 96 steht Trainer Tim Walter beim VfB Stuttgart vor dem Aus. Am Sonntag "kommt alles auf den Tisch", kündigt Sportdirektor Mislintat an.

Trainer Tim Walter könnte womöglich noch an diesem Wochenende seinen Job verlieren. Sportdirektor Sven Mislintat kündigte nach dem Abpfiff in Hannover für Sonntag eine intensive Analyse mit dem 44jährigen Coach an.

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Daran wird neben Mislintat und dem Trainerteam auch Vorstandschef Thomas Hitzlsperger teilnehmen. "Wir gucken uns ganz sauber an, wie unsere Saison verlaufen ist. Da kommt alles auf den Tisch. Wir schauen uns die Tabelle an, wir schauen uns die Entwicklung an, wir schauen uns den Kader an und wir gucken, was wir besser machen können", sagte Mislintat am Samstag. "Wir haben fünf Niederlagen und sind heute in der ersten Halbzeit knapp an der sechsten vorbei geschrammt. Das ist nicht die Bilanz eines Aufsteigers. Der gesamte Prozess wird durchleuchtet."

Trainer Tim Walter weiß, was auf ihn zukommt. Im ARD-Interview sagte er: "Wir haben zu wenig Punkte, wir haben zu viele Torchancen vergeben, wir haben zu viele Tore kassiert. Es geht darum, eine Lösung zu finden und dann dementsprechend weiter zu arbeiten."

Kapitän Kempf stützt den Trainer

Besonders auffällig, dass Walter nach dem Hannover-Spiel immer wieder von dem "verschworenen Haufen" sprach, den er gemeinsam mit seinen Spielern bilde. "Wenn sie gegen mich spielen würden, dann würden sie sich nicht so rein hängen wie in der zweiten Halbzeit." Von Kapitän Marc Oliver Kempf gab es nach der Partie volle Rückendeckung für seinen Trainer. "Diese Diskussion ist lächerlich und für mich völlig unverständlich. 'Der Trainer macht es super. Wir haben alle ein tolles Verhältnis zu ihm. Es ist völlig unberechtigt, dass es diese Diskussionen gibt."

Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit

Über die sportliche Vorstellung der Schwaben und den gesicherten dritten Tabellenplatz wurde nach Spielende kaum gesprochen. Vor 35.200 Zuschauern hatte VfB-Stürmer Nicolas Gonzalez nur zwölf Sekunden nach seiner Einwechselung und nach dem Beginn der zweiten Halbzeit Hannovers frühe Führung durch Marvin Ducksch (13. Minute) ausgeglichen.

Silas Wamangituka brachte den VfB in der 63. Minute sogar in Führung. Doch Edgar Prib gelang noch der verdiente Ausgleich für 96 (74.). Die Gastgeber zeigten in diesem Duell der beiden Bundesliga-Absteiger ihre bislang beste Saisonleistung, verpassten es aber bei zahlreichen Chancen, dieses Spiel schon in der ersten Halbzeit zu entscheiden. Trotz einer Steigerung in der zweiten Halbzeit und mehreren klaren Chancen in der Schlussphase hat der VfB nun seit Oktober nur drei von zehn Zweitliga-Partien gewonnen.

Genau deshalb scheint die Zukunft von Tim Walter auf der Trainerbank des VfB Stuttgart äußerst ungewiss. Markus Anfang und Sandro Schwarz werden bereits als mögliche Nachfolger diskutiert.

REDAKTION
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